Commuter: Privatkonzert im Posthof
Es gibt Konzerte, die bleiben in Erinnerung, weil sie opulente Shows waren. Andere, weil sie neue Entdeckungen bieten. Commuter und Swim Swim Naked am Mittwochabend im Posthof waren Zweiteres. Und hätten sich durchaus Publikum verdient gehabt.
Setting: Mittwochabend. Posthof Linz. Liveurope, eine paneuropäische Vereinigung verschiedenster Venues, brachte wieder zwei spannende, aufstrebende Acts in die oberösterreichische Landeshauptstadt. Mit der griechischen Post-Punk-Band Commuter und dem ungarischen Electro-Duo Swim Swim Naked auch musikalisch durchaus abwechslungsreich.
Zuallererst mal das Deprimierende: Hat halt fast keinen interessiert. Die Besucherzahl im niedrigst zweistelligen Bereich, die Bands sowie die Technik und Leute am Einlass inklusive. Schade drum, denn verdient hätten sich die beiden durchaus sympathischen Acts durchaus mehr Andrang. Warum das so ist? Gute Frage. Wahrscheinlich einem Mix aus fehlendem Local Support und langem Wochenende geschuldet. Versuchen wir, das halt mal als Erklärung stehen zu lassen.
Next time bitte mit Audience!
Aber macht nix, und die paar Anwesenden wurden musikalisch durchaus gut unterhalten. Band #1 stammt aus Ungarn und hört auf den Namen Swim Swim Naked. Bühnenoutfit des Duos? Sagen wir mal wohlwollend „abgestimmte“ Jumpsuits dazu. Stilistisch wird hier auf tanzbare Rhythmen im Electro-Pop-Setting gesetzt, das Ganze durchaus tanzbar. Die wenigen Besucher:innen im Posthof hatten Spaß daran, die beiden Hauptprotagonisten sowohl im Rahmen ihres Sets als auch im darauffolgenden Auftritt von Commuter. Sympathisch, gerne wieder, vielleicht ja als Support in einem größeren Setting?
Headliner des Abends: Commuter. Das Athener Quartett hat den Post-Punk verinnerlicht. Das ganze Drumherum würde wunderbarst in Venues wie die KAPU oder einen (nicht mehr ganz so) feuchten Linzer Geheimkeller passen. Die Platte Guilt Eraser haben wir sicherheitshalber mal in unsere Post-Punk-Go-To-Platten des Jahres hinzugefügt, auch wenn sie nicht mehr ganz so taufrisch ist. Im Posthof wirkt das Ganze dann halt doch etwas verloren und hat was von einer öffentlichen Live-Probe. Aber, und das muss man den vier Griechen hoch anrechnen: Zurückhaltung war dann nicht die Devise des Abends. Zumindest mein Faible für Post-Punk wurde von Commuter vorzüglichst befriedigt.
Fazit: Heast, was hätten sich auch mal aufstrebende Acts eine größere Bühne verdient? Zwei ambitionierte Sets von Acts, die es noch zu entdecken gibt. Im Rahmen eines Liveurope-Abends, von denen es gerne mehrere geben sollte. Wenns dann auch noch Publikum dazu gibt, wärs umso besser.
