Das Bo lud zur Jubiläumstour
Türlich, Türlich – ein Track, der auch 25 Jahre nach Veröffentlichung immer noch ins Ohr geht. Das Jubiläum nahm der Hamburger Rapper zum Anlass für eine Solotour. Diese führte ihn am Mittwoch auch in den Posthof Linz.
Er kann getrost als jemand bezeichnet werden, der deutschen Hip-Hop entscheidend mitgeprägt hat: Mirko Alexander Bogojević alias Das Bo. Der Hamburger Rapper war entscheidender Teil von Der Tobi & Das Bo und auch als Member von Fünf Sterne deluxe ist Das Bo jedem deutschen Hip-Hop-Fan ein Begriff. Und natürlich auch Fans von Fettes Brot, wo er unter anderem bei Nordisch bei Nature beteiligt war.
mehr als zwei Stunden Reise durch die Historie
Mittwochabend lud Das Bo gemeinsam mit Schmiddlfinga an den Decks zu einer Solo-Audienz in den Posthof Linz. Wobei Audienz in diesem von Weihrauch olfaktorisch beeinflussten Konzertsaal ein richtiges Attribut zu sein scheint, denn Das Bo lässt sich nicht lumpen. Zweieinviertelstunden lang präsentierte Das Bo insgesamt 37 Tracks aus seiner beachtlichen Diskografie in verschiedenen Crews. Zeit, die sich der Artist an diesem Abend gerne zu nehmen scheint. Nicht nur einmal plaudert er zwischen den Songs aus dem Nähkästchen, nicht nur einmal steigt er auf A-capella-Versionen um, um den Lyrics noch mehr Ausdruck zu verleihen. In vier „Blöcke“ teilt er das Konzert ein: in Aufwärmphase, Rückblick, Persönliches und Party zum Schluss.
Aus der breiten Discografie wird wenig ausgelassen: Gentlemanrapper, Schmeckt aus Auf jeden Fall vielleicht etwa. Auch Fünf Sterne deluxe kommen nicht zu kurz mit Die Leute oder den Klassikern Ja ja… Deine Mudder und 17+4. Outfitwechsel zu Dr. Bo inklusive. Spaß kommt auf der Bühne nicht zu kurz, aber auch Ernst, wenn Das Bo Zusammenhalt predigt aufgrund der aktuellen Entwicklungen.
Zum Schluss einer detaillierten Reise durch die Rapgeschichte kommt mit Türlich, Türlich natürlich noch der Klassiker. Ein Konzertabend für Fans, aber auch für jene, die den Artist vielleicht nur am Rande mitbekommen haben. Hätte sich ein größeres Publikum verdient gehabt als die gut 200 Leute an diesem Mittwochabend im Posthof Linz!
Foto: Christoph Leeb