dartagnan posthof linz
Foto: Christoph Leeb

dArtagnan: von Musketieren und Freiheit

Es wird schon fast zur Tradition im Advent: ein Gastspiel der Nürnberger Musketier-Rocker dArtagnan im Posthof Linz. Verganenen Samstag wurde einmal mehr deutlich, dass die Band ihr Herzblut noch nicht verloren hat.

Samstagabend, Posthof Linz. Eindeutig gekleidet der Unterschied: geht man zu einem dArtagnan-Konzert, oder doch lieber zum Theatersport? Nun, knapp 1000 Leute waren dem Ruf der Nürnberger Musketiere gefolgt und fanden sich im großen Saal des Zeitkulturhafens ein.

Und all jene, die sich schon zu früher Uhrzeit im Saal eingefunden hatten, wurden mit einem Supportact der besseren Sorte belohnt. Die kroatischen Abrissbirnen-Titanen von Manntra starteten nämlich quasi überpünktlich um 19:45 in den Konzertabend. Nunja, was soll man sagen. Das macht Spaß, Tracks wie Ori Ori und Slave gehen ins Ohr und die ersten Unholy Waters alias Biere wurden schon in die durstigen Kehlen gegossen. Übrigens: am 20.03. in der Szene Wien gibt es Manntra dann auch als Headliner. Kann man sich schon mal in den Kalender eintragen, wie wir finden.

dArtagnan: Der Ruf der Freiheit wird auch 2025 noch erhört

Nach verhältnismäßig kurzer Umbaupause startete dann auch der Mainact des Abends. Wie im Jahr zuvor ist die aktuellste Platte Herzblut Kernstück des knapp zweistündigen Sets. Ben Metzner, Gustavo Strauss (samt Geigenloop zum Ende des Sets hin), Tim Bernard und Co wissen dabei, wie man das Publikum unterhält. Lange dauert es auch nicht, bis gleich am Anfang mit Ruf der Freiheit die musikalische Reise beginnt. Und die Motivation in der Crowd zu steigen beginnt.

Es ist, wie bei dArtagnan üblich, kein klassisches Konzert. Hier wird gefeiert, hier wird zelebriert. Egal ob bei Feste Feiern, Klingen Kreuzen, Farewell oder anderen Klassikern – textsicheres, enthusiasmiertes Publikum im Konzertsaal. Dem kumpelhaften Trinken wird natürlich auch gehuldigt, on stage bei Trink Mein Freund oder bei Was wollen wir Trinken mit Ben in der Crowd abfeiernd. Zum Ende hin wird bei Westwind natürlich auch wieder kräftig gerudert, ehe sich die Mosqueteros fürs Erste von der Bühne verabschieden.

Bei der Zugabe wird dArtagnan-typisch nach C’est la vie wieder auf andere Musiker zurückgegriffen. Dem viel zu früh von uns gegangenen Hey Brother-Erfinder Avicii wird ebenso gehuldigt wie Gigi d’Agostino bei The Riddle, ehe die Konzertmeute in die kalte Linzer Winternacht entlassen wird. Nun, was soll man zu dArtagnan sagen? Textlich nicht immer das komplizierteste, musikalisch aber immer auf der Höhe. Mit vielen Klischees des Mittelalter-Rocks wird geschickt gespielt, um das Genre einem breite(rem) Publikum zugänglich zu machen. Objektiv gesehen ist das aber ein sehr tanzbares Folk-Rock-Spektakel, was Ben Metzner und Co da veranstalten. Das macht Spaß, verbindet und ist das Eintrittsgeld allemal wert. Bis zum nächsten Mal!

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockey- und Fußballfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.