Foto: Verein Marco Frank

Das Bildnis der Madonna: 100 Jahre im Dornröschenschlaf

100 Jahre nicht erklungen: die Oper Das Bildnis der Madonna von Marco Frank. Ein gleichnamiger Verein erweckt am 9.11. das Werk in Wien wieder zum Leben.

Mit seinen Institutionen, die als Wahrzeichen der Stadt gelten und ein Programm zwischen Tradition und Moderne präsentieren. Mit seinen Musiker:innen, die Ehrengräber, Auszeichnungen und unterschiedliches Gehalt und Gehör bekommen. Zwischen der Förderung junger Musiker:innen und dem Gedenken an verstorbene Persönlichkeiten und deren Werke, zwischen Budgetvorgaben, Vereinsstatuten, Förderstellen und strategischer Ausrichtung bewegen sich Menschen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen aus vielerlei Gründen. So der Gedanke hinter dem Verein Marco Frank.

Verein Marco Frank

Ronen Nissan und Dr. Petra Greiler-Weiss haben zum Beispiel den Verein Marco Frank gegründet. Und erwecken die Oper Das Bildnis der Madonna nach 100 Jahren aus dem Dornröschenschlaf. Am 9. November 2025 um 18 Uhr gibt der Pfarrsaal der Pfarre St. Leopold am Alexander Posch Platz in Wien den Rahmen für die Aufführung. Weil ich wissen wollte, warum er das macht und wer Marco Frank war, habe ich mich mit dem Komponisten unterhalten, der den Verein betreibt.

subtext.at: Wie seid ihr auf den Komponisten und speziell diese Oper gekommen?
Ronen Nissan:
Durch die Präsentation eines Buches über die wegen des Anschlusses vertriebenen jüdischen Künstler in der Wiener Volksoper (Anm d. Red.: Das Buch heißt „Ihre Dienste werden nicht mehr benötigt“. Es diente als Vorlage für die Produktion von „Lass uns Die Welt vergessen – Volksoper 1938“ im Jahr 2023). Die Oper Das Bildnis der Madonna zum einen, weil genau vor 100 Jahren diese Oper Premiere in der Wiener Staatsoper hatte, zum anderen, weil sie die kleinste Besetzung hat und kurz ist und daher am leichtesten umzusetzen ist.

subtext.at: Und warum ist euch das Andenken an ihn wichtig?
Ronen Nissan: Weil seine Musik sehr berührend und genial geschrieben ist! Und auch, weil er ein wichtiger, zu seiner Zeit sehr anerkannter Komponist war. Und seine Opern in den großen Häusern aufgeführt wurden. Er erhielt zu seinen Lebzeiten zahlreiche Auszeichnungen, war unter anderem mit Richard Strauss befreundet. Die Stadt Wien widmete ihm ein Ehrengrab, dennoch sind er und seine Musik nach seinem Tod in totale Vergessenheit geraten. Das ist doch sehr schade! Uns ist es ein Anliegen, ihn in der österreichischen Musikgeschichte zu positionieren.

subtext.at: Seit wann gibt es den Verein und gibt es fördernde Mitglieder?
Ronen Nissan:
Der Verein besteht erst seit 2024 und leider haben wir noch keine fördernden Mitglieder. Wir würden uns aber sehr darüber freuen.

subtext.at: Was ist euch für die Zukunft wichtig?
Ronen Nissan:
Diese Oper komplett mit Orchesterbegleitung an einem geeigneten renommierten Ort zur Aufführung zu bringen. Und weitere Werke, speziell seine beiden anderen Opern, auf die Spielpläne Wiens zu bringen. Das ist unser Traum.

subtext.at: Gibt es Wünsche, wenn jemand den Artikel lesen sollte, der wissenschaftlich oder antiquarisch tätig ist?
Ronen Nissan: Wer etwas über Marco Frank (Markus Fränkl) findet, möge bitte mit uns Kontakt aufnehmen.

Weitere Informationen finden sich unter www.ronennissan.com


Das Bildnis der Madonna

Oper in zwei Akten von Marco Frank

Sonntag, 9. November 2025, 18 Uhr

Pfarrsaal der Kirche St. Leopold
Alexander-Poch-Platz 6
1020 Wien
pfarrverband-taborstrasse.at

Freiwillige Spende

1983 * Bad Reichenhall (D) 1987 Ballett 1996 Klassischer Gesang 2009 Blues, Jazz, Übersetzung in Wiener Dialekt 2011 extreme Vocals, Lesungen eigener Texte 2013 Gesangslehrerin (inkl. Elemente aus der Klangschalenmassage nach Peter Hess) 2014 Ausstellungen eigener haptisch erlebbarer Texte (Bilder, Installationen), Performances (dramaturgische Gestaltung aus Tanz, Gesang, Sprache und Klangschalen) Aufnahme in „Verein Kunstschaffen“, Videointerviews, Reviews, Gasthost Radio 2015 Kunstreise New York, Montreal, Medellin, Joshua Tree, Jurymitglied Finale Musikwettbewerb „Metalchamp“ 2016 „only words?“ biografischer Kurzfilm (Florian Ebenberger) und Buch 2016 Aufnahme in „IG Bildende Kunst“, „Literar Mechana“ „Künstlerhaus Vereinigung“, „Bildrecht“ 2018 Bereichskoordinatorin für Crossover „Künstlerhaus Vereinigung“ 2019 Förderung der Stadt Wien für die Ausstellungsserie 2020 Arbeitsstipendium der Stadt Wien MA7 2021 Buch „Ein Kamel geht spazier'n"