Ezra Furman kehrt endlich nach Linz zurück
Am 21. Jänner stattete die US-amerikanische Sängerin Linz erstmals nach zehn Jahren wieder einen Besuch ab. Im Gepäck hatte sie sowohl alte als auch neue Musik und lockte so ihre Fans in den Posthof. Supportet wurde sie von der Londoner Band Modern Woman.
Schon bevor der Support die Bühne des mittleren Saals im Posthof betrat, summte es regelrecht im Raum. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt und die Stimmung kaum zu übertreffen. Schon jetzt sah man vereinzelt Personen zur Hintergrundmusik tanzen. Die Vorfreude auf Ezra Furman war offensichtlich groß. Als das Licht gedimmt wurde und die Musik ausging, verstummte das Publikum.
Ein starker Einstieg mit Modern Woman
Mit sichtbarer Freude betrat Modern Woman die Bühne, um den Abend zu eröffnen. Für sie ist es ein wahrgewordener Traum, mit Ezra Furman auf Tour zu sein, wie Leadsängerin Sophie Harris berichtete. Die Euphorie der Band übertrug sich sofort auf das Publikum, das ausgelassen mitsang und mitwippte. Vor allem als die Band den erst vor wenigen Tagen erschienenen Song „Dashboard Mary“ spielte, war die Freude groß.
Als Modern Woman am Ende des Sets schließlich die Bühne verließ, wollte der Applaus kaum enden, auch Pfiffe und Jubelrufe waren zu hören. Selbst als sie für den Abbau noch einmal die Bühne betraten, brandete erneut Beifall auf – ein Zeichen dafür, dass dieser Support-Act mehr war als bloßes Vorprogramm.
Queere Euphorie und kollektiver Jubel für Ezra Furman
Falls das überhaupt noch möglich war, war der Saal nun noch voller geworden, als er es ohnehin schon war. Tosender Applaus kam auf, als Ezra Furman mit ihrer Band endlich die Bühne betrat. Zehn Jahre war es schon her, dass sie zum letzten Mal ein Konzert in Linz gespielt hat. Sie sagte selbst, dass sie nicht weiß, warum sie so lang gewartet haben, um zurückzukehren.
Ehrlich und humorvoll nahm sie das Publikum durch ihre Musik mit in ihre Welt. Sie scherzte über die Geräusche, die sie in ihren Songs macht, und gab Einblicke in ihr Leben als trans Frau. Bei Ausrufen wie „Trans Power!“ und „I love being queer!“ stimmte das Publikum ihr unter lautem Gejubel zu. Sie verkündete außerdem, dass sie auf keinen Fall wieder zehn Jahre warten möchte, bis sie nach Linz zurückkommt. „I want the crowd to be twice as gay“, verkündete sie mit einem Augenzwinkern in Bezug auf das nächste Konzert in Linz.
Als Ezra Furman „Take Off Your Sunglasses“ als einen der letzten Songs spielte, erreichte die Euphorie im Saal ein neues Level. Niemand stand mehr ruhig an seinem Platz, alle sangen und tanzten ausgelassen zur Musik. Nach einer Zugabe, in der sie unter anderem den Song „Love You So Bad“ spielte, verließ sie mit der Band die Bühne. Doch der Applaus verklang erst Minuten später.
Die Energie an diesem Abend war fast greifbar. Sowohl die Menschen auf der Bühne als auch die im Publikum genossen das Konzert in vollen Zügen. Die Zuschauer werden diesen Abend nicht so schnell wieder vergessen und viele freuen sich bestimmt schon darauf, wenn Ezra Furman das nächste Mal nach Linz kommt.
Foto: Sara Podobri