Crossing Europe: Streifzüge durch Heimaten
Ein Blick auf mein diesjähriges Programm beim Crossing Europe Filmfestival Linz macht schnell deutlich, welches Thema sich wie ein roter Faden durch meine Filmauswahl zieht: Heimat. Dass mich gerade hier Fragen nach Zugehörigkeit, Herkunft und Zuhause begleiten, ist kein Zufall, mehr dazu erfahrt ihr hier.
Das heurige Festival steht ja unter dem Motto „Family Ties“. Und tatsächlich, während ich mich durch die Filme der Festivaltage bewege, drängt sich ein Gedanke immer wieder in den Vordergrund: Fragen nach Herkunft, Zugehörigkeit und dem, was wir Zuhause nennen. Familie ist dabei mehr als nur ein Schlagwort; sie ist oft der erste Ort, an dem wir Heimat erfahren. Ob Dokumentarfilm oder Spielfilm, ob Balkan, Baltikum, Italien oder Westeuropa – die Perspektiven sind auch im Programm von Crossing Europe unterschiedlich, doch richtet sich der Blick oft auf Beziehungen, Wurzeln und das, was wir als Zuhause verstehen.
Über 700 Millionen Menschen leben in Europa und jede einzelne dieser Geschichten bringt eine eigene Vorstellung von Heimat mit sich. Genau diese Vielfalt spiegelt sich im Festivalprogramm wider, Bruchstücke aus Erinnerungen, Identitäten und Lebensrealitäten.
Zuhause vor der Leinwand
Wenn ich zu Beginn eines Films im Sessel Platz nehme und der Festivaltrailer einsetzt, fühlt sich auch das für mich wie ein Heimkommen an. Woran das genau liegt, lässt sich schwer greifen. Es ist weniger das Kino als Ort, sondern vielmehr die besondere Atmosphäre des Festivals: Eine Mischung aus Gemeinschaft, der Leidenschaft für europäische Geschichten und der Faszination für das Medium Film selbst.
Gleichzeitig beginnt mit jedem Film ein neues Abenteuer. Die Spannung, was mich erwartet: Wird mich die Geschichte berühren, überraschen oder vielleicht enttäuschen? Und dann ist da die Reise selbst, denn beim Crossing Europe unternimmt man Streifzüge quer durch Europa, durch unterschiedliche Zeiten und Lebenswelten. Mal geht es in die Vergangenheit, mal in mögliche Zukünfte, mal mitten hinein in die Gegenwart.
Oft sind es die leisen, intimen Geschichten, die mich begeistern. Die Suche nach der eigenen Herkunft, das Beobachten von Gemeinschaften im Großen wie im Kleinen, ganz gleich, ob es um ein Paar in einer Wohnung oder um ganze Communities geht. Gerade die Vielfalt ist beim diesjährigen Filmfestival in Linz besonders spürbar.
AM Ende bleiben Fragen
Am heutigen, vorletzten Festivaltag wird mir klar, dass die Filme, die ich gesehen habe und die sich mit Heimat auseinandersetzen, weit mehr Fragen aufwerfen, als sie beantworten. Was bedeuten Heimat, Familie, Herkunft und Zuhause eigentlich für uns Menschen? Und wie gehen wir damit um, wenn all das bedroht, verloren oder zerstört wird? Es sind Fragen, die bleiben. Fragen, die ich mitnehme, bis ich in einem Jahr wieder für eine Woche in den Kinosessel falle und sich alles erneut wie „Zuhause“ anfühlt.

filmfestival linz
28 april – 03 mai 2026
www.crossingeurope.at
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