Superbloom 2025
Foto: Simone Grübl

Superbloom 2025: der krönende Abschluss des Festivalsommers

Nach drei Monaten voller Musik-Events kam die Festivalsaison dieses Wochenende mit dem Superbloom in München zu Ende. Auch dieses Jahr gab es wieder Kritik an der Organisation, aber durch das schöne Wetter und Top-Acts wie Shawn Mendes oder Post Malone war es erneut ein Erfolg.

Seit mittlerweile vier Jahren wird der Olympiapark in München für 2 Tage zum Festivalgelände umgewandelt. Dort entsteht dann eine der größten und beliebtesten Musikveranstaltungen Europas – das Superbloom. Jährlich können so mehr als 100.000 Besucher:innen eine Auswahl aus internationalen und nationalen Musiker:innen direkt in der Innenstadt erleben. Aufgeteilt ist das Ganze auf mehrere Bühnen im und um das Olympiastadion. Eigentlich also die perfekte Location, oder?

Genau die und vieles mehr wurden jedoch auch dieses Jahr wieder stark kritisiert. Beschwerden über die begrenzte Kapazität bei den Bühnen, lange Gehwege und das viele Treppensteigen hörte man fast an jeder Ecke. Natürlich ist das, vor allem bei den heißen Temperaturen, nicht angenehm, aber das ist eben ein Festival. Außerdem wurde darauf im Vorhinein schon oft genug hingewiesen. Durch das sehr gute Line-up konnte das zumindest kurzzeitig ausgeblendet werden:

Esther Graf

Nach den ersten Wartezeiten beim Einlass wurde die vierte Ausgabe des Superbloom Festivals von einer Österreicherin eröffnet. Beim Szene Openair hatte Esther Graf schon bewiesen, dass sie genauso gut auf einer Mainstage spielen könnte und das wurde jetzt wahr. Das Stadion war bei ihrem Auftritt bereits gut besucht und in der ersten Reihe konnte man sofort ein paar echte Fans erkennen. Ihre deutsche Popmusik war zwar immer noch nicht so ganz meins, aber das Publikum hat sie sehr gut aufgewärmt.

Jassin

Die Festivaltüren waren gerade eine Stunde eröffnet, für Jassin versammelte sich doch bereits eine große Menge an der Superbloom NeoNeo Stage. Die erste Annahme, der Großteil sei nur für spätere Acts wie Omar Rudberg gekommen, verflog schnell. Jassin brachte die Insel zum Mitsingen, im Takt schwingen und für Songs wie „Duftkerzen“ auch zum Tanzen. Er zeigte sich gerührt von der Menge an Menschen so früh am Festivaltag. Mit einem Mix aus hochpolitischen Tracks mit Rapeinflüssen und langsameren Liebesliedern war er der perfekte Start in den Tag.

Cat Burns

Während Jassin noch auf der NeoNeo Stage spielte, ging es im Olympiastadion direkt weiter mit der britischen Popsängerin Cat Burns. Anfang 2022 wurde sie mit ihrem Song „go“ europaweit bekannt und hat mittlerweile fast drei Millionen monatliche Spotify-Hörer:innen. Eigentlich wäre sie bereits 2023 beim Superbloom aufgetreten, musste damals aber krankheitsbedingt absagen. Umso besser, dass sie dieses Jahr dabei war, auch wenn ihre Performance im Nachhinein betrachtet nicht wirklich besonders war.

$oho Bani

Mit $oho Bani wurde das Olympiastadion von tanzfreudigen Menschen gefüllt, die das ein oder andere Moshpit starteten. Nach einem ruhigen Start am Klavier und Begleitung durch eine Gruppe an Zweit- und Drittstimmen, drehten alle für Hits wie „Zeit dass sich was dreht“ auf.

Jelly Roll

Wer am Samstag für Post Malone am Superbloom war, freute sich wahrscheinlich auch auf den Auftritt des amerikanischen Sängers und Rappers Jelly Roll. Sie sehen sich nämlich nicht nur ähnlich, machen fast die gleiche Musik und haben einen gemeinsamen Song, sondern sind auch sehr gute Freunde. Posty wurde zwar leider noch nicht auf die Bühne geholt, aber Jelly Roll überzeugte trotzdem mit seiner Show. Sehr gut kamen vor allem seine Covers von bekannten Hits an.

Aaron

Nach ein paar Songs von Jelly Roll ging es dann schnell quer durch den Olympiapark, um Aarons Auftritt nicht zu verpassen. Diesen Plan hatten wohl Viele, denn die NeoNeo Stage war bereits davor schon voll. Der weite Weg dahin hat sich aber auf jeden Fall ausgezahlt. Es gab Moshpits, einen Gastauftritt von Esther Graf und ganz viel gute Stimmung. Als Newcomer kann man den deutschen Indie-Pop-Musiker spätestens jetzt nicht mehr bezeichnen.

Omar Rudberg

Wer nicht für Aaron dort war, hat bestimmt auf Omar Rudberg gewartet. Der venezolanisch-schwedische Sänger und Schauspieler hat in ganz Europa eine riesige Fanbase. Das vor allem durch seine Hauptrolle in der Netflix-Serie „Young Royals“. Beim Superbloom bewies er mit einer coolen Tanzchoreografie und guten Live-Vocals, dass er auch ein talentierter Performer ist. Sein Auftritt war definitiv das Highlight des ersten Tages und das Publikum mitunter das lauteste.

Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys

Roy Bianco und die Abbrunzati Boys brachten das Italoschlager-Fieber ins Olympiastadion. Es wurde ausgelassen mitgegröhlt und die Bierbecher gehoben. Was nicht fehlen durfte: verteilt über die Bodenfläche des Stadions starteten die Schlagerstrudel, die jung und alt zusammen im Kreis springen ließen.

Don West

Zeitgleich spielte am anderen Ende des Olympiaparks Don West auf der NeoNeo Stage. Um ehrlich zu sein, kannte ich ihn vorher gar nicht und hätte von seinem Namen und Aussehen her eher Rap-Musik erwartet. Der Australier spezialisiert sich aber auf was ganz anderes und zwar Soul. Sein Auftritt war also eine gute Abwechslung vom eher poppigen Line-up, jedoch genauso wie bei Cat Burns nicht wirklich besonders und vielleicht einfach nicht für ein Festival geeignet.

Nelly Furtado

Weiter ging es auf der Mainstage mit einer Legende der 2000er – Nelly Furtado. Es ist völlig natürlich, dass sie jetzt nicht mehr wie damals aussieht und trotzdem wird ihr Körper oft kritisiert. Auf der Bühne zeigte sie sich aber selbstbewusster als je zuvor. So schaffte sie es fast das ganze Olympiastadion zu füllen und das Publikum bei ihren Hits „Maneater“ und „Promiscuous“ zum Tanzen zu bringen. An sich war es vielleicht nicht ihre allerbeste Performance, aber trotzdem ein Highlight des Tages.

Raye

Direkt darauf folgte noch eine wirklich starke Frau und zwar die britische Sängerin und Sonwriterin Raye. Ihre Songs „Escapism.“ und „Prada“ hat jede:r schon einmal gehört. Das zeigte sich dann auch im Publikum während ihres Auftritts. Raye überzeugte nicht nur mit ihren Liedern, sondern auch mit ihrer mega sympathischen und authentischen Art. Es gibt wenige Musiker:innen, die eine so positive Ausstrahlung auf die Bühne bringen und schon fast mehr mit den Zuseher:innen kommunizieren als zu singen.

Post Malone

Headliner des ersten Tages war dann Post Malone, wie bei vielen anderen Festivals diesen Sommer auch. Am Sziget hat er mir ja bereits nicht so gut gefallen und hier war es leider wieder ähnlich. Trotz Feuer, Nähe zum Publikum und viel Energie auf der Bühne kam seine Live-Performance wiedermal nicht so ganz an und war teilweise auch ein wenig fragwürdig. Das zeigte sich stark im Publikum, denn das Stadion war nicht ganz voll und viele gingen schon während seiner Show.

Suki Waterhouse

Das Line-up am Sonntag war deutlich beliebter, denn schon vor dem ersten Act war nach einem großen Ansturm der vorderste Bereich im Olympiastadion voll. Auch, wenn die meisten einfach für Shawn Mendes weit vorne stehen wollten, hieß das viel Publikum für Suki Waterhouse, eins meiner persönlichen Highlights. Die britische Sängerin und Schauspielerin lieferte mit Songs wie „OMG“ und „Moves“ eine perfekte Indie-Pop-Performance ab. Für das Lied „Johanna“ holte sie sogar einen Fan auf die Bühne.

