rock am ring 2025
Foto: Dominic Riedlecker

Unsere Konzert­highlights 2025

Ja, das waren dann wieder doch einige Konzerte, die 2025 in unseren Highlight-Reels gelandet sind. Ein Rückblick einiger unserer Redakteur:innen auf letzte Festivalausgaben, Indie-Perlen und opulente Konzerterlebnisse.

Konzerte, Konzerte, Konzerte – ja, wir von subtext lieben es immer noch, in Moshpits, Fotogräben und auf Festivalgeländen herumzuhängen. Auch das Kalenderjahr 2025 hatte einige Highlights zu bieten, auf die unsere Redakteur:innen zurückblicken.

Fabian Schwarzingers Highlight: Leap

Man muss Underdog-Stories einfach lieben. Die von LEAP sticht zwar nicht direkt heraus, dennoch haben es die Indie-Rocker rund um Jack Belfour Scott innerhalb von nur vier Jahren geschafft, ohne Label eine internationale Fanbase aufzubauen, die ihresgleichen sucht. So war die SiMMCity einerseits die perfekte Location für das vor Authentizität strotzende Debütalbum Entropy, andererseits hätte man sie ohne weiteres auch schon in ein Stadion stellen können. In Erinnerung bleibt eines der wenigen Konzerte, bei denen jeder Song nochmal eins draufgesetzt hat. Die ganze Review könnt ihr übrigens hier nachlesen.

Simone Grübls Highlight: Fontaines DC

Fontaines D.C. waren dieses Jahr nicht nur bei meinem Spotify-Wrapped ganz oben, sondern standen schon lange auf meiner Konzert-Bucket-List. Nachdem sie erst letztes Jahr in Österreich gespielt haben, dachte ich nicht, dass ich sie 2025 live sehen werde. Doch tatsächlich kamen sie im August nach Graz und ich war dabei. Endlich ein paar meiner Lieblingssongs live zu hören, machte die Show schon zu einem Highlight. Mal abgesehen davon war auch die Performance und Atmosphäre wie erwartet top.

Die ganze Review könnt ihr übrigens hier nachlesen!

Andreas Wöristers Highlight: Das allerletzte Maifeld Derby

Wenn ich jetzt am Ende dieses Jahres zurückblicke, muss ich dann doch sagen, es gab wohl kaum ein Jahr, wo ich mich so wenig mit Musik beschäftigt habe wie in diesem. Eine Mischung aus wenig Zeit und andere Interessen, sodass es am Ende sogar unter 20 Konzerte waren, die ich mit der Kamera begleitet habe. Darum ist auch die Auswahl, für diesen Jahresrückblick dann doch etwas beschränkt. Aber wohl egal ob 20 oder 100 Konzerte, es kann 2025 für mich nur ein Highlight geben.

Natürlich, das Maifeld Derby Festival 2025. Das Ende eines Festivals, welches mich in den letzten fast zehn Jahren geprägt hat. Wo ich nicht nur Auftritte erlebt habe, die ich in meinem Leben nie vergessen werde. Unter anderem Martin Kohlstedt und Julien Baker im Jahr 2016. Neben vielen musikalischen Highlights waren es aber wohl andere Gründe, die den Ausschlag gegeben haben. Ein Team, eine Atmosphäre, zusammengefasst Menschen, die über die Jahre zu Freunden geworden sind. Auf das Wiedersehen man sich das ganze Jahr gefreut hat, und traurig sich am Sonntagabend verabschiedet hat. Ein für mich wahrhaftiges Herzensfestival, das in diesem einen ganz eigenen Platz eingenommen hat und mir ewig in Erinnerung bleiben wird. Umso trauriger, dass es dieses Jahr geendet hat. Zumindest in seiner alten Form, wir sehen uns in Heidelberg zur Shetland Pony Edition!!

Dominic Riedleckers Highlight: das erste Mal Rock am Ring

Der erste Festivaltag war wettertechnisch ein ziemlicher Kampf. Regen, Wind und diese fiese Kälte, die einem sofort in die Jacke kriecht. An Sonne hat da wirklich niemand geacht. Umso absurder, dass genau dieser Tag mein Highlight 2025 geworden ist. Der erste Secret Act bei Rock am Ring. Electric Callboy. Für mich war es außerdem mein erstes richtiges Fotografen-Wochenende am Ring.

Davor gab es ein paar Absagen, bei denen klar war, dass ich nicht fotografieren darf. Diesmal sollte es endlich klappen, zumindest für die ersten drei Songs. Und ich sage es ehrlich: So nervös war ich noch nie vor einem Konzert. Nicht dieses positive Kribbeln, sondern dieses „Bitte lass jetzt einfach alles funktionieren“ Gefühl. Bis 13:00 Uhr wusste offiziell niemand, wer der Secret Act ist. Dann sah man hinter der Leinwand plötzlich diese eindeutigen Anzeichen und ich war mir ziemlich sicher, was da gleich passiert. Ich bin direkt zum Fotografenstützpunkt und habe nachgefragt, ob ich auf der Liste stehe. Und tatsächlich: Mein Name stand drauf, ganz oben unter subtext. In dem Moment ist mir echt ein Stein vom Herzen gefallen.

Danach habe ich erstmal alles doppelt gecheckt. Speicherkarten, Akkus, Einstellungen, Kameras. Wenn man genau auf diesen Moment hinarbeitet, will man nicht an irgendetwas Banalem scheitern. Um 13:20 Uhr war Fotografentreff, ungefähr 15 Leute. Kurze Besprechung, dann ging es runter in den Graben. Ich war komplett geladen vor Vorfreude. Und dann ging es los. Konfetti schießt hoch, der Bass drückt, „Pump It“ knallt rein und innerhalb von Sekunden ist klar, wer da gerade die Bühne übernimmt. Electric Callboy kommen in grellen Trainingsanzügen raus und der ganze Platz explodiert gefühlt.

Die Energie war brutal. Man hat richtig gemerkt, wie sie das Publikum sofort aufziehen. Dazu noch Frank Zummo am Schlagzeug, der früher bei Sum 41 gespielt hat. Vor mir gingen im Publikum direkt die ersten Kreise auf, die Leute sind losgerannt, überall Bewegung. Und ich stand mittendrin, Kamera am Auge, und habe gleichzeitig versucht, ruhig zu bleiben. Ich hatte nur ein paar Bilder im Kopf, die ich unbedingt wollte. Mein Lieblingsfoto ist dann tatsächlich entstanden. Von der rechten Bühnenseite, Nico Sallach im Profil, wie er ins Mikro schreit und in dem Moment alles rauslässt. Genauso ein Bild, für das man da steht. Nach den drei Songs war für mich erstmal Arbeit angesagt. Rauf zum MacBook, alles sofort sichern, und zwar doppelt. Erst dann konnte ich wirklich durchatmen. Und danach bin ich natürlich auch noch selbst in den ein oder anderen Moshpit, weil es einfach unmöglich war, still zu bleiben.

In der Stunde Settime war alles drin. Still Waiting als Sum 41 Cover, Spaceman, Everytime We Touch, RATATATA. Sie hatten die Utopia-Stage komplett im Griff. Und dann kam dieser Moment, mit dem an dem Tag wirklich keiner gerechnet hat. Beim akustischen Crawling Cover von Linkin Park kam plötzlich die Sonne raus. Nicht dramatisch, nicht kitschig, einfach genau im richtigen Augenblick. Viele haben kurz nach oben geschaut, wie so ein gemeinsamer Gedanke an Chester Bennington. Nico hat auch einmal hochgeblickt und gelächelt. Ich hatte da selbst kurz einen Kloß im Hals. So hat mein erstes Fotografen-Wochenende bei Rock am Ring angefangen. Laut, chaotisch,
perfekt. Und für mich ein Konzertmoment, den ich nicht vergesse.

Christoph Leebs Highlight: ein visuell opulenter Abschied

Zugegeben, bei wieder über 100 Konzerten im abgelaufenen Jahr eines herauszupicken, ist gar nicht so einfach. Spontan nachgedacht kommt mir der belgische Artist Warhaus in den Sinn, der beim letzten Maifeld Derby mich mal wieder so richtig bei einem Konzert hat träumen lassen. Bei gut 1000 gesehenen Shows in meinem Leben nicht so einfach. Dann könnte man auch Skunk Anansie nennen, die den Lärmpegel auf der Frischluft-Stage im Posthof Linz gleich mal auf ein neues Niveau gehoben hat.

Muss ich mich aber für eines entscheiden, dann auf einen Headliner am letzten Lido Sounds-Festival, das wohl aus verschiedensten Gründen in der Stahlstadt gescheitert ist. Das französische Electro-Pionierduo Justice lieferte eine audiovisuelle Gesamtshow ab, die ich wohl noch jahrelang in den Augen und Ohren haben werde. Die Logistik hinter der Lichtshow möchte ich mir nicht vorstellen wollen – gepaart mit einem extrem tanzbaren Set aber ein Highlight, von dem ich noch lange erzählen werde. Auch wenn dann doch nicht so viele Leute da waren, wie sich Justice verdient gehabt hätten!

Ihr seht, auch 2025 war wieder ein abwechslungsreiches Konzertjahr – und so viel sei versprochen: unsere Konzertleidenschaft ist auch 2026 ungebrochen!