Vacunt: Generationentreffen in der KAPU
Wer an diesem Wochenende dem Innenstadt-Trubel und dem Pflasterspektakel entfliehen wollte, hatte in der KAPU eine sehr gute Alternative. Zum Wochenendauftakt wurde es ordentlich laut, die Köpfe und Haare in Bewegung gebracht. Zu Gast waren Zak!, Rat King Gone und die Linzer Urgesteine Vacunt. War das schön!
An diesem Wochenende gab es mehr als genug Programm in Linz. Vor allem das Pflasterspektakel füllte die Innenstadt, kaum ein Entkommen zu finden. Gottseidank gibt es abseits des Trubels noch immer die wunderbare KAPU, um dem Ganzen zu entfliehen. Noch dazu, wenn man an diesem Freitag Fan härterer Musik ist, den die wurde von allen drei Bands geboten. Gleich vorweg kann man nur sagen: Das war wunderbar! Und auch die spätere Beginnzeit war an einem Freitag vollkommen egal. Sehr schön, dass sich das nicht nur wir gedacht haben, sondern auch viele mehr, sodass die heilige Halle gut gefüllt war und auch die Stimmung stets auf der Höhe.
Jung trifft Älter in der KAPU
Den Auftakt machten alte Bekannte, die auch wir schon einmal auf einem Qlash auf der Bühne hatten, nämlich ZAK!. Deren schneller und roher Punk ist nicht nur für Genre-Fans schon immer eine klare Empfehlung. Energiereich, mit auch etwas Humor bei den Ansagen und stets auf der Höhe brachten sie das Publikum von Beginn an in Bewegung. Spätestens dann ab Keine Matura war kein halten mehr. Alleine wieder Punk zu hören und zu sehen, der wieder schnelle kürzere Songs hat, ist einfach eine Freude. Da hätten wir uns über noch zwei bis drei mehr Zugaben gefreut. Aber egal, bitte bald wieder!
Bei den nun nachfolgenden Rat King Gone war das dann etwas anders. Nicht schlecht, keineswegs. Aber wir empfehlen dann schon noch einmal eine Überarbeitung in Sachen Genrebezeichnung zu machen. Denn Hardcore-Punk, laut eigener Aussage auf der Bühne, war das dann nur stellenweise. Viel mehr ging das von den Gitarren und Gesang dann in die Metal-Schiene, ohne kompletter Trash zu sein. So ganz wollte man sich nicht einig werden und schwankte dann zwischen Punk, Hardcore und Metal hin und her. Das war schon gut, aber es fehlte uns dann einfach etwas der rote Faden.
Wenn man Vacunt in der KAPU sieht, stellt man sich zwanghaft eine Frage: brauchen die Jungs überhaupt noch einen Soundcheck? Denn in 24 Jahren Bandgeschichte haben die Hardcore-Veteranen wohl jeden Quadratmillimeter der KAPU-Stage und davor schon mal beackert. Konsultiert man das Archiv der KAPU-Website, dann waren das sicher über 20 Gigs, die Vacunt da drinnen geschrien haben. Liste mit Sicherheit unvollständig. Macht aber nix – denn Fuck The fakes funktioniert 2025 immer noch, Spraypaint (The Walls) ist über die Jahre nicht weniger aktuell geworden (außer wenn Graffitis dann mal politisch gewollt „urban spaces“ bereichern dürfen). Und Vacunt sind natürlich nicht weniger politisch geworden.
2026 bitte das Jubiläum
Auch schön zu sehen die ehrliche Freude, dass auch jüngeres Publikum zu Vacunt in die KAPU gefunden haben. Zak! sei dank, oder so. Auch bei Vacunt hat der Zahn der Zeit Spuren hinterlassen – die Maschine Sammy hinter den Drums gibt es so leider nicht mehr. Gewürdigt wurde er in der KAPU dennoch – sehr schön. Und wenn man Gerüchten glauben darf, dann gibts nächstes Jahr dann auch eine Jubiläumsshow zum Vierteljahrhundert. Wenn das nicht in der KAPU stattfinden würde, würde sich das auch nicht richtig anfühlen. Bis dahin legen wir nochmal die Fuck the fakes-Platte auf und erfreuen uns an der präsentesten Linzer Hardcore-Band, die dem Punkgott sei Dank immer noch nicht müde wird!
Foto: Christoph Leeb, Andreas Wörister