Alessi Rose

Danach ging es für mich zur nächsten britischen Popmusikerin, aber dieses Mal bei der NeoNeo Stage. Der Bereich dort war sogar relativ leer, da 01099 genau zur selben Zeit auf der Mainstage spielten. Alessi Rose lies sich davon aber nicht unterkriegen und bewies mit einer perfekten Performance, dass sie die richtige Wahl war. Immerhin waren die ersten Reihen gefüllt mit treuen Fans von ihr und es wurden schon nach dem ersten Song immer mehr Zuseher:innen.

Conan Gray

Gemeinsam mit etwa 90 Prozent des Publikums von dort machte ich mich schnell wieder auf den Weg ins Olympiastadion für einen der aktuell beliebtesten Popsänger – Conan Gray. Der amerikanische Musiker und ehemalige YouTuber erreichte in nur kürzester Zeit die lauteste und textsicherste Crowd des ganzen Festivals. Egal ob mit alten Hits wie „Heather“ und „Memories“ oder Songs aus seinem neuen Album „Wishbone“. Wer seinen Auftritt nicht zu den Besten des Wochenendes zählt, hat ihn wohl nicht gesehen.

Giant Rooks

Weiter ging es mit einer ungünstigen Line-up Überschneidung: Giant Rooks spielten zur selben Zeit wie Wasia Project. Dieses Mal entschied ich mich aber für das Konzert im Olympiastadion, schließlich war es die einzige Festivalshow von Giant Rooks dieses Jahr. Die mittlerweile auch international bekannte deutsche Musikgruppe gab dafür alles. Ich kenne kaum Bands, die so viel Energie und Freude auf die Bühne und ins Publikum bringen. Wer vorher noch kein Fan von ihnen war, ist es jetzt definitiv.

Bebe Rexha

Bevor es dann endlich Zeit für Shawn war, gab es noch einen anderen Auftritt und zwar von der amerikanischen Popsängerin Bebe Rexha. Sie hat ebenfalls zahlreiche international bekannte Hits wie etwa „I’m Good (Blue)“, „In the Name of Love“ oder „I’m a Mess“. Bei diesen und ihrer generell sehr mitreißenden Show machte auch das Publikum viel mit. Währenddessen füllte sich das Stadion immer mehr, bevor es dann sogar komplett geschlossen wurde, weil es schon zu voll war.

Shawn Mendes

Dass die meisten Besucher:innen für Shawn Mendes gekommen sind, war von Anfang an klar. Manche warteten sogar Stunden vor dem Einlass und sprinteten durch das ganze Festivalgelände, um einen Platz in der ersten Reihe zu bekommen. Im Nachhinein kann ich das sogar verstehen, denn der kanadische Popsänger war wie gewohnt ein Highlight und würdiger Headliner. Seiner Stimme und seinen zahlreichen guten Songs könnte man Stunden zuhören.

Hozier

Irgendwann musste auch sein Auftritt zu Ende kommen, aber das Superbloom noch nicht. Auf der Mainstage gab es noch einen großen Programmpunkt: der irische Musiker Hozier. Auch er hatte eine sehr große Gruppe von Menschen angezogen. Das Olympiastadion war immer noch voll und die ersten Reihen waren gefüllt mit textsicheren Fans sowie ganz vielen Plakaten. Sein emotionaler Auftritt war perfekt, um das Festival langsam ausklingen zu lassen.

Ikkimel

Wer dann immer noch Energie hatte, konnte zwischen den zwei letzten Acts entscheiden: der niederländische DJ und Musikproduzent Tiësto oder die deutsche Rapperin Ikkimel. Wie sehr viele andere auch, entschied ich mich für Ikkimel, obwohl sie sogar auf der kleineren Bühne spielte. Das meiner Meinung nach absolut nicht gerechtfertigt, denn schon bevor sie startete, war alles voll. So versammelten sich auch weit entfernt von der Bühne großen Mengen, um sie zumindest live zu hören.

Fazit

Obwohl das Superbloom dieses Jahr wieder viel kritisiert wurde, war es für mich erneut ein Highlight. Natürlich könnte man bezüglich der Organisation ein paar Sachen verbessern, aber das gilt für viele andere Musik-Events auch. Außerdem punktete das Superbloom mit einem besonders gutem Line-up und weiterhin absolut fairen Preisen. Ich bin mir sicher, dass es auch 2026 wieder das beste Festival für alle Musikliebhaber:innen wird, insbesondere für die der Gen Z.

Fotos & Text: Simone Grübl, Janne Hilgenfeld

Multimedia Schülerin und Fotografin aus Linz