Madeline Juno: gelungene Pop-Anomalie
Pop-Konzert am Dienstag: die Baden-Württembergische Künstlerin Madeline Juno gastierte im Rahmen ihrer Anomalie Pt.1-Tour im Posthof Linz. Support kam aus der Schweiz: Joya Marleen.
Ein Pop-Konzert, wie man es sich unter der Woche wünschen würde. So könnte man das Gastspiel von Madeline Juno am vergangenen Dienstag im Posthof Linz mit einem Satz beschreiben. Denn der Auftritt im Rahmen der Anomalie Pt.1-Tour hatte alles zu bieten, was ein gelungenes Pop-Konzert ausmacht.
Unter anderem einen Support, der den Slot vor Madeline Juno auszunützen vermochte. Aus St. Gallen war Joya Marleen angereist. Eine halbstündige Solo-Show war alles, was sie mit im Gepäck hatte. Klingt medioker? Mitnichten. Denn die junge Dame hat nicht nur eine gewaltige Stimme, sondern auch was zu sagen. Gerade dann, wenn es um Themen wie Bodyshaming geht. Das ganze verpackt in einen ironisch-kritischen neuen Song namens Diet. Und seien wir uns ehrlich: wer Big in Japan von Alphaville und Chapell Roans Pink Pony Club unter einen musikalischen Hut bringt, hat Einiges richtig gemacht. Gerne wieder, gerne vielleicht im Rahmen eines reinen Singer/Songwriter-Konzertes?
Gekommen waren die gut 400 Leute dann aber natürlich wegen Madeline Juno. Die Künstlerin aus Baden-Württemberg ließ samt Band dann auch nichts vermissen, was man an einem Pop-Konzert vermissen könnte. Beginnend am FOH, wo sie die erste Nummer Mediocre performt, hat sie dann auch on stage das Publikum stets im Griff. Die Setlist? Eine lange, ausgewogene, mit Ausreißern wie Reservetank, Schlimmster Mensch der Welt, oder Nicht ich. Elektronische Ausflüge beim tourtitelgebenden Anomalie etwa gibt es genauso wie zwei Acoustic-Nummern im Anschluss. Grund Genug, November, Tu was du willst und natürlich 99 Probleme und Wärst du mir nie passiert dürfen auch nicht fehlen. Genausowenig wie launige Zwischenansagen natürlich. Textsicheres Publikum, glückliche Gesichter nach der Zugabe. Dazu eine Künstlerin, die aus ihren Gefühlen on und off stage kein Geheimnis macht. Es gibt wahrlich schlimmere Möglichkeiten, um einen Dienstagabend zu verbringen!
Foto: Christoph Leeb
