grimms eye kapu linz
Foto: Christoph Leeb

The Snub: Hardcore mit Solitarität

Donnerstagabend, Linz, Sauwetter draußen. Ideal, um sich in die ehrwürdige KAPU zu begeben und der lauten Musik zu lauschen. Grimms Eye, The Snub und Human Behavior waren nämlich unter der Woche in der Kapuzinerstraße zu Gast.

Es sind ja die Unter-der-Woche-Konzerte, die man als geneigter Fan der härteren Musik gerne mal mitnimmt. Vor allem dann, wenn das Wetter draußen trüb und die KAPU geöffnet ist. Gut 40 Unerschrockene waren an diesem schneereichen Donnerstagabend dann doch gekommen, um drei Bands in den heiligen Hallen willkommen zu heißen. Musikalisch durchaus abwechslungsreich, war dann aber doch stimmig.

Den Anfang machten The Snub aus Graz. Die Hardcore-Formation geht live keine Kompromisse ein und hat das Herz am richtigen Fleck. Kurzerhand gab es an diesem Abend nämlich auch Soli-T-Shirts für Six Score zu kaufen. Sagt euch nix? Sollte es euch aber – das Linzer (und Wiener) Aushängeschild in Sachen Grindcore ist aktuell auf ausgedehnter Japan- und Südostasientour. Blöderweise hat sich Frontmann Bene eine heimtückische Variante des Dengue-Fiebers eingefangen und ist in Japan im Krankenhaus gelandet. Dass das teuer ist, versteht sich von selbst – darum mehr als einen Daumen hoch für The Snub, die hier unter die Arme greifen. Musikalisch macht das auch Spaß und ist ein schöner Opener für einen Donnerstagabend.

Danach: Stilwechsel zu Grimms Eye. Wobei, nur ein bisschen. Das Trio aus Wien driftet ein Stückerl mehr in Richtung Doom Metal ab, bringt eine Prise Sludge in die KAPU und klingt damit dann doch anders als der Opener. Die Platte Throne legen wir Genrefans aber dann doch ans Herz, nicht nur ob der sympathischen Bühnenperformance in der KAPU. Macht Laune und gefällt mir auch als jemandem, der Doom nicht so ganz in sein Musikherz geschlossen hat.

Eine durchaus lange Umbaupause später dann der letzte Act des Abends: Human Behavior. Bass, Drums, „Gschroa“: mehr braucht das Wiener Duo dann auch nicht, um auf der Bühne Radau zu machen. Roh, Fuzzig, ein bisschen Hardcore, eine gelungene Mischung, die zu Tracks wie Arbeitsteilung Forever (sic!) passt. Schöner Donnerstag in der KAPU, angenehmes Pfeifen am Nachhauseweg – so darf ein trüber Wochentag dann auch durchaus enden!

Foto: Christoph Leeb

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockey- und Fußballfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.