Kreisky STWST linz
Foto: Christoph Leeb

Kreisky: Unsterbliche Veteranen?

Adieu Unsterblichkeit – die österreichischen Rock-Veteranen Kreisky präsentierten ihr aktuelles Album am Samstag in der ausverkauften Stadtwerkstatt. Support kam von Scarabeusdream.

Samstagabend, Stadtwerkstatt. Sold Out – bereits im Vorverkauf. Kein Wunder, stand mit Kreisky doch eines der heimischen Alternative-Aushängeschilder samt neuem Album auf der Bühne. Adieu Unsterblichkeit heißt das und schlägt wieder rockigere Töne an, wie uns Kreisky im ausführlichen Interview verraten haben. Man hätte sicher auch eine größere Location als die Linzer Stadtwerkstatt füllen können – aber so kamen zumindest all jene, die ein Ticket ergattern konnten, in den Genuss einer schweißtreibenden Show.

Support hatten Kreisky an diesem Abend ebenso eingepackt. Scarabeusdream hieß der – und sollte es eine Band geben, die man in absolut keine Schublade stecken kann, dann ist das diese. Das Duo vermischt instrumentale Parts mit Hardcore-Elementen, reduziert zwischendurch, nur um danach wieder auszubrechen. Es wundert nicht, warum gerade Scarabeusdream als Kreisky-Vorprogramm fungierten. Das macht Spaß, ist manchem Besucher vielleicht ein bisschen zu extrem, ist aber eine Band, die maximal unkonventionell ist. Und alleine deshalb weitere Abstecher wert ist!

Kreisky: gewohnt gut

Nun, wie man Livekonzerte spielt, das muss man Franz Wenzl und Co sicher nicht mehr sagen. Kreisky haben sich seit zwei Jahrzehnten in die musikalischen Herzen der heimischen Alternative-Landschaft gespielt. Mit dem neuen Album Adieu Unsterblichkeit betreten Kreisky wieder rockigere Gewässer – ein Gewand, das der Band steht. Klarerweise liegt der Fokus der knapp eineinhalb Stunden auch auf dem neuen Album, wo Tracks wie Geh mir aus der Sonne, Fressen und Die Pedale dann herausragen.

Freuen darf sich das Publikum aber auch über beliebte Kreisky-Klassiker wie Vandalen, Scheisse, Schauspieler, Wenn Einer Sagt, oder als letzte Zugabe, Dow Jones. Dazu eine gewohnt opulente Bühnenpräsenz, eine zum Ende hin fast noch zunehmenden Lautstärke, und nach dem Abend die Gewissheit, dass man bei Kreisky live wirklich niemals enttäuscht wird. Selbst ein kurzer Publikumsausflug ist für Franz Wenzl drin – gar nicht so leicht, wenn die Zahl der leeren Quadratmeter in der Stadtwerkstatt gegen null tendiert hat. Kreisky ist eine Live-Urgewalt, der man auch 2025 noch gerne zuhört. Oder vielleicht lieber zuhört denn je!

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockey- und Fußballfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.