I Prevail Posthof Linz
Foto: Fabian Schwarzinger

I Prevail entfesselt den Posthof

Vergangenen Mittwoch gab es hohen Besuch aus den Staaten für Post-Hardcore-Fans im Linzer Posthof. I Prevail ist auf Tour und machte lautstark Halt auf der Frischluft-Bühne.

Nicht einmal mehr einen Monat dauert es, bis die Fans der Post-Hardcore-Band aus dem Großraum Detroit deren neues Album Violent Nature rauf- und runterschreien können. Bisher konnte man sie eher auf Festivals wie dem Nova Rock beobachten, wo sie bereits zweimal gastierten. In Linz feierten sie jedoch im Rahmen ihrer Europe 2025 Tour Premiere. Genügend treue Fans, die selbst seit über zehn Jahren dabei sind, nahmen den Weg nach Linz jedenfalls gerne auf sich.

Anchorage

Zuvor eröffnete allerdings eine Wiener Post-Hardcore-Band, die ebenfalls schon auf dem Nova Rock spielen durfte. Die eigentlich aus vier Mitgliedern bestehende Formation hat seit Kurzem eine neue Ära betreten: Die 19-jährige Emma ergänzt das Gespann und bringt mit ihren Vocals frischen Wind in die Songs. Besonders in den neuen Stücken, die sie an diesem Abend spielen, kommt sie schon richtig gut zur Geltung – und hat dabei auch sichtlich Spaß auf der Bühne. Fading Flame wird debütiert und ist ein Track, den man sich für den Release definitiv merken sollte.

Ansonsten geben sie mit einer Mischung aus englischer und deutscher Publikumsinteraktion in ihren knapp 30 Minuten Spielzeit alles, um die Menge aufzuheizen. Zwar wirkt das anfangs noch etwas aufgesetzt, doch dauert es nicht lange, bis alle Hände oben sind. Die Stimmung ist etabliert, die Band genießt ihre Zeit sichtlich – und der Headliner kann kommen.

I Prevail

Dann wird es Zeit für die zweifach Grammy-nominierte Band. Schon vor über 13 Jahren haben sie sich gegründet – heute stehen sie noch immer auf den verschiedensten Bühnen auf der Welt. Zwar nicht mehr ganz in Originalbesetzung, doch das dürfte niemanden stören. Nachdem sie das Publikum noch kurz warten lassen, betreten Frontman Eric Vanlerberghe und Co. die Frischluftbühne des Posthofs. 2022 haben sie ihr letztes Album veröffentlicht, doch dieses Jahr ist es endlich wieder so weit: Violent Nature kommt.

Auf der Setlist geht es jedoch zunächst mit Tracks wie Bow Down und Body Bag los. Den Fans ist das mehr als recht: Sie strecken die Metal-Hands noch oben, und spätestens beim vierten Song There’s Fear In Letting Go gehen sie steil. Perfekt, um anschließend den titelgebenden Track des neuen Albums anzustimmen. Damit wird auch der erste Moshpit des Abends eröffnet – und Violent Nature mit voller Wucht gespielt.

Später sorgen noch zwei weitere Songs des neuen Albums dafür, dass sich Fans nach und nach per Stagedive nach vorne in den Graben tragen lassen. Vanlerberghe klatscht, wenn möglich, ab, bevor die Securities die Stage-Diver wieder links und rechts in die Menge zurückschicken.

Taylor Swift und Circle Pit

Doch auch die Urgesteine werden verwöhnt: Blank Space, eines ihrer ersten richtig viralen Covers, spielen sie voller Elan. Später folgt noch ein Circle Pit, bei dem auch die Menge von Roy Bianco wohl nicht schlecht gestaunt hätte. Doch so sehr die Crowd auch voller Adrenalin gepumpt ist, so emotional kann es werden. Der Frontman widmet den letzten Song – Hurricane – ihrem Manager Dave Shapiro, einem essenziellen Teil der Tourplanung, der jedoch tragischerweise bei einem Flugzeugunfall ums Leben gekommen ist. Das Publikum streckt Taschenlampen und Feuerzeuge nach oben und genießt Hurricane mit Gänsehaut.

Bei der Zugabe folgt schließlich noch ein vierter Moshpit, ehe sich eine verschwitzte Crowd nach gut einer Stunde in eine nun viel leisere Nacht verabschiedet.

Fazit

I Prevail hat zurecht ihre treuen Fans, genauso wie sie mit diesem Abend sicher auch wieder neue dazugewonnen haben. Ihr Erfolgsrezept haben sie gefunden und machen so auch auf ihrem neuen Album weiter, auf das dieser Abend eine perfekte Einstimmung war.

Im Zweifel vor dem großen Screen oder hinter der Kamera.