Noppen Air 2026
Das erste Festival des Jahres fand letztes Wochenende wie immer am alten Noppenhof in Neußerling im Mühlviertel statt. Erste Sommergefühle, durchtanzte Nächte und dröhnende Ohren. Diese Gefühle werden wir uns noch lange behalten.
Die Anreise an einem der ersten warmen Tage ist geprägt von Sonnenstrahlen, die die wunderschöne grüne Landschaft streifen. Am Campinggelände angekommen, richten sich die ersten Festivalgäste ihre vorab gemieteten Parzellen schön ein und öffnen sich gemeinsam ein erstes Bier. Das Zusammenkommen und Gemeinsam-Sein zieht sich durch das ganze Festival.
Freitag
Eröffnet wurde das Festival gewohnt mit lokalen Musiker:innen aus der Region. Heuer hatte die Band Skyfryre die Ehre. Gegründet hat sich die Band aus Helfenberg zufällig, erzählen Tobias Handlbauer und Martin Kainberger in einem Interview. Aus einer spontanen Aufnahme wurde ein rockiger Start in die Festivalsaison.
Rockig ging es mit der Band Streambleed weiter. Über 10 Jahre Bandbestehen feierten die Musiker:innen gemeinsam mit ihren Fans beim Noppen Air. Musikalisch bewegt sich die Band rund um das Genre Groove Metal – und die Liebe zu Metal wurde auch in Form von intensivem Headbanging ausgelebt.
Garish
Apropos Liebe. Die Band Garish hat in unseren Subtext-Herzen einen ganz speziellen Platz. Schon vor 13 Jahren wurde mit ihnen am Noppen Air eine Subtext-Acoustic-Session gedreht und auch schon lange davor durften wir die Band zum Interview bitten. Nach und nach wurden immer mehr Konzerte von ihnen begleitet und das neue Album „Am Ende wird alles ein Garten“ sehnsüchtigst erwartet. Textsicher können wir die künstlerischen Texte mitsingen. Neben den alt bewährten Songs wie „Römer“ und „Spuk“ wurden auch neue Songs aus dem aktuellen Album wie etwa „Ding Dong“ gefeiert. Als reguläre Konzertbesucher:innen haben wir vor allem auf einen Moment sehnsüchtig gewartet und wurden nicht enttäuscht. Traditionellerweise wurde auch diesmal ein Song komplett akustisch performt, wir freuen uns auf mehr solcher Konzertmomente.
Lovehead
Die Wiener Band Lovehead spielte mit Sicherheit eines der meistbesuchten Konzerte des diesjährigen Noppen Airs. Schon kurz vor Konzertbeginn war die Vorfreude des überwiegend jungen Publikums deutlich spürbar. Lovehead machen Musik zum Mitfühlen – ihre Texte erzählen Geschichten, die offensichtlich ankommen: Die Menge war textsicher, es wurde ausgiebig getanzt, gesprungen und gesungen.
Getragen wird der Sound der Band von drei harmonischen Stimmen, die sich abwechseln, ineinander verweben und so jedem Song eine eigene Färbung geben. Bei ihrer ersten veröffentlichten Singel „Denkst du an mich“ wurde zu einem FLINTA-Moshpit aufgerufen.
Als Zugabe gab es etwas ganz Besonderes: Lovehead performten sehr ungewöhnlich für ihren Stil ihren ersten Rap-Track. Ein mega Abschluss für ein grandioses Konzert.
Tiavo
Die deutsche Band aus Saarbrücken lieferte am Noppen Air eine energiegeladene Performance. Wild hüpfen und springen die Bandmitglieder auf der Bühne herum. Manchmal mit von der Partie: ein tanzender Mann mit Fernsehkopf. Ihre rockige Musik bringt 80s-Disco-Feeling, inklusive lässiger elektronischer Elemente, in den Noppen Hof. Tiavo performen Hit nach Hit – Zeit für eine Verschnaufpause gibt es nicht. Kein Wunder bei ihren catchy Texten und Melodien. Im August erscheint ihr neues Album „Hotel Tiavo“. Die Noppen Crowd bekam einen ersten Vorgeschmack und so viel kann man schon sagen: Das sollte man sich nicht entgehen lassen.
Ende
Am Ende Ende. Das Noppen war der erste Tourstop der Festivalsaison 2026 und die Jungs waren mindestens so motiviert wie das Publikum. Es wurde wild getanzt und laut mitgesungen. Der neue Bassist Pablo hat sich gleich mit einer ganz speziellen Geste bei uns ins Herz geschummelt. Er und Stefan besuchten am Nachmittag unseren Subtext-on-Tour Stand und tauschten ihre Liebesbriefe mit einem anderen aus. Dieser war klar für eine gewisse Person gedacht und wurde prompt vorgelesen. Danke für das Shoutout. Seit dem Gig am Rock im Dorf feiern wir die Band und ihren einzigartigen Sound.
Samstag
Nach dem Flunkyballturnier startete auch der Samstag rockig ins Programm. Die Band Painted Dessert eröffnete den zweiten Festivaltag. Vorab konnte man sich nur wenig mit den Songs der Band beschäftigen, so haben sie kaum veröffentlichte Songs online – umso schöner war es, auch einige unveröffentlichte Songs live zu erleben.
Laurenz Nikolaus
Wie schon beim Styrian Sounds hat uns auch diesmal Laurenz Nikolaus komplett von den Socken gehauen. Mit seiner charmanten Art und Weise, den eingängigen Songs und der puren Begeisterung für die Sache steckte er das gesamte Festival an. Es wurde bei Songs wie „Der Teufel tanzt im Volksgarten“ oder „Annemarie“ laut und textsicher mitgesungen. Und jetzt mal unter uns: Wie lieb kann man eigentlich seine eigene Band vorstellen – mit so vielen Details und der Erwähnung ihrer Spezialgebiete? Gut, dass wir seit dem letzten Wochenende einen ständigen Ohrwurm vom aktuellen und einzigen Album haben – so war auch das Subtext-Team textsicher. Mit seinem neu interpretierten Austropop-Sound wird er uns noch auf dem einen oder anderen Festival heuer große Freude bereiten.
Sodl
Sodl zeigte sich von ihrer wohl märchenhaftesten Seite. Zwischen Blumen auf der Bühne wirkte sie fast wie eine mittelalterliche Waldfee, schwebte tanzend über die Bühne und zog das Publikum mit ihrer lieblichen, zugleich aber sehr präsenten Art sofort in den Bann. Unterstützt von ihrer Band – inklusive Geigerin, die dem Sound zusätzliche Tiefe verlieh – entstand eine dichte, fast verträumte Atmosphäre. Zwischen den Songs erzählte sie charmant von einem Specht bei sich zuhause, stieß gemeinsam mit der Crowd an und schuf so eine spürbar persönliche Verbindung. Ein Auftritt, der weniger laut als vielmehr gefühlvoll war – und genau dadurch hängen blieb.
BAC
Einen ganz anderen, aber ebenso fesselnden Auftritt lieferte BAC. Allein auf der großen Bühne, ohne Band – und trotzdem füllte der Künstler den Noppenhof mit einer Energie, die alle erfasste. Seine abwechslungsreichen Songs bewegen sich zwischen Hip-Hop und Elektro. Die deutschsprachigen Texte kreisen um Liebe und Fehlen, um das, was uns beschäftigt, wenn die Lichter ausgehen. Die Musik lädt zum gemeinsamen Schunkeln ein, etwas, das man an einem genauso schönen Festivalsamstag braucht.
Sharktank
Sharktank haben einfach alles abgerissen. Die Stimmung? Von der ersten Sekunde an da – keine Aufwärmphase, kein Zögern, einfach direkt rein und gemeinsam mit dem Publikum eskalieren. Genau diese Verbindung war durchgehend spürbar: Bühne und Crowd als eine Einheit. Die Energie auf der Bühne war kaum greifbar, ständig in Bewegung, ständig am Überschwappen. Songs wie „Washed Up“ oder „For Myself“ haben genau das auf den Punkt gebracht: mitreißend, emotional und einfach gemacht, um sie laut mitzusingen.
Und ja – genau das haben wir auch getan. Gesungen, getanzt, alles rausgelassen. So sehr, dass wir am nächsten Morgen mit leicht heiserer Stimme aufgewacht sind.
Subtext on Tour
Auch unser Subtext-on-Tour-Team war dieses Jahr wieder mit von der Partie. Als offizieller Punkt der „Noppen-To-Do-Liste“ durften wir uns heuer über besonders viele Besucher:innen an unserem Stand freuen. Viele kamen ohne Glitzer – gegangen ist aber bestimmt niemand mehr ohne. Auch das alljährliche Flunkyball-Turnier am Samstagnachmittag war wieder ein voller Erfolg. Mit dabei: die Gruppe Muadtschakte Bauwon Boazn (was genau das heißt, wissen wir bis heute nicht) samt voller Unterstützung ihres Fanclubs. Mit Gurken, Trommel und Trompeten sorgten sie für ordentlich Stimmung am Spielfeldrand. Gewonnen hat am Ende aber ein anderes Team, nämlich SchönesWetter.at. An unserer Singstar-Station konnten wir die Festivalbesucher:innen ebenfalls wieder begeistern – „Durch den Monsun“ und „Nur ein Wort“ können wir mittlerweile auswendig. Und auch das Glücksrad wurde fleißig gedreht: Insgesamt zehn Gläser Essiggurken haben so den Weg zu glücklichen Campinggästen gefunden. Wir freuen uns jetzt schon aufs nächste Jahr – mal schauen, was wir uns dann einfallen lassen.
Am Ende des Wochenendes bleibt mehr als nur die Erinnerung an gute Konzerte. Das Noppen Air ist ein Festival, das vom Zusammenkommen lebt: vom ersten Bier auf der Parzelle, von den Gesprächen zwischen den Sets, von den durchtanzten Nächten und den verkaterten Vormittagen. Und es ist ein Versprechen – dass der Sommer jetzt wirklich beginnt.
Fotos: Lea Rainisch, Lisa Leeb, Ines Mayer
