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Foto: Ingo Pertramer

Kreisky: endgültig unsterblich?

Adieu Unsterblichkeit – die österreichsichen Rock-Veteranen Kreisky legen 2025 ein neues Album nach. Eines, das Kreisky wieder etwas düsterer werden lässt, sich aber nahtlos in die Discografie einer der immer noch interessantesten Bands des Landes einfügt.

Kreisky. Eine Band, die seit 2005 den heimischen Musikkosmos nicht nur bereichert, sondern zumindest zu einem Teil auch mit geprägt hat. 2025 erschien mit Adieu Unsterblichkeit ein neues Album, das nach Pop-affinen Platten wie Blitz oder der bunten Atlantis wieder eine bekannte Facette von Kreisky beleuchtet. Eine, die Fans lieben gelernt haben und die die rockigeren Kreisky wieder in den Vordergrund rückt. Ende November gibts auch die dazugehörige Tour, Bassist Lelo Brossmann und Front-Rampenmann Franz Adrian Wenzl haben wir vorab dazu in Wien zum Interview besucht.

subtext.at: Im letzten Interview zu Atlantis hast du, Lelo, als letzten Satz gesagt, dass Kreisky mittlerweile „die schönste Freizeit sei, die man sich vorstellen kann“. Würdest du das 2025, vier Jahre später, auch noch so sehen?

Lelo Brossmann: (lacht). Es ist nach wie vor eine gute Zeit mit guten Freunden, ja. Wo man Dinge machen kann, die einem auch taugen. Und je älter ich werde, desto mehr lerne ich das natürlich auch zu schätzen. Nicht nur, weil man sich immer noch gut versteht, sondern weil man auch gemeinsam an einem Strang zieht und jeder nach seinen Möglichkeiten versucht, mitzuarbeiten und die Band voranzubringen.

subtext.at: Seit Atlantis sind jetzt dennoch vier Jahre vergangen. Ist es für euch auch Luxus, vier Jahre mal keine Platte zu veröffentlichen, sondern euch darauf zu konzentrieren, nach einiger Zeit wieder „einfach“ ein Album zu veröffentlichen?

Lelo Brossmann: Es könnte schon schneller gehen für unseren Geschmack.
Franz Wenzl: Wir haben ja auch einen Soundtrack für den Tatort gemacht in der Zwischenzeit und auch ein Theaterstück. Gerade dieses Theaterstück war auch sehr anstrengend. Das war schon zwei Jahre sehr intensiv – aber man lernt auch sehr viel. Vor allem im Theater, weil noch mehr in einer Band in kürzester Zeit jeder seinen Part erledigen muss. Man muss schauen, dass man auf der Stage fit ist, um die Anderen nicht mit runter zu reißen. Und außerdem sinds ja schon fast fünf Jahre, Atlantis ist coronabedingt ja schon verschoben worden auch (schmunzelt). Überrascht mich grade sogar ein bisschen, dass das so lange war.

Lelo Brossmann: Aber weil du grade das Theater angesprochen hast – das ist dann auch für das „Kernthema“ Band wieder unmittelbar befruchtend. Einerseits haben wir durch die Theaterarbeit auch mal mit echten Profimusikern zusammenarbeiten können, was für uns auch neu war. Andererseits auch der Tatort-Soundtrack, wo die Arbeitsweise dann wieder komplett anders war und uns auch ein bisschen auf das neue Album abgefärbt hat.

subtext.at: Weiter mal zur Kreisky’schen Kernkompetenz, dem Album. Der letzte Song der Platte, Was ist das für eine Welt, ist Teil des angesprochenen Tatort-Soundtracks. Plakativ gefragt: wo seht ihr euch als Kreisky in der musikalischen Welt des Jahres 2025?

Franz Wenzl: Als Solitär (lacht). Es ist natürlich auch alters- und karrierebedingt. Das kann man natürlich negativ auslegen, aber wir schauen nicht wirklich nach links oder rechts glaube ich. Wir kennen unser musikalisches Vokabular und den Sound, den wir haben. Da ist auch Qualität drinnen, worauf man aufbauen kann, um interessant zu bleiben. Das ist uns lieber mit diesem „Werk“ zu arbeiten, als etwa einem jüngeren Publikum verkrampft gefallen zu wollen. So würde ich uns verorten.

subtext.at: Ist das auch ein Luxus, als Kreisky 20 Jahre Alben veröffentlicht und musikalische Schritte gesetzt zu haben, und nicht jedem gefallen zu müssen oder vielleicht auch nicht zu wollen?

Lelo Brossmann: Zumindest gibt es noch genügend Leute, die zu Konzerten kommen oder unsere Platten kaufen. Und uns damit natürlich ermöglichen, das Werk am Laufen zu halten. Wenn man überhaupt niemanden erreichen würde, würde es schwierig. Alben produzieren kostet halt immer noch Geld, und wenn man das nicht mehr hereinspielen würde, müsste man das sicher schon mal aus rein wirtschaftlichen Gründen irgendwann aufgeben. Also insofern ist es natürlich ein Luxus, dass es für unsere Musik auch heute noch ein Publikum gibt. Und wir nie das Gefühl haben, dass wir uns verbiegen müssten.
Franz Wenzl: Weniger denn je verbiegen müssen, ja.

Adieu Unsterblichkeit: eine Rock-Platte

subtext.at: Bleiben wir gleich mal beim neuen Album Adieu Unsterblichkeit. Im Begleittext dazu heißt es das Album sei „in diesem Falle eine Reise ins Herz der Finsternis und wenn man so will kathartische Musik zur verschissenen Zeit“. Seid ihr in den letzten Jahren pessimistischer geworden?

Franz Wenzl: Weiß ich jetzt nicht. Es kommt immer darauf an, wovon man zur jeweiligen Zeit beeinflusst wird in der Welt. Das ist aktuell sicher viel Schwieriges und auch sicher in der Platte enthalten. Es war aber auch so, dass die letzte Platte sehr positiv (Atlantis, Anm.) und die Platte davor (Blitz, Anm.) sehr poppig angehaucht war vom Sound her. Bei Atlantis auch etwas jugendlich-naiv. Dass man da dann wieder mal eine andere Richtung einschlägt, ist auch logisch. „Finster“ können wir ja, das waren unsere ersten Platten ja ebenfalls. Das war ja einer unserer Unique Selling Points (schmunzelt dabei), dass wir laut und etwas böser sind. Da haben wir eine Zeit lang mit Alben dagegen gearbeitet (lacht). Und jetzt schauen wir, textlich gesehen, was an „bösem“ Rock eigentlich drinnen ist bei uns. Es ist ja auch eine dezidierte Rock-Platte, muss man sagen. Das waren die letzten sicher nicht ganz so.

Lelo Brossmann: Wir machen Musik ja in erster Linie wirklich für uns selbst, muss man sagen. Uns soll ja auch nicht fad werden, darum schauen wir von Album zu Album, dass wir uns nicht wiederholen. Sondern versucht, auch wieder neue Welten zu erkunden – unsere ist eh nicht so ausufernd, aber andere Nuancen wollen wir schon entdecken.

subtext.at: Stichwort „verschissene Zeit“ – schaut man nach draußen, würde man wohl viele Dinge sehen, die beeinflussen könnten. Was waren die Themen bei Adieu Unsterblichkeit, die die Platte für euch so klingen lassen, wie sie klingt. Wollet ihr einfach wieder eine Rock-Platte machen, oder waren da spezielle Punkte dabei, die für euch Ankerpunkte waren?

Franz Wenzl: Wir arbeiten ja eigentlich experimentiell zusammen im Proberaum. Dann schauen wir, was so passiert – das gilt auch für die Texte, welche verwendet werden. Diesen großen „Vorsatz“ gab es jetzt nicht, aber bei mir war der Gusto auf eine Rock-Platte schon wieder da. Gerade, weil wir auch Theater- und Filmmusik machten. Das Lautsein und auf der Bühne etwas darstellen war schon treibend dahinter.

Über Diskurs und spaß am Musikmachen

subtext.at: Also wieder ein bisschen zurück zu den „Kreisky von früher“?

Franz Wenzl: Ja schon, aber nicht in dem Sinne, das etwas Anderes nicht funktioniert hätte. Es war wieder Zeit, sich diese Art von Musik wieder anzusehen – und sie ist ja auch anders als unsere ersten drei Platten.

Lelo Brossmann: Im Endeffekt reden wir viel drüber, aber jeder bringt natürlich seine eigenen Sachen ein. Auf Adieu Unsterblichkeit passiert und basiert sehr viel Groove und damit auf Bass und Schlagzeug, und da haben wir schon geschaut, dass sich Dinge nicht wiederholen. Sondern auch diffizieler sind, ein bisschen tighter. Jede Platte hat da wohl für jeden einen anderen Zugang – der Klaus (Schlagzeuger Klaus Mitter, Anm. d. Red.) denkt da vielleicht anders. Aber im Endeffekt entsteht es erst, wenn wir in der Probe zusammenspielen und wir uns auf Dinge einigen. In diesem Fall wars so, dass wir die Stücke über einen relativ langen Zeitraum gesammelt haben. Am Anfang hatten wir mal drei Songs – Ein fertiges Leben, Pedale, Nachtstück. Aus diesem Kern hat sich dann erst der Rest ergeben.

subtext.at: Bei der Anreise zu diesem Interview habe ich mir Adieu Unsterblichkeit nochmals in einem Durchlauf angehört. Am meisten im Gedächtnis wäre mir aktuell Geh mir aus der Sonne geblieben, für mich der fast direkteste Song der Platte. Was war der Hintergedanke zu diesem Song, der nicht zu diesem Grundgerüst der erwähnten drei Songs war?

Franz Wenzl: (überlegt) Für mich ist der Song fast ein Wunsch nach Klarheit, dass man das macht, was man machen will. Und seinen Frieden hat. Was nicht immer geht, natürlich. Außerdem hat es mich gereizt, über Gott als Ideal zu singen. Weil im deutschen Pop ja kaum über Gott gesungen wird – und das hat mich als Ex-Ministrant natürlich gleich extra gereizt.
Lelo Brossmann: Ich finde es ja insofern lustig, dass es am Schluss fast in ein indisch angehauchtes Gottbild kippt (lacht).
Franz Wenzl: Fast schon collagenartig – wie wir schon „traumhaft“ arbeiten. Also in dem Sinne einer Traumlogik, dass Sachen zusammenkommen, die eigentlich nicht zusammengehören. Und dann doch zusammenpassen. Dieser Aspekt taugt mir auch.

subtext.at: Wenn wir schon bei Gott sind: im Begleittext zu Adieu Unsterblichkeit heißt es weiters, dass „Kreisky dem säkularisierten Musikfreund die Sonntagsmesse ersetzen“. Seht ihr auch da quasi als „Preacher“ zu eurer versammelten Kreisky-Gemeinde auf der Bühne?

Franz Wenzl: „Preacher“ ist insofern ein bisschen schwierig, als da immer der erhobene Zeigefinger dabei wäre. Das vermeide ich immer total. Bei uns sind Texte immer eher wage und introspektiv. Aber klar, auf der Bühne sind wir sehr expressiv, so würde ich das schon sehen. Als große Show – aber das ist die Kirche auch. Zu einem gewissen Grad sehe ich uns aber schon auch als Show-Band. Ich habe schon eine große Liebe zu allem, was sich effektvoll präsentiert. Bei uns auf der Bühne ja auch vorhanden, von Anzüge bis zu den Bewegungen auf der Bühne.

subtext.at: Also eine Prozession?

Lelo Brossmann: Bei diesem kirchlichen Bild würde mir fast die ironische Komponente dazu fehlen, das schließt sich irgendwo ja aus bei uns. Bei uns ist die Wichtigkeit, die wir auf der Bühne zelebrieren, auch ironisch gemeint klarerweise.

subtext.at: Über Atlantis habt ihr damals gesagt, dass es eine sehr runde Platte gewesen sei. Gerade was Sounds, Arrangements und Herangehensweise betroffen hat. War das bei Adieu Unsterblichkeit ähnlich, besser, anders?

Franz Wenzl: Anders wahrscheinlich, wobei ich mit Atlantis immer noch sehr zufrieden bin.
Lelo Brosmann: Adieu Unsterblichkeit hat andere Qualitäten wohl.

subtext.at: Welche?

Lelo Brossmann: Wenn Atlantis rund und zugänglich ist, dann streckt Adieu Unsterblichkeit seine „bösen“ Finger ein bisschen mehr aus. Es ist vielschichtiger, auch, glaube ich, nicht nur von Song zu Song gesehen. Auch in den Songs selber passiert sehr viel, etwa im Titeltrack selber oder in Pedale. Oder auch Tracks wie Geh mir aus der Sonne, die sich im Stück in etwas anderes wandeln. Das ist, finde ich, schon etwas Neues.

subtext.at: Also habt ihr euch musikalisch vielleicht auch wieder etwas mehr „getraut“?

Franz Wenzl: Mehr im Sinne von „brachialer“ vielleicht. Blitz waren ja bewusst einfachere Songs etwa.
Lelo Brossmann: Bei Blitz war es ja auch der Zugang, in möglichst knapper Zeit fertige Songs zu schaffen. Bei Atlantis war es eher noch so, bei Adieu Unsterblichkeit haben wir sicher mehr Zeit und damit auch vielleicht mehr „Liebe“ in jedes einzelne Stück gesteckt. Um jedes Stück noch mehr auszuarbeiten.

subtext.at: Ein Freund von mir hat über Kreisky gesagt „ah, das ist ja diese intellektuelle Wiener Band mit den argen Gitarrenarrangements“. Provokant gefragt: seht ihr euch überhaupt als intellektuelle Band?

Lelo Brossmann: Nein, nicht wirklich.
Franz Wenzl: Arge Gitarrenarrangements, geil (lacht). Wir werden natürlich viel über Texte rezipiert, da kommt dieses Attribut natürlich recht schnell. Aber eigentlich sind wir eh solche Blödhansln (lacht).

subtext.at: Worauf ich eigentlich hinauswollte: textlich geht es bei euch doch immer sehr viel über Diskurs, egal ob im Pop wie bei Blitz oder in „verschränkteren“ Platten. Hat sich dieser Diskurs in eurer Zusammenstellung und Herangehensweise als Band in den letzten Jahren verändert, oder sind ihr immer noch dieselben Kreisky geblieben?

Franz Wenzl: Ich sehe uns ja gar nicht als Diskursband, da müsste man ja zum Diskurs immer etwas beisteuern. Ich muss nicht immer diskutieren. Ich sehe uns eher literarisch – man kann uns eher als Buch wahrnehmen, jeder für sich. Intellektuell sehe ich uns auch nicht, eher altersgemäß. Eine Band aus Mitt- bis Endvierzigern, die sich viel mit Musik beschäftigt und die nicht unterfordert werden will. Und keine Songs schreiben mag, die man schon tausendmal gehört hat und nach eineinhalb Minuten nichts mehr passiert. Und das nicht nur Versatzstücke sind. Es soll fordernd sein, auch in der Kommunikation zum Publikum.

Lelo Brossmann: Es soll uns selber fordern. Wenn Stücke entstehen, muss es zuallererst mal uns selbst abholen. Da denkt man noch nicht an das Außen an diesem Zeitpunkt, sondern nur an uns. Wenn ich etwa eine Bassline spiele, ob das Klaus oder Franz auch gefällt. Dann feedbacken wir uns und handelt sich dann weiter. Wenn es uns vier dann gefällt, dann hoffentlich im weiteren Verlauf auch noch Anderen. Aber beim musikalischen Entstehungsprozess spielt das Außen für uns überhaupt keine Rolle. Bei den Texten vielleicht noch eher.

Franz Wenzl: Auch sehr wenig, eigentlich. Das solle gutes Songhandwerk sein – ich sehe uns da schon als Manufaktur. Wir können halt das, was wir können. Wir machen es so, wie es uns selbst gefällt – wir hätten sicher Möglichkeiten, anders zu texten und zu singen. Dass ich so schreie, hängt halt damit zusammen, dass alles so laut ist. Und weil alles so laut ist, brauche ich Texte, die es glaubwürdig machen, so zu schreien (lacht).
Lelo Brossmann: Wir spielen so laut, damit wir dich nicht schreien hören (lacht).

Live-Konzerte als bestes Marketing

subtext.at: Kurz noch zu einem anfangs schon angesprochenen Thema – so eine Platte finanziert sich ja nicht von alleine. Ein Kreisky-Ticket kostet um die 25-30 Euro. Konzerttickets werden tendenziell immer teurer, auch inflationsbereinigt. Seht ihr als kleine bis mittlere, auch etablierte Band, die Gefahr, sich wegökonomisieren?

Lelo Brossmann: Diese Problematik sehe ich vor allem als Konsument. Als Band haben wir da sogar manchmal wenig Einfluss darauf. Aber im Endeffekt betrifft das alle Konzerte – der Grund ist halt immer mehr, dass man mit Musikverkäufen fast nichts mehr verdient. Und alle Bands deswegen live das Meiste verdienen wollen, klarerweise. Dadurch ist das halt entstanden, dass Tickets teurer werden. Und darum gibt es heute fast kein niedrigpreisiges Konzert mehr, weil man das auch als Veranstalter nicht machen kann. Dass kleine Bands da Schaden nehmen, ja. Ist aber auch dem geschuldet, dass man halt nur noch live Geld verdienen kann und so oft wie möglich auf Tour ist.

subtext.at: Das seid ihr ja beispielsweise gar nicht – ihr tourt acht Konzerte zum neuen Album, das werden schon noch mehr werden. Aber andauernd touren und Festivalsommer spielt es bei euch ja nicht, oder?

Lelo Brossmann: Es ist auch für uns schon schwierig, Leute zu Live-Konzerten zu bewegen. Weil es eine solch massive Übersättigung an Liveangebot gibt. Und weil dauernd alle touren, teilweise alte Bands Reunions feiern, weil sich nur noch so Geld verdienen lässt.

subtext.at: Wie geht sich das für euch dann aus?

Franz Wenzl: Wir verdienen eh wenig, aber wir zahlen nicht drauf.
Lelo Brossmann: Wir machen eine Platte, tourt 10-15 Konzerte und schauen halt, dass man da rundherum so gut als möglich Platten verkauft, um die nächste zu finanzieren. So läuft es halt auch bei uns.

subtext.at: Auch als „etablierte“ Band wie Kreisky würde es sich also nicht ausgehen, ausschließlich Kreisky zu machen?

Franz Wenzl: Nein. Nicht mal mit einem niedrigen Lebensstandard.
Lelo Brossmann: Wir machen bei den Platten schon viele Spielereien, etwa 180g-Vinyl oder Glanzlack am Cover. Das ginge sicher günstiger, wenn wir wollten. Man könnte auch auf CDs verzichten. Aber davon leben sehe ich bei unserer Musik nicht.

Franz Wenzl: Mehr spielen wollen wir aber natürlich, klar. Aber was ich mir schon immer denke, auch wenn ich mir Marketingstrategien oder Social-Media-Kanäle anschauen, was wir natürlich auch zu einem gewissen grad machen: das Live-Spielen ist das, was am meisten Spaß macht. Immer noch.
Lelo Brossmann: Im Gegensatz zu allen anderen Marketing-Maßnahmen macht das halt viel Spaß, ja.
Franz Wenzl: Und wenn man live spielt, braucht man nicht mehr proben. Das spart man sich dann ja auch (lacht). Und tatsächlich spielen wir etwa dann in Pettenbach vor etwa 150 Leuten, denen es taugt. Und das ist dann schon der Way to Go, live zu spielen und gleichzeitig auch damit Marketing zu machen. Man bringt dabei Platten unter die Leute – und das ist immer noch was anderes, als es als Stream zu hören.

subtext.at: Es ist also mühsamer, die ganzen Begleit-Themen zu Livekonzerten mit machen zu müssen. Wenn ihr an die Kreisky-Anfangszeiten zurückdenkt: ist es das für euch immer noch wert, auch wenn es vielleicht um Einiges mühsamer geworden ist?

Franz Wenzl: Ja, total. In der Phase der Fertigstellung zum Album gibt es dann viele Dinge, die einfach dazugehören udn Arbeit sind. Aber im Studio zu sein und live zu spielen ist immer noch extrem schöne Sachen.
Lelo Brossmann: Und was Selbstvermarktung betrifft, machen wir eh nur die notwendigsten Sachen (lacht). Gerade auch im Gegensatz zu jüngeren Artists vielleicht, die jeden Tag Insta-Storys und mehr raushauen. Das ist uns fern.
Franz Wenzl: Und würde auch nicht zu uns passen. Man sollte eher auf seine Stärken vertrauen und diese ausspielen, als die ganze Zeit Schwächen ausmerzen zu wollen.

subtext.at: Was sind die Stärken, die Kreisky für euch ausmachen?
Franz Wenzl:
Live spielen, präsent sein, interessante Dinge machen. Und die mit einem Publikum zu kommunzieren. Das schätze ich bei Bands – das muss einem nicht gefallen, aber mir gefällt es, wenn man etwas nicht einfach nebenbei hören kann.

subtext.at: Nebenbei hören würde bei Kreisky sicher nicht funktionieren, das nehme ich als Schlusswort für das Interview. Danke für das Gespräch!

Kreisky – Adieu Unsterblichkeit

VÖ: 17.10.2025, Vinyl / CD / Wohnzimmer Records

26.11.2025 – Wien, WUK
27.11.2025 – Graz, Orpheum
28.11.2025 – Salzburg, ARGE
29.11.2025 – Linz, Stadtwerkstatt
17.12.2025 – Innsbruck, Treibhaus
18.12.2025 – Dornbirn, Spielboden
19.12.2025 – Ebensee, Kino Ebensee
20.12.2025 – Steyr, Roeda

Support an allen Dates: Scarabeusdream

Mehr Infos hier: www.kreisky.net

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockey- und Fußballfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.