Peter McPoland Wien
Foto: Simone Grübl

Peter McPoland spielte das erste Mal in Wien?

Obwohl der US-Singer-Songwriter Peter McPoland bereits seit 2018 Musik macht, ist er aktuell auf seiner allerersten Europatour. Am 29. März spielte er seine Headline-Show in der Szene Wien, von der viele überraschenderweise gar nichts wussten.

Peter Francis McPoland ist einer der Musiker, die während des Lockdowns durch Singvideos auf TikTok erstmals viel Aufmerksamkeit erhielten. Zunächst vor allem in den USA, später erreichte er damit aber auch ein internationales Publikum. In Österreich gilt er dagegen bis heute noch immer als Geheimtipp, während er in Amerika bereits große Shows ausverkauft. Musikalisch bewegt sich McPoland im Indie- und Alternative-Genre, oft getragen von emotionalen Texten und eingängigen Melodien. Zu seinen bekanntesten Songs zählen unter anderem „Digital Silence“, „Romeo & Juliet“ und „Shit Show“.

Auch wenn Peter McPoland bereits mit eigenen Tourneen unterwegs war und etwa als Support-Act für Twenty One Pilots spielte, war er in Europa bisher noch nie live zu sehen. Mit der „Change The Scenery, Never The Sound Tour“ änderte sich das nun aber und so kam er am 29. März 2026 zum ersten Mal nach Österreich. Dort trat er gemeinsam mit seinem Support-Act, dem britischen Musiker Orlando, in der Szene Wien auf. Von der Tour und besonders von der Wien-Show hatten aber nur die wenigsten etwas mitbekommen. Ob sich das am Ende bemerkbar machen würde, blieb zunächst offen.

Orlando

Obwohl die meisten im Publikum Orlando vorher noch nicht kannten, war der Saal um 20 Uhr bereits gut gefüllt. Viele wirkten zunächst eher verwundert, dass es überhaupt einen Support-Act gab. Der Einstieg fühlte sich dadurch etwas unerwartet an, entwickelte sich aber schnell zu einem ruhigen und intensiven Moment. Orlando überzeugte mit sehr emotionalen Songs, die er ausschließlich akustisch am Klavier performte, während das Publikum so aufmerksam wie selten bei Openers zuhörte. Sogar ein Cover des Songs „Vienna“ von Billy Joel fand seinen Platz im Set und passte erstaunlich gut zur Stimmung des Abends. Insgesamt wirkte das Ganze zwar ein wenig random, war aber trotzdem ein gelungener und sehr angenehmer Start.

Peter McPoland

An sich war ich wirklich positiv überrascht, wie voll das Konzert von Anfang an war. Aus der Crowd konnte man schon früh heraushören, dass vor allem in der ersten Reihe viele Amerikaner und auch andere Nationalitäten standen, die teilweise extra fürs Konzert nach Wien gekommen waren. Sobald Peter die Bühne betrat, wurde schnell klar, dass sich wirklich nur wahre Fans im Publikum befanden. Die Stimmung war von Anfang an unglaublich gut, sowohl auf Seiten der Zuschauer:innen als auch bei Peter selbst. Seine Performance wirkte dadurch umso authentischer und lebendiger.

In Europa ist seine Band nicht mitgereist und die Tour findet generell in einem sehr kleinen Rahmen statt. Auf der Bühne standen nur er sowie ein weiterer Gitarrist, weshalb er alle Songs akustisch spielte. Persönlich hätte ich mir gerade „Digital Silence“ mit Band cool vorgestellt, aber das ist Geschmackssache. Die Fans liebten die Version trotzdem und konnten zu fast allen Songs die Lyrics lautstark mitsingen. Grundsätzlich war die Atmosphäre sehr positiv, Peter wirkte sympathisch und offen, erzählte viele lustige Storys von der Tour und interagierte mit dem Publikum. Am Ende erwähnte er extra, dass er keine klassische Zugabe machen würde, weil er das Konzept eher unangenehm findet, was dem Abend aber einen sehr entspannten und passenden Abschluss verlieh.

Fazit

Am Ende zeigt der Konzertabend vor allem, wie viele Leute tatsächlich gekommen sind, obwohl man kaum etwas von der Tour mitbekommen hatte. Das beweist, dass Peter McPoland eine starke Fanbase hat, sogar in Österreich. Gerade die eher unscheinbare Show machte es irgendwie besonders. Viele haben erst im Nachhinein davon erfahren und wären gern selbst dabei gewesen.

Multimedia Schülerin und Fotografin aus Linz