fentanyl kapu linz
Foto: Christoph Leeb

Fentanyl: Tourabschluss in der KAPU

Immer speziell: Sommershows in der KAPU. Immer noch ein bisschen verschwitzter, immer noch fast ein bisschen intensiver. Am vergangenen Donnerstag zu Gast: die Hardcore-Supergroup Fentanyl aus San Francisco, die hier ihren letzten Tourstopp zelebrierten.

Sommershows in der KAPU sind immer so eine spezielle Sache. Vorher noch im Gastgarten, danach rein in die Sauna und die sprichwörtliche Sau rauslassen. Das taten am vergangenen Donnerstag auch ungefähr hundert Gleichgesinnte, die den letzten Tourstopp der US-Supergroup Fentanyl besuchten. Die Formation aus San Francisco besteht aus Membern von Spiritual Cramp, Spy und World Peace und legte den letzten Stopp ihrer extensiven Europatour in der KAPU ein. Natürlich nicht ohne Supports.

Den Anfang an diesem Abend machten Szene Putzn. Das Trio aus Wien kennt die KAPU nicht nur aus dem Konzertsaal – sondern auch den Stock darüber. Haben sie doch ihre aktuelle Platte stress im KAPU-Tonstudio aufgenommen. Das Ergebnis? Laut, wild, eine gehörige Portion Riot-Attitüde, politische Message inklusive. Klingt nach einer KAPU-Band, passt wie die Faust aufs musikalische Auge in die heiligen Hallen der Kapuzinerstraße und macht mächtig Laune. Gerne wieder!

Danach wurde das Line-up internationaler. Aus Italien hatten sich nämlich Cimitero eingefunden. Das Duo aus Italien kann noch nicht auf eine sehr umfangreiche Diskografie zurückgreifen – macht aber auch nichts. Denn die knapp halbstündige Show bietet alles, was man von einer Hardcore-Punk-Show erwarten darf, auf den Punkt gebracht, auch wenn Italienischkenntnisse da sicher noch hilfreich gewesen wären. Kurzweilig, intensiv, ein schönes Aufwärmprogramm für das, was dann noch kommen sollte.

Denn Fentanyl machten zum Schluss keine Kompromisse im gut gefüllten KAPU-Saal. Hardcore-Punk der Marke »Abrissbirne«. Frontmann Kenneth Turner zeigt sich ebenso gut gelaunt wie der Rest der Band, die sich auf Tour dann doch gut verstanden zu haben scheinen. Das ist roher Hardcore-Punk, der auch Tage später noch im Gedächtnis bleibt – und falls nicht, dann hat der Tour-Merch-Sonderschlussverkauf einige Tapes in Österreich in Umlauf gebracht. Gut so – denn wenn Fentanyl nochmals touren sollten, dann sollte sich der geneigte Hardcore-Fan das nicht entgehen lassen!

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockey- und Fußballfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.