Sean Koch: Musik zum Wohlfühlen
Musik zum Wohlfühlen – so könnte man das Gastspiel von Sean Koch samt Band beschreiben, das am letzten Samstag im Linzer Posthof stattgefunden hat. Ein Konzert, das das Publikum ans Meer entführte.
Nun, es gibt Konzerte, die funktionieren nur an einem Sommertag so richtig gut. Dem Wettergott sei Dank wahr der letzte Samstag ein solcher, um das Gastspiel von Sean Koch auch meteorologisch zu unterstützen. Gut 300 Leute werden dem Aufruf gefolgt sein, seiner Musik im Linzer Posthof-Zeitkulturhafen zu lauschen. Es hätten durchaus mehr sein dürfen.
Support an diesem Abend kam von Honahlei – und kosmopolitischer als dieses Indie-Folk-Duo wirds wohl nicht mehr. Melissa Gonzalez stammt aus Costa Rica, Kevin Etheridge hat seinen Lebensmittelpunkt in Graz – und geschrieben wurden manche Songs über geografische Grenzen hinweg sowohl im Süden als auch in Island. Nosara Tapes heißt das Album, das die beiden auch vor dem Publikum im Posthof mit im Gepäck hatten. Wie das klingt? Nun, das Cari Cari T-Shirt, das Michelle während des Gigs trägt, kommt nicht von ungefähr. Dazu gibt es ein paar Ausflüge zum Reggae, ein paar Anleihen im zeitgenössischen Indie-Folk, und auch die frühen Crystal Fighters dürften das eine oder andere Mal auf der Playlist gestanden haben. Aber die anwesende Verwandtschaft dürfte zufrieden gewesen sein. Schön!
Sean Koch: konzertgewordene Lebensfreude
Headliner des Abends: der Südafrikaner Sean Koch samt (bestens aufgelegter) Band. Die folgenden 75 Minuten Settime entführen die Zuhörer:innen in sonnigere Gefilden. Indie-Surf-Fans dürften hier auf ihre Kosten kommen, und wer Acts wie Xavier Rudd, Jeremy Loops und Co feiert, der wird auch bei Sean Koch fündig werden. Die positive Energie, die er auf der Stage zu transportieren versucht, überträgt sich auch ins Publikum. Songs wie Lift You Up, Life, We All Believe, Your Mind Is A Picture und mehr sind Vertreter einer Musikrichtung, die sich in Unbeschwertheit, Easy Listening und Sehnsucht äußert.
Auch wenn Sean Koch es während des Konzertes mal langsamer angeht, wie passenderweise etwa in Slow Down. Dazu kommt wie eingangs erwähnt eine gut aufgelegte Begleitband, die nicht zu Unrecht schon länger mit dem außerhalb von Kapstadt aufgewachsenen Musiker tourt. Ein schönes Konzert, das aber dann doch den einen oder anderen Ausflug ins Publikum verdient hätte. Aber auch so ein gelungener Sommerabend war – und wer auf den Geschmack gekommen ist, für den dürfte im Posthof etwa Jeremy Loops interessant sein, der am 28. August im Linzer Hafen gastieren wird!
