Foto: Andreas Wörister

Krautschädl: Rückkehr nach Linz

Der große Saal des Posthof Linz erlebte an diesem Samstag eine Rückkehr zweier geliebter Bands. Neben den heimischen Stoner-Rock-Veteranen Parasol Caravan waren es vor allem Krautschädl, die die Massen an diesem Abend in den Posthof brachten. Ein Abend für Fans!

Man konnte schon fast von einem sentimentalen Abend sprechen. Sind es zusammengezählt doch einige Jahre, seit Parasol Caravan und Krautschädl im Posthof Linz gespielt haben. Grund hierfür ist recht einfach: Eigentlich haben beide ihre Bandkarriere vor einigen Jahren beendet. Umso schöner, dass sie zurück sind, und die Fans zeigten dies auch. Denn dieser Abend war ausverkauft.

Parasol Caravan – noch ein Comeback

Nun, neben Krautschädl ist auch der Supportact wieder aus der musikalischen Versenkung emporgestiegen. Parasol Caravan zählten bis zu ihrem Farewell 2023 (hier zum Rückblick) zu DEN Aushängeschildern im Stoner-Rock in der Alpenrepublik. Zwei Jahre später kann es das Quartett nicht lassen und erklimmt wieder die Stages dieser Welt. Stilistisch doch ein kleiner Bruch zu Krautschädl später, aber wenn man schon in der selben Agentur beheimatet ist, dann kann man ja miteinander die Wiederkehr feiern.

Live haben sich Parasol Caravan nicht wirklich verändert. Müssen sie auch nicht, und das ist gut so. Die zwei Platten Para Solem und Nemesis gehören auch 2025 noch zum Olymp in Sachen Stoner-/Alternative-Rock. Macht Spaß, Songs wie Serpent of Time oder Reason wieder live zu hören, die in den letzten Jahren zu Ohrwürmern und ständigen Begleitern auf der Playlist geworden sind. Am 10.10. spielen sie auch wieder in Linz, in der Stadtwerkstatt – ein Ort, der wohl noch besser zu Parasol Caravan passt als der große Posthofsaal. Wir sind jedenfalls dort!

Krautschädl – zweigeteiltes Set

Dann war es so weit, Krautschädl betraten unter großem Jubel die Bühne. Sieben Jahre nach ihrem letzten Konzert im Posthof und ein Jahr nach der kleinen Warm-up-Show in der Stadtwerkstatt. Entsprechend gespannt war wohl jeder an diesem Abend, wie es die Welser anlegen werden.

Den Anfang machte mit Gmotschkat ein komplett neuer Song. Geht gut ins Ohr, grundsätzlich durchaus an alte Zeiten erinnernd, aber mit den moderneren Elementen im Grundton angereichert. Was die restliche Setlist angeht, konnte man diesen Abend in zwei Hälften teilen. Die erste mit Songs wie Ane auf die Finga, Mocht jo nix oder Da Sommla aus dem aktuellsten Album Immer mit da Ruhe von 2015. Die zweite dann mit den alten Klassikern wie Gemma Gemma, Winzerbua, Hoizkopf und co.

War das die beste Entscheidung? Nicht unbedingt. Man merkte einfach schon, dass durch diese Entscheidung die erste Hälfte etwas ihre Längen und Lücken hatte. So sehr natürlich auch die „neuen“ Songs bekannt sind und das Publikum durchaus sehr textsicher war, man merkte einfach ganz klar, welche Lieder in den Herzen der Fans verankert waren. Wäre vielleicht doch besser gewesen, das Ganze mehr zu durchmischen.

Davon abgesehen war das der zu erwartende Abend. Wer bisher kein Fan von Krautschädl war, wird es nach diesem Konzert nicht sein. Wer schon immer Fan war, wurde nicht enttäuscht und ging glücklich nach Hause. Ganz nüchtern und objektiv betrachtet muss man einfach sagen: Für mehr als ein Befriedigend hat das an diesem Abend nicht gereicht. Dafür fehlte Interaktion mit dem Publikum, die spontanen Elemente, die ein Konzert besonders machen. Das Ganze fühlte sich dann doch zu oft nach Abarbeiten an. Und ja, man muss auch eines klar sagen: Sonti, du fehlst sehr!

Fazit

Was soll man nun als Fazit sagen? Ein Abend, der die Fans beider Bands absolut zufrieden gestellt hat, der an sich nicht viel falsch gemacht hat. Aber auch ein Abend, dem doch etwas diese spezielle Magie gefehlt hat. Das gewisse Extra, welches ein gutes Konzert zu einem außergewöhnlichen macht.

Fotos: Andreas Wörister, Christoph Leeb

Musikliebhaber, Festivalreisender, Konzertsüchtig, Vinylnerd, Photograph, Konzertveranstalter, Linz-Liebhaber