Musicalstars in Fürth: ein musikalischer Jahresausklang
„Musicalstars in Fürth“ kehrte das zweite Mal in Folge ins ausverkaufte Stadttheater Fürth zurück. Veranstalter Lukas Gerber setzte erneut auf eine hochkarätige Besetzung und präsentierte einen abwechslungsreichen Konzertabend mit bekannten Musicaltiteln, besonderen Arrangements und überraschenden Programmentscheidungen.
Zu diesem musikalischen Jahresausklang haben sich namhafte Stimmen der deutschsprachigen Musicalszene im Stadttheater Fürth versammelt. Auf der Bühne standen Drew Sarich, Judith Caspari, Lukas Mayer, Sabrina Weckerlin und Roberta Valentini. Nur einen Tag vor dem Konzert kam es jedoch zu einer Änderung. Pia Douwes, ursprünglich als fünfte Künstlerin angekündigt, musste krankheitsbedingt absagen. Veranstalter Lukas Gerber reagierte umgehend und konnte mit Roberta Valentini eine würdige Vertretung gewinnen. Sie fügte sich mühelos in das Ensemble ein und übernahm mehrere zentrale Nummern des Abends.
Musikalisch begleitet wurde das Konzert von Marcos Padotzke am Flügel und Astrid Nägele am Cello. Die Kombination aus Klavier und Cello sorgte für einen vollen, warmen Klang und verlieh vielen Stücken zusätzliche Tiefe. Ein dezentes Lichtdesign setzte die Bühne stimmungsvoll in Szene, während die Künstler:innen selbst mit kurzen Moderationen und Anekdoten durch das Programm führten.
Erster Akt mit starken Interpretationen
Drew Sarich, Judith Caspari, Lukas Mayer und Sabrina Weckerlin eröffneten den Abend mit „Illusionen“ aus Marie Antoinette. Die vierstimmige Fassung brachte eine neue Klangfarbe in das Stück und erwies sich als mehr als gelungener Auftakt. Judith Caspari präsentierte anschließend „Reise durch die Zeit“ aus Anastasia sowie gemeinsam mit Lukas Mayer „Unter all den Menschen“, bevor Drew Sarich mit „Fight from the Heart“ aus Rocky einen der solistischen Höhepunkte setzte. Mit „Come What May“ folgte ein stimmig interpretiertes Duett von Drew Sarich und Judith Caspari.
Einen der eindrucksvollsten Momente des Abends bescherte Roberta Valentini mit „Sie ergibt sich nicht“ aus Rebecca. Die Nummer war ursprünglich für Pia Douwes vorgesehen und wurde von Valentini kurzfristig übernommen. Umso bemerkenswerter wirkte die Interpretation, die mit großer Klarheit und emotionaler Dichte überzeugte. Der Gänsehautmoment gewann zusätzlich an Intensität, als sie dem Publikum verriet, dass sie den Song bisher noch nie live vor Publikum gesungen hat und ihr nur ein einziger Tag geblieben war, um sich den Song anzueignen.
Vom Zauber der Klassiker bis zu unerwarteten Momenten
Mit „Solang ich dich hab“ aus Wicked sorgten Sabrina Weckerlin und Lukas Mayer für einen ruhigen, emotionalen Akzent, bevor Lukas Mayer „Go the Distance“ aus Hercules interpretierte. Besonders überzeugend war auch „Ich bin was ich bin“ aus La Cage aux Folles, das Drew Sarich und Lukas Mayer als kraftvolles Duo interpretierten. Sabrina Weckerlin war anschließend mit „So viel mehr“ aus Die Päpstin zu hören. Da dieser Song nur selten bei Musicalkonzerten vertreten ist, fieberte das Publikum besonders darauf hin. Und wurde nicht enttäuscht.
Nach einem kurzen Moment, in dem Sabrina Weckerlin irrtümlich mit der zweiten Strophe einsetzte, reagierte sie offen und herzlich, brach die Nummer ab, stimmte sich kurz mit dem Pianisten ab und begann den Song ohne Zögern noch einmal von vorn. Gerade diese spontane, souveräne Reaktion verlieh dem Auftritt eine besondere Nähe und wurde vom Publikum sichtbar geschätzt. Den Abschluss des ersten Akts bildete die Reprise von „Ich gehör nur mir“ aus Elisabeth, gesungen von Drew Sarich, Lukas Mayer und Roberta Valentini. Auch dieser Song darf gerne häufiger bei Konzerten gesungen werden.
Momente, die berühren
Der zweite Akt begann mit „Keiner weint um Hexen“ und „Wie ich bin“ aus Wicked, interpretiert von Judith Caspari und Sabrina Weckerlin. Anschließend folgten mit „Der letzte Tanz“ (Lukas Mayer) und „Wenn ich tanzen will“ (Lukas Mayer & Roberta Valentini) zwei Titel aus Elisabeth. Mit „That’s the Way It Is“ aus &Julia brachte Sabrina Weckerlin eine moderne Klangfarbe ins Programm. Sie sang damit eine Nummer der Rolle der Anne Hathaway, die sie derzeit noch in Hamburg verkörpert. Diese Minuten waren auch ein kleines Trostpflaster für alle, die es nicht zum Musical nach Hamburg geschafft haben. Darauf folgte ein emotionales Duett von Sabrina Weckerlin und Roberta Valentini. Die beiden sorgten mit „In His Eyes“ aus Jekyll & Hyde für eine spontante Programmänderung und Begeisterung beim Publikum.
Der thematische Schwerpunkt auf Rudolf mit „Mut zur Tat“ (Drew Sarich) und „Du bist meine Welt“ (Drew Sarich & Sabrina Weckerlin), der so bei Musicalkonzerten eher selten ist, kam beim Publikum besonders gut an und hätte gerne noch einige weitere Songs enthalten können. Judith Casparis Darbietung des Songs „Der Doppelgänger“ aus Scholl war ebenfalls eine perfekte Ergänzung des Programms. Den Abschluss bildete das Ensemble-Finale aus Die Eiskönigin. Als Zugabe erklang nach einer kleinen Ansprache des Veranstalters „From Now On“ aus The Greatest Showman. Das Publikum war zu diesem Zeitpunkt längst aufgestanden und feierte begeistert den gemeinsamen Ausklang des Abends.
Fazit
„Musicalstars in Fürth“ am 29. Dezember 2025 erwies sich auch in seiner zweiten Ausgabe als überaus gelungener musikalischer Jahresausklang. Der abwechslungsreiche Programmaufbau, die hochwertige Besetzung und die besondere Songauswahl sorgten für einen rundum stimmigen Konzertabend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die Atmosphäre im ausverkauften Stadttheater und die spürbare Spielfreude der Beteiligten machten den Abend zu einem ganz besonderen Erlebnis. Die teils weite Anreise vieler Besucher:innen (auch unserer) lohnte sich somit in jeder Hinsicht. Für 2026 stehen bereits weitere Termine der Konzertreihe fest, darunter Ravensburg im März, Bad Hamm im Mai sowie erneut Fürth am 29. Dezember. Eine große Konzertempfehlung!