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Foto: Christoph Leeb

Das war der WurstVomHund-Ball 2026

Keine Angst vor Vielfalt – die neunte Auflage des WurstVomHund-Balls war auch im Jahr 2026 ein starkes Zeichen gegen Intoleranz sowie für Vielfalt und Inklusion.

Mittlerweile hat es ja fast schon Tradition: der WurstVomHund-Ball am ersten Februarwochenende in der Linzer Stadtwerkstatt. Als Gegenveranstaltung zum Burschenbundball im Palais Kaufmännischer Verein gedacht, hat sich der WurstVomHund-Ball im letzten Jahrzeht als politisch andere Alternative etabliert. Eine wertoffene Alternative zu rückwärtsgewandten Einstellungen, wie die Veranstalter:innen auch im Jahr 2026 betonen.

Dass es in der Stadt Linz eine Nachfrage nach einem solchen Angebot gibt, wurde auch im Rahmen der 2026er-Ausgabe klar. Binnen Minuten war das Event in der Stadtwerkstatt Linz ausverkauft – ohne dass zu diesem Zeitpunkt ein Lineup veröffentlicht wurde. Macht ja nix, denn es ist klar, für welche Botschaft der Ball steht.

All jene, die nicht auf der offiziellen Demonstration gegen den Burschenbundball zugegen waren, wurden knapp vor 20 Uhr vor der Stadtwerkstatt von den Kawenzmännern empfangen. Covers von Chuck Ragan bis zu The Bouncing Souls zeigen das Repertoire des Männerchors, der charmant die Besucher:innen in der Stadtwerkstatt willkommen hieß. Samt Sektempfang, klarerweise. Laut, links und ohne Kompromisse.

Moderatorin Miriam Hie, bekannt aus Film & Fernsehen, führte im Anschluss charmant durch den Abend. Ein Ballabend, der im Saal durch Brenk Sinatra eröffnet wurde. Der Wiener DJ, Producer und Komponist eröffnete mit einem DJ-Set (samt Haftbefehl-Remix!) den Konzertabend. Außerdem unterstützte er den ersten Live-Act des Abends, Donna Savage, auch während deren Live-Set an den Decks. Donna Savage bezeichnet ihre Musik passenderweise als Auf-die-Fresse-Rap, und der Name ist hier Programm. Politische Messages werden hier ungefiltert in die Crowd gerappt – macht Spaß, und je länger der Gig dauert, desto mehr Ballbesucher:innen finden auch den Weg in den Saal der Stadtwerkstatt. Gerne wieder als eigene Headline-Show!

Space-Pop aus der Schweiz

Was man im Rahmen eines ausverkauften Konzertes braucht? Richtig, einen Headliner. Am WurstVomHund-Ball 2026 stammte der aus der Schweizer Metropole Zürich: Ikan Hyu. Klingt asiatisch? Ist es auch. Übersetzt heißt Ikan Hyu Haifisch, wie auch Moderatorin Miriam Hie vor dem Konzert bestätigte. Was während der folgenden 75 Minuten deutlich wurde: bistdudeppert, als Duo so auf der Stage abzureißen, haben auch noch nicht viele geschafft. Anisa Djojoatmodjo und Hannah Bissegger heißen die beiden Protagonistinnen von Ikan You, die die Grenzen von Indie, Pop und Rock gleich mal verschieben wollen. Ekstase, tanzbar, und im Herbst dann auch mit neuem Album auf Tour. Schauen Sie sich das an, bitte – Sie werden am nächsten Tag einen Muskelkater verspüren!

Eine Zeche als Höhepunkt

Nach dem Highlight eines Live-Konzertes: die Mitternachtseinlage. Macht ja nix, dass die am WurstVomHund-Ball eine Stunde nach Mitternacht stattfindet. Die Zeche Hinterfotzing rekrutierte nicht nur neue Mitstreiterinnen, sondern schaffte es auch, die politische Message des WurstVomHund-Balls auf den Punkt zu bringen. Nicht wenige Klischees nehmen sie aufs Korn, die feministische Perspektive steht im Vordergrund So stehen am Schluss dann gut 50 Menschen auf der Stage, die sich der Innviertler Zeche angeschlossen haben. Politisch, wichtig, laut – so könnte man den Auftritt der Zeche Hinterfotzing zusammenfassen.

Fazit

Ach ja, übrigens, wir hätten es ja fast vergessen: Auch unser DJ-Kollektiv fetz.fm war natürlich am WurstVomHund-Ball vertreten. Dem Feedback des Publikums nach zu urteilen, übrigens hat es Spaß gemacht – genauso wie die letzten DJs im Saal der Stadtwerkstatt, Mina Mora und Randalia. Eine durchzechte (sic!) Ballnacht, die leider immer noch notwendig ist. Und wohl auch 2027 noch notwendig sein wird. Wir sehen uns, wenn wieder für Vielfalt getanzt wird!

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockey- und Fußballfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.