Viech: what else?!
Den Auftakt in die offizielle Konzertsaison der Linzer Stadtwerkstatt machten am Samstagabend zwei alte Bekannte. Viech sind wieder zurück auf den heimischen Stages – und mit Jo Strauss samt Band war ein Local Hero im Vorprogramm zu Gast. Ein, naja, sagen wir mal intimer Konzertabend.
Es ist schon ein bisschen ernüchternd zu sehen, als wir am vergangenen Samstagabend die Linzer Stadtwerkstatt betreten, um dem ersten offiziellen Konzert nach der STWST84x11 FOG MANIFESTO-Eröffnung Anfang des Monats zu lauschen. Die Stadtwerkstatt präsentiert sich an diesem Abend nämlich nicht berstend gefüllt, sondern eher schütter besucht. Verwunderlich, ist mit Jo Strauss doch ein Local Hero zu Gast, und mit Viech eine Band auf der Stage gestanden, die man sicher schon das eine oder andere Mal gehört hatte. Auch die Bar des Konzertsaales hatte ob der Besucherzahlen geschlossen, die Verköstigung musste sich der Konzertgast im Café Strom besorgen.
JO Strauss: in Linz zu Hause
Den Auftakt zum Konzert machte Jo Strauss. Ein Musiker, dessen Heimat im wahrsten Sinne des Wortes Linz ist. Oder, besser formuliert, wieder geworden ist. Nach einem Quasi-Exil in der deutschen Hauptstadt Berlin ist Jo Strauss wieder zurück in Oberösterreich. Angekommen, wie er meint. Nach Ausflügen in die Welt der Kleinkunst ist Jo Strauss samt bestens aufgelegter Band mit bekannten Linzer Gesichtern nun wieder dort angelangt, wo alles begann: bei der Musik. Das klingt musikalisch ausgefeilt, textlich aufgrund der Bandbreite seines Schaffens gewohnt breit, und Spaß hat der gute Mann auf der Stage. Ein schönes Konzert, das sich einen größeren Andrang verdient hätte.
Viech: Steuermänner mit Kaffeemaschine
Danach: Viech. Vor ebenso intimer-familiärer Kulisse im Stadtwerkstatt-Saal. Mit Vollmond ist nach längerer Schaffenspause wieder ein Album erschienen, und Tracks wie Schiebt euch eure Wettbewerbsfähigkeit in den Arsch zeugen deutlich von der politischen Komponente ihres musikalischen Schaffens. Dementsprechend kommt der Bass auch von der Sackrodl auf der Mitte der Stage. Wir müssen nochmal von vorn anfangen ist dann auch nicht nur der letzte Track der Platte, sondern auch ein bisschen das Motto der Band, die sich gerade wieder neu entdecken möchte. Klassiker wie der Steuermann dürfen natürlich auch nicht fehlen, genauso wie die Kaffeemaschine auf der Stage, die sogar ein eigenes Mikro zum Abnehmen gefunden hat. Objektiv ein sympathischer Konzertabend, wo so manche Gitarrensaite streikt, und wo beide Bands das Beste aus dem mäßigen Andrang machten. Schade – wer nicht dabei war, hat was verpasst!