Clara Luzia: die ruhige Version
Horelia – so heißt die Debutplatte von Clara Luzia. Wie, was? Ja, gewissermaßen schon – denn mit der Band The Quiet Version beschreitet die Wiener Künstlerin neue musikalische Pfade.
Clara Luzia, im Sitzen? Ja, die Wiener Künstlerin hat neben ihrer „klassischen“ Band nun neue Wege für sich entdeckt. Mit The Quiet Version versetzt die Veteranin in der heimischen Pop-Szene ihr Publikum in ein, nunja, sagen wir mal, theatertaugliches Setting. Nach einem ersten Test im Vorjahr im Posthof (hier zum Rückblick) ist im vergangenen November mit Horelia auch die dazugehörige vollständige Platte erschienen. Eine Platte, die Clara Luzia zwischen Deutsch und Englisch switchen lässt. Absichtlich, wie sie uns im ausführlichen Interview (hier zum Nachlesen) verraten hat.
Vergangenen Donnerstag fand nun auch der Auftakt zur dazugehörigen Tour statt. Vielbeschäftigt, wie Clara Luzia ist, hat das dann halt ein Zeiterl gedauert. Auch die Band hat sich ein bisschen verändert – anstatt Kaya Meller an der Trompete hat Barbara Paierl ihr Saxophon eingepackt. Ist ja auch ein Blechbläser und fügt sich im Laufe des Abends durchaus stimmig ins Clara Luzia’sche Gesamtbild ein.
Wie im Vorjahr ist auch das aktuelle Set zweigeteilt – mit Cosmic Bruise wird auch diesmal der größte Hit gleich am Anfang „verbraten“. Ab dann wird’s eh langsamer, meint die Künstlerin. Ist ja auch ein Sitzplatzkonzert vor den knapp 300 Besucher:innen an diesem Abend im Posthof. Geboten wird neben der neuen Platte Horelia natürlich auch When The World Ends, das leider wieder aktuelle Love In Times Of War (2011 schon gänsehauterzeugend) und, Live-Premiere olé, die eine oder andere Panne. Die aber mehr als sympathisch („spielst du eh mit?!“) überbrückt wird.
Pausengestärkt geht es danach in den zweiten Teil des Sets, der kein Blablabla wie der gleichnamige Eröffnungstrack sein wird. Der Fokus hier liegt klar noch stärker auf Sprache, Ausdruck und Botschaft. Covers von MIA. inklusive. Und bei dem vertonten Auszug aus Ruth Maiers Tagebuch – einer nach Norwegen emigrierten und später von den Nazis ermordeten Wiener Jüdin – auch mit einem ungewohnt mulmigen Gefühl im Bauch. Mit Everything is Free beendet Clara Luzia ein intimes Konzert in einem Rahmen, der dann gut passt. Aber immer noch ungewohnt ist, wenn man die „Urversion“ von Clara Luzia kennt. Vielleicht ja irgendwann mal im Rahmen eines „Double Feature“?
Foto: Christoph Leeb