Balu Brigada im Flex: Tuesdays in Vienna
Genau vor einem Jahr spielte das neuseeländische Indie-Rock-Duo Balu Brigada das erste Mal in Österreich. Am Dienstag, 14. April 2026, waren sie mit einer restlos ausverkauften Show im Wiener Flex zurück und das sogar an einem Wochentag.
Seit dem Release ihres Debütalbums „Portal“ im August 2025 entwickelten sich Balu Brigada schnell zu einer der gefragtesten Bands der Indie-Szene. Während sie vor ein paar Monaten noch als Geheimtipp galten, sind ihre Musik und Gigs aktuell sehr im Trend. Support-Auftritte für internationale Größen, unzählige Festival-Shows und ein ausverkauftes Konzert nach dem anderen sprechen für sich. Ihr Erfolg war aber auch an der Zeit, denn die beiden Brüder Henry und Pierre Beasley arbeiten schon seit 2016 daran.
Im Rahmen der „Portal Tour“ ging es ab Herbst auf ihre erste eigene große Tournee mit Stopps auf der ganzen Welt. Auch Wien stand dabei erneut auf dem Plan, nachdem sie bereits im Jahr zuvor in der Wiener Stadthalle für Twenty One Pilots eröffnet hatten. Die Nachfrage war dieses Mal aber besonders groß, was sich schließlich in einer restlos ausverkauften Show im Flex widerspiegelte.
Ryeberry
Als Opening-Act stand mit Ryeberry ein noch relativ unbekannter DJ auf der Bühne, was bei Konzerten in letzter Zeit immer häufiger vorkommt. Auch wenn ich persönlich davon nicht immer ein großer Fan bin, schaffte er es, die Crowd schnell in Stimmung zu bringen. Mit einem Mix aus viel lateinamerikanischer Musik sorgte er für gute Vibes im Publikum und wirkte dabei durchgehend sehr sympathisch. Sogar ein deutscher Song eines Wiener Artists fand seinen Weg ins Set, womit er die Menge zusätzlich abholte. Insgesamt gelang es ihm also ziemlich gut, das Publikum auf den Abend vorzubereiten.
Balu Brigada
Das Konzert war restlos ausverkauft, vor dem Club standen sogar noch Fans mit Schildern, die verzweifelt nach Tickets suchten. Drinnen war es bis in die letzte Ecke gefüllt, was für die perfekten Voraussetzungen sorgte. Mit einem dynamischen Intro und dem darauffolgenden „Golden Gate Girl“ wurde direkt klar, dass das ein Abend voller Energie werden würde. Ein Großteil der Menge tanzte von Anfang an mit, so gut es auf dem begrenzten Platz eben möglich war. Trotz ihres extrem stressigen Tour-Alltags gaben Balu Brigada auf der Bühne alles, auch wenn man ihnen die leichte Überforderung hier und da anmerkte. So fragten sie zwischendurch, welcher Wochentag überhaupt sei und als aus dem Publikum „Tuesday“ zurückkam, freuten sie sich umso mehr über die überraschend gute Stimmung. Daraus entstand schließlich auch der kleine Chant „Tuesdays in Vienna“, der sich durch den Abend zog.
Balu Brigada geht es nicht nur um eine gute Performance, sondern vor allem auch um das Gemeinschaftsgefühl, das Konzerte so besonders macht. Sie forderten etwa die Crowd dazu auf, sich untereinander vorzustellen, und präsentierten ganz nebenbei ihre guten Deutschkenntnisse, was wohl auch an ihrer Zeit in Berlin liegt. Die beiden Brüder gaben auf der Bühne typische Geschwister-Vibes, nicht nur optisch, sondern auch durch ihren lockeren Umgang miteinander. Ihr Humor blieb für den ganzen Auftritt und sorgte immer wieder für witzige Momente. Songs wie „Backseat“ und „So Cold“ waren klare Highlights im Set, bei denen die Stimmung nochmal spürbar anstieg. Der Abend verging dadurch fast viel zu schnell und ließ einem kaum Zeit, einmal kurz durchzuatmen.
Fazit
Für einen Dienstag in Wien war es wirklich ein sehr starkes Konzert, das allerdings viel zu schnell vorbei war. Auch die absolute Hitze im Flex trug ihren Teil zur intensiven Stimmung bei. Umso größer ist die Vorfreude auf die Open-Air-Show von Balu Brigada in Linz am 21. Juni 2026, bei der mit Zimmer90 und Schur auch zwei passende Support-Acts am Start sein werden.