Filmstill aus Karavan /Caravan
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Karavan

Die Regisseurin Zuzana Kirchnerová erzählt in dieser sehr persönlichen Geschichte über eine Mutter-Sohn-Beziehung einen wundervollen und emotionalen Roadmovie. Der erste tschechische Film seit 31 Jahren, der beim Filmfestival in Cannes nominiert wurde.

Für Ester (Anna Geislerová) beginnt der Sommer mit einem Besuch bei alten Freunden in Italien. Ihr pubertierender Sohn mit Downsyndrom, David (David Vostrcil), und sie haben eine gute Zeit und schwelgen in Erinnerungen. Die sehr enge Beziehung der beiden sowie ihr liebevoller Umgang miteinander werden jedoch auch von schwierigen Situationen geprägt, da die Grenzen für ihn oft nicht klar sind und er im Zuge des Erwachsenwerdens große Kräfte entwickelt.

Als bei einer nächtlichen Situation mit David das Haus der Freunde auf den Kopf gestellt wird, werden die Stimmen der Freunde und deren Familie lauter, da sich die Kinder in Davids Gegenwart nicht mehr wohlfühlen. Man spricht darüber, wie man Ester unterstützen kann, um ihr etwas Last abzunehmen. Die alleinerziehende Mutter beschließt noch in derselben Nacht, mit ihrem Sohn zu flüchten, und nimmt den Caravan ihrer Freunde mit, mit dem sie schon in jungen Jahren unterwegs war.

Filmstill aus Karavan /Caravