Kochen wie in Osaka: Mit Okonomiyaki & Co. durch Japans Küche
Scharf, süß, salzig, umami – „Das große Handbuch der japanischen Küche“ erklärt, wie man authentische Gerichte auch daheim meistert. Mit dabei: Tipps, Techniken und Rezepte für alles von Miso bis Mochi.
Wer sich schon einmal an Sushi versucht hat und mit klebrigen Fingern an einer schiefen Maki-Rolle gescheitert ist, darf aufatmen: Mit „Das große Handbuch der japanischen Küche“ liefert die aus Hokkaido stammende Sachiyo Harada einen liebevoll illustrierten Wegweiser durch Zutaten, Techniken und Klassiker der japanischen Kochkunst – ganz ohne Frust und Fisimatenten.
Japanisch kochen, aber richtig
Statt bloßer Rezeptanleitungen bietet das Buch fundiertes Wissen zu allem, was die japanische Küche ausmacht: von Dashi über Miso bis zur richtigen Zubereitung von Reis. Die Leser:innen lernen nicht nur, wie Gerichte funktionieren, sondern auch, warum – und das macht den Unterschied.
Die Struktur des Buchs ist angenehm logisch: Erst werden Grundzutaten wie Kombu-Algen, Shiitake oder Sake erklärt, dann folgen Kapitel zu Zubereitungstechniken und Gerichten – von Suppen über Gegrilltes bis zu Süßspeisen. Bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitungen sorgen dafür, dass auch kompliziertere Rezepte gelingen. Dass dabei nicht nur auf Geschmack, sondern auch auf Textur, Optik und Tradition geachtet wird, spürt man auf jeder Seite.
Für alle, die tiefer einsteigen wollen, stellt das Buch neben bekannten Rezepten wie Ramen, Tempura oder Misosuppe auch weniger verbreitete Klassiker vor, etwa Ichigo Daifuku (süße Reisbällchen mit Erdbeeren) oder regionale Nudelarten. Wer mehr als nur die „Standard-Japan-Küche“ sucht, wird hier fündig.
Ein Klassiker mit Geschichte
Okonomiyaki stammt ursprünglich aus Osaka, wo es heute als wahres Soulfood gilt – schnell gemacht, herzhaft und wandelbar. Wörtlich übersetzt bedeutet der Name so viel wie „gegrillt, wie du’s magst“. In Hiroshima gibt es eine Variante mit mehreren Schichten und gebratenen Nudeln – jede Region bringt dabei ihren eigenen Dreh mit. Ob klassisch mit Schweinebauch oder vegetarisch mit Tofu und Frühlingszwiebeln: erlaubt ist, was schmeckt. Mit Weißkohl, Ei, Mehl und optional Garnelen oder Speck lässt sich das Gericht nach eigenem Gusto gestalten. Haradas Version ist nicht nur unkompliziert, sondern wird mit Bonitoflocken, Mayonnaise und Okonomiyaki-Sauce auch herrlich deftig. Traditionell serviert man dazu grünen Tee oder – etwas deftiger – ein kaltes Asahi-Bier. Wer mag, rundet das Ganze mit eingelegtem Gemüse (Tsukemono) ab.
Rezept-Tipp: Okonomiyaki


- Für die Garnitur Kohl und Lauch waschen und in feine Streifen schneiden.
- Die Fleischscheiben in 3 bis 4 Stücke schneiden. Den Tintenfisch säubern (lern man auf Seite 39) und in 3 cm große Würfel schneiden.
- Für den Teig das Mehl in eine Schüssel geben. Kalte Dashi-Brühe und Eier in die Mitte gießen und 30 Sekunden verrühren. Kohl und Lauch hinzufügen und alles verrühren, bis das Gemüse bedeckt ist.
- Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen. Den Teig hineingießen, Fleisch- und Tintenfischstücke darauf verteilen.
- Ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze goldbraun braten, dann mit einem Pfannen wender wenden. Von der anderen Seite ebenfalls 5 Minuten braten, dann auf einen Teller gleiten lassen.
- Die Mayonnaise in einen Spritzbeutel füllen. Den Pfannkuchen mit Okonomiyaki-Sauce betreichen, dann die Mayonnaise gitterförmig darüber verteilen. Mit Aonori und Katsuobushi bestreuen.
FÜR 4 PERSONEN
TEIG
400 g Weizenmehl Type 405
400 ml kalte Dashi-Brühe (Seite 28)
4 Eier
Rapsöl
GARNITUR
400 g Spitzkohl oder Weißkohl
¼ Stange Lauch, weiße und hellgrüne Teile
4 dünne Scheiben Schweinebrust
1 Tintenfisch (ca. 300 g)
ZUM ANRICHTEN
4 EL japanische Mayonnaise
Okonomiyaki-Sauce
2 EL Aonori (Algenflocken)
2 EL Katsuobushi (Bonitoflocken)
Sachiyo Harada – Zwischen Hokkaido und Haute Cuisine
Geboren in Hokkaido und ausgebildet in Paris, bringt Sachiyo Harada das Beste aus zwei Welten mit: tief verwurzelte Traditionen der japanischen Küche und das präzise Handwerk französischer Haute Cuisine. Als Absolventin der renommierten Ferrandi-Schule und erfahrene Foodstylistin verbindet sie in ihrem Kochbuch fundiertes Wissen mit ästhetischem Anspruch. Ihre Rezepte sind nicht nur geschmacklich, sondern auch visuell ein Genuss – ganz nach dem japanischen Prinzip, dass das Auge mitisst.
Neben ihrer Arbeit als Autorin gibt Harada Kochkurse in Paris und Tokio und schreibt regelmäßig für Madame Figaro Japan. Wer ihr auf Instagram (@haradasachiyo) folgt, bekommt Einblicke in ihre aktuelle Arbeit, Reisen, Rezeptideen und – natürlich – japanische Klassiker in moderner Interpretation.
Fazit: Mehr als ein Kochbuch
„Das große Handbuch der japanischen Küche“ ist kein schnelles Rezeptheft, sondern ein echtes Standardwerk – liebevoll gestaltet, mit fundierten Erklärungen und großartiger Warenkunde. Wer mehr will als Sushi vom Lieferdienst, findet hier den perfekten Einstieg – und bleibt vermutlich lange hängen.

Das große Handbuch der
japanischen Küche
Rezepte, Techniken und Produkte
von Sachiyo Harada (Text)
Yannis Varoutsikos (Illustrationen), Pierre Javelle (Fotografie)
Knesebeck Verlag
288 Seiten, Deutsch, gebundene Ausgabe
aus dem Französischen von Susanne Schmidt-Wussow
€ 39,95 – jetzt bestellen
Zur Leseprobe
Disclaimer: Wir bekommen für die Artikel keine Bezahlung und verdienen auch nichts an Affiliate-Links. Aber wir unterstützen gerne den lokalen Buchhandel und empfehlen, nicht bei Amazon zu kaufen.

