I should be happy now
Ilona steht kurz vor ihrem 30. Geburtstag und hat eigentlich alles, was man sich wünscht. Doch je lauter die Bauarbeiten in ihrem Haus werden, desto unüberhörbarer wird auch die innere Unruhe. Renovacija ist ein Film über Unsicherheit, Erwartungen – und die Frage, was Glück eigentlich bedeutet.
Eigentlich sollte Ilona glücklich sein. Sie ist frisch mit ihrem Freund in eine Wohnung in Vilnius zusammengezogen, glücklich in ihrer Beziehung und erfolgreich in ihrem Beruf. Wenn da nicht diese nervenaufreibenden Bauarbeiten in ihrem Wohnhaus wären, die sie einfach nicht zur Ruhe kommen lassen. Aber ist diese Unruhe vielleicht doch eher innerlich als äußerlich bedingt? Bald merkt Ilona, dass es im Leben eben manchmal Zeit für Renovierungsarbeiten ist.

Thirty-Something
Übersetzerin Ilona steht kurz vor ihrem 30. Geburtstag – ein Meilenstein, der sie ihr Leben hinterfragen lässt. Seit zwei Jahren ist sie mit ihrem Freund zusammen, vor Kurzem sind sie zusammengezogen, und einer baldigen Verlobung steht nichts mehr im Weg. Aber da ist diese Unsicherheit, die sich nicht abschütteln lässt: Ist das wirklich das Leben, das sie sich für die Zukunft vorstellt?
Dann steht plötzlich Oleg auf ihrem Balkon. Der Handwerker aus der Ukraine arbeitet an der Sanierung ihres Wohnhauses – und verkörpert dabei einen zweiten Unsicherheitsfaktor in Ilonas Leben: den Ukrainekrieg. In der litauischen Hauptstadt Vilnius, wie im gesamten Baltikum, ist die Sorge seit der russischen Invasion groß.
Wie geht Ilona mit all diesen Fragen um? Und wie findet man inmitten all dieser Unsicherheit zu sich selbst?
Und wie ist man jetzt glücklich?
Mit großer Einfühlsamkeit setzt Regisseurin Gabrielė Urbonaitė ihr eigenes Drehbuch um und erzählt mit Renovacija eine Geschichte, mit der sich wohl viele Menschen identifizieren können. Die Baustelle im Wohnhaus ist dabei eine wunderbare Metapher. Auch wenn rundherum Mauern lautstark niedergerissen werden, geschieht die eigentliche Veränderung im Inneren ganz im Stillen.
Urbonaitė gelingt es, die gesellschaftlichen Erwartungen an eine Frau um die 30 – Beziehung, Karriere, Kinderwunsch, alles bitte bereits im Griff – mit dem Ukraine-Krieg als zusätzlichem Unsicherheitsfaktor zu verweben. Die Figuren bleiben dabei authentisch und menschlich und bieten genug Raum für persönliche Identifikation.
Fazit
Renovacija hält einem – egal in welcher Lebensphase – den Spiegel vor und entlässt das Publikum mit dem Gefühl, dass Veränderung auch gut sein kann, auch wenn sie mitunter schmerzhaft ist. Der Weg zum Glück ist eben nicht immer der einfachste.

Renovacija (Renovation)
Regie: Gabrielė Urbonaitė
Litauen / Belgien / Lettland 2025, 90 Minuten
Norwegisch / Englisch / Ukrainisch / Litauisch (OmeU)
Mit Žygimantė Elena Jakštaitė, Šarūnas Zenkevičius, Roman Lutskyi

filmfestival linz
28 april – 03 mai 2026
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