Versengold: Doppeltes Edelmetall in Linz
Zweimal Folk, zweimal Gold: so könnte man das Gastspiel der norddeutschen Folk-Combo Versengold am Freitagabend im ausverkauften Posthof Linz beschreiben. Denn als Supportband waren Kupfergold aus Köln mitgekommen.
Freitagabend, großer Menschenauflauf im Linzer Hafen: kein Wunder, das Gastspiel von Versengold war ausverkauft – und damit besser besucht als beim letzten Mal im März 2024 (hier zum Nachlesen). Außerdem spielte nebenan im mittleren Saal auch noch Betterov – dementsprechend bunt auch das Publikum, deren Konzertwahl man rasch an der jeweiligen Kleidung erkennen konnte.
Pünktlich um 20 Uhr betrat auch der Supportact aus Köln die Stage. Kupfergold. Stilistisch ähnlich wie Versengold waren sie aus Köln angereist, um das Publikum mal so richtig – Zitat – durchzubumsen. Metaphorisch gesprochen, versteht sich. Laune macht vor allem die Frohnatur Bonnie Banks am Mikrofon, die um kein Lächeln verlegen ist und stimmlich überzeugt. Auch Mercher in Kobold-Outfits gabs zum Schluss, samt Circle-Pit, oder zumindest die Linzer Variante davon. Koboldkeilerei heißt passenderweise auch der Song dazu, nachdem der eine oder andere schon das Motto Der Klügere kippt nach dann doch etwas zu wörtlich genommen hatte. Kupfergold machen Laune – das ist ein sehr anständiges, wenn auch kurzes Supportset gewesen.
Versengold: zwei Stunden Party
„Klotzen, nicht kleckern!“, so könnte dann das inoffizielle Tourmotto von Versengold an diesem Freitagabend gelautet haben. Die norddeutschen Spielleute hatten die Bühne in ein übergroßes Seemanns-Theme verwandelt – passende Outfits natürlich inklusive. Eine zwei Stunden andauernde, ausgewogene Setlist samt Ausflügen in alle Ecken des großen Posthofsaals inklusive. Aber der Reihe nach. Versengold waren krankheitsbedingt leider nicht vollständig on stage – Alex musste hier leider die sprichwörtlichen musikalischen Segel streichen. Fehlt live zwar, das Gesamtpaket ist dann aber nicht minder energievoll. Eingenordet heißt die aktuelle Platte, die sie natürlich auch on stage mit im Gepäck hatten, etwa mit der Klabauterfrau oder Der Tag mag kommen. Oder später im Set, als beim Klopapier reichlich Fasererzeugnisse zum zweiten Mal in den Konzertsaal geschossen werden. Die B-Stage am FOH samt Crowd davor wird bei Dans op de Deel bespielt, und auch Erde findet Einzug in die Live-Setlist. Soviel mal zum neuen Album.
Aber auch Klassiker haben sich natürlich ins knapp zweistündige Set eingefunden. Das oft besungene Thekenmädchen ist hier natürlich führend in Sachen Ekstase, aber auch Der Tag, an dem die Götter sich betranken wird ausgiebig zelebriert, dass das Barteam draußen fast schon olympische Qualitäten in Sachen Bierfass-Nachschließen zeigen durfte. Weitere Ausflüge in die Mitte des Konzertsaals zum Ende hin mit Fass voller Wein, nachdem auch im Headliner-Set Kobold im Kopp samt Supportact Kupfergold auf der Bühne am Programm standen. Nach dem Abgesang ist man sich sicher, dass Versengold vor allem eine Band ist, die live überzeugt. Eingefleischte Fans im Publikum, ausverkauft – kann man mal so machen, wie wir finden!
Foto: Christoph Leeb
