Georg Höfler & Sigi Mittermayr: To the North

Die zwei charismatischen Mühlviertler Georg Höfler und Sigi Mittermayr luden am Samstagabend zur Präsentation ihres dritten Studioalbums in den Posthof. Die abwechslungsreiche musikalische Darbietung versetzte jung bis alt in eine positive Stimmung.

Der mittlere Saal im Posthof füllte sich schon langsam, auf der Bühne standen bereits sechs Gitarren herum, es versprach ein musikalisch anspruchsvoller Abend zu werden. Die Fans – von Schüler:innen bis Pensionist:innen – mussten fünf Jahre auf die neue CD warten und endlich war es so weit. Sie wurden mit dem Opener „No Matter What“ erlöst. Bis zur Pause folgten abwechselnd neue und bereits bekannte Nummern. Aufgelockert wurde das Programm mit einem sehr gefühlvoll vorgetragenen Cover von „While My Guitar Gently Weeps“ von den Beatles. Unterstützt durch Schlagzeug und Bass wechselten die zwei Frontmänner immer wieder die Instrumente. Dabei lauschte das Publikum den Klängen von Mundharmonika, Akustikgitarre, E-Gitarre und der „Eisernen Berta“ – einer Slide-Gitarre. Instrumentenvielfalt und Stimmgewalt ermöglichen der Band ein breites Spektrum an musikalischen Exkursionen: Von irischen Instrumentalklängen wie in „Polly Perkins“ bis hin zu mitreißend rockigen Nummern wie „Henry Thunder“. Mit „Drinking Rum“ schaffte die Band einen schwungvollen Schlusspunkt und schickte den mittleren Saal in die Pause.

MIt Liebe zur Musik

Nun war Zeit die Becher aufzufüllen und ein paar Euro in die „Movember“-Spendenbox zu werfen. Mit dieser Aktion sammeln Georg Höfler und sein kaum ernstzunehmender Oberlippenflaum Geld für die Männergesundheit. In der zweiten Halbzeit ging es in gewohnter Manier weiter, bis David Enzenhofer am Bass und David Eibl am Schlagzeug für drei Lieder in die Pause gingen. Auch als Duo in originaler Besetzung sah man Höfler und Mittermayr ihre Liebe zum Spielgerät an. Spätestens das zweite Cover des Abends, „The Boxer“ von Simon & Garfunkel, ließ die Zuseher:innen in ihren Sesseln mitschaukeln und -singen.

An der Gitarre und am Mikrofon verloren sich die beiden Vollblutmusiker in ihrer Mischung aus Folk-, Country- und Bluesmusik. Die Ansagen zwischen den Stücken waren eher spontan und von Humor geprägt – das schadete der Darbietung aber keineswegs. Die Freude am Spiel und die Harmonie der beiden schwappten auf das Publikum über und bewirkten, dass vor allem auf der Tribüne die Sitzplätze längst überflüssig waren. Vor allem das jüngere Publikum dürfte darauf hoffen, dass es in Zukunft auch Stehplatzkonzerte gibt. Die Musik löste einen gewissen Bewegungsdrang aus, dem man schließlich auch gerecht werden sollte. Die lebensbejahende Zugabe „What Do You Really Want To Do“ und der Titelsong „To the North” rundeten den gelungenen Auftritt ab.