Tame Impala: Die Hype-Show live in München
Der Hype rund um die Konzerte von Tame Impala geht aktuell vor allem auf TikTok viral und sorgt weltweit für ausverkaufte Shows. Am 16. April machte die Deadbeat Tour auch in der Münchner Olympiahalle Halt. Doch war die Show wirklich so besonders?
Viele denken bei Tame Impala an eine Band, tatsächlich steckt aber der australische Musiker und Produzent Kevin Parker dahinter. Seit 2007 führt er das Projekt fast komplett allein, live wird er hingegen von einer Band begleitet. Musikalisch bewegt sich das Ganze zwischen Psychedelic-Rock, Indie und elektronischen Einflüssen und ist vor allem für seinen verträumten Klang bekannt. Über die Jahre hat sich Tame Impala so von einem Indie-Insider zu einem der prägendsten Acts der modernen Alternative-Szene entwickelt.
Mit dem aktuellen Album Deadbeat und der dazugehörigen Tour hat Tame Impala erneut stark an Aufmerksamkeit gewonnen. Nicht zuletzt durch virale Trends auf TikTok und seine Live-Performances. Die Shows gelten derzeit als besonders gefragt und visuell eindrucksvoll inszeniert. Genau dieser Hype zeigte sich auch bei der vergangenen Show am 16. April 2026 in der Olympiahalle München, wo die Erwartungen im Vorfeld entsprechend hoch waren.
RIP Magic
Im Vergleich zu den sehr bekannten Support-Acts DJO und Dominic Fike in Nordamerika wirkte RIP Magic im ersten Moment eher überraschend und vielleicht auch etwas enttäuschend. Das muss allerdings nichts heißen, schließlich fangen alle Künstler:innen einmal klein an. Ihr Auftritt ließ sich nur schwer einordnen und bewegte sich irgendwo zwischen mysteriös und gleichzeitig etwas distanziert. Musikalisch setzten sie auf einen sehr experimentellen Electronica-Sound, der sich vom restlichen Line-up abhob. Insgesamt war es eine interessante und neue Erfahrung, wirkte für eine Show dieser Größe aber nicht unbedingt wie die passendste Wahl als Opener.
Tame Impala
Es war eines dieser Konzerte, auf das man sich schon lange im Voraus freut, und viele waren extra dafür angereist. Vor Ort hielt sich der Andrang zunächst aber überraschend in Grenzen, vor allem im Vergleich zu anderen Shows dieser Größe. Stattdessen wurde die Zeit eher genutzt, um noch schnell TikToks zum viralen Remix von „Dracula“ aufzunehmen. Auch während der ersten Songs blieb das Publikum noch etwas zurückhaltend, obwohl Kevin Parker bereits von Beginn an eine starke Performance ablieferte.
Im Laufe des Abends zeigte sich dann immer mehr, wie bodenständig er trotz des großen Hypes geblieben ist. Das wurde unter anderem durch seine bekannte Piss-Break, entspannte Momente auf der kleineren B-Stage und viele Interaktionen mit dem Publikum deutlich. Ein Fan bekam sogar nach Wunsch ein Tattoo von ihm gezeichnet. Spätestens bei Songs wie „Loser“ oder „Elephant“ ließ die sehr durchgemischte Crowd dann komplett los, von langjährigen Fans bis hin zu Leuten, die vor allem für Social-Media-Content da waren. Zu den Highlights zählten definitiv Klassiker wie „Let It Happen“ und „New Person, Same Old Mistakes“, bei denen Konfetti durch die Halle flog und man von oben aus sehen konnte, wie die gesamte Menge gleichzeitig sprang.
Fazit
Auch wenn das keine große Überraschung ist, war die Show den ganzen Hype am Ende definitiv wert. Vor allem live entfaltet die Musik von Tame Impala eine ganz eigene Wirkung, die zusammen mit der spektakulären Lichtshow für ein besonderes Erlebnis sorgt. Gleichzeitig gab es immer wieder ruhigere Momente, die dem Konzert eine angenehme Balance gaben. Und ja, nebenbei lieferte der Abend auch mehr als genug Content, der sich perfekt für Social Media eignet.
