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Foto: Christoph Leeb

Ahoi! Pop: zum Ende abwechslungsreich

Finale am Ahoi! Pop-Wochenende am Samstag im Posthof – ein abwechslungsreicher Abend im Zeitkulturhafen, von Psychedelic Rock bis Reggae. Samt Indie und Alternative Rock war alles dabei an diesem Konzertabend!

Genregrenzen? Egal – das dürfte sich der Posthof am vergangenen Samstagabend gedacht haben. Vier Bands, vier Genres – und zufriedene Konzertgäste, so die Kurzzusammenfassung. Aber mal der Reihe nach.

Den Auftakt machte das Psych-Garage-Rock-Duo Stone Sober. Ebenso ein Liveeurope-Gast. Wobei man sagen muss: erinnert mich persönlich auch an Bands wie Aerosmith. Klassischer und damit sehr wohlklingender Rock, der zum Headbangen einlädt und sich vor allem live gut anhört. Technisch solide und genau das, was sich Fans dieser Musik wohl auch erwarten. Das erfindet das Rad nicht neu, macht aber auch nichts falsch. Ob ein anfangs leicht gefüllter großer Posthof Saal jetzt die beste Location ist, kann man hinterfragen. Das Ganze vielleicht mal in der KAPU? Das wäre atmosphärisch besser, auch für die Headbang-Quote die durchaus höher hätte sein können.

Ein neuer Frinc ist da

Als Zweites auf der Stage: ein alter Bekannter. Flo Ritt, dieses Mal nicht mit der Folkshilfe, sondern als Frinc auf der Bühne. Und spätestens wenn man Syrix auf der Bühne sieht, weiß man, wohin die musikalische Richtung gehen wird: in den Reggae. Aufbruch heißt das neue Album, das Frinc Einfach So mal gedroppt hat, und das eine andere Seite des bekannten Musikers zeigt. On Stage scheint ihm das dann auch sehr viel Spaß zu machen, auch wenn es anfangs fast etwas befremdlich ist, Flo auf Hochdeutsch in Linz Ansagen machen zu hören. Macht aber nix – „der ruhigste Act“ des Abends macht auch so Spaß, auch wenn er aus dem restlichen Lineup dann genretechnisch ein bisschen herausgefallen war.

Blackout Problems: Alternative-Rock-URgewalt

Der für manche eigentliche Headliner kam nun auf die Bühne. Blackout Problems aus München. Persönlich durchaus gute Freunde, dessen erster Linz Gig vor genau zehn Jahren im Rahmen des Regio Bash Festival in der Stadtwerkstatt Linz stattfand. Auch ein Interview konnten wir unter anderem zu diesem Thema an diesem Abend führen. In Bälde hier auf subtext zu lesen. Mitgebracht auf diesen Linz-Gig haben sie ihr hervorragendes neues Album Riot, welches letztes Jahr erschienen ist. So wie auf dieser Platte haben sie auch an diesem Abend abgeliefert. Das war live technisch sicher die beste Performance an diesem Abend. Wild, energisch und das Publikum mitnehmend gab es eine fulminante Präsentation dieses Albums, gemischt mit alten Scheiben wie Space und einiges aus dem Riot Album. Mehrfache Ausflüge von Sänger Mario Radetzky ins Publikum. Dazu eine Modenschau und viel bling bling. Ein Abriss, wie er sein soll. Rundum hervorragend, nichts auszusetzen.

sharktank: Grande Finale

Wenn da nicht noch ein Act gewesen wäre, der das Ahoi! Pop-Novemberwochenende dann beendet hat. Sharktank sind das next big thing aus Österreich im Indie-Bereich. Das kann man durchaus so plakativ sagen – denn Songs wie Washed Up, Bad Energy und For Myself aus dem 2021er-Debut Get it done sind aus keiner Indie-Playlist mehr wegzudenken. 3 heißt das aktuelle Album, das nicht minder tanzbar ist. Indie für die internationalen Stages gedacht, die bestimmt bald viel größer werden als die Posthof-Bühne. Macht Spaß, ein würdiger Abschluss einer bunten Musikwoche im Posthof. Eine abwechslungsreiche Ahoi! Pop-Reise, die neben Altbekanntem auch neue Facetten entdecken ließ. Gerne wieder!

Musikliebhaber, Festivalreisender, Konzertsüchtig, Vinylnerd, Photograph, Konzertveranstalter, Linz-Liebhaber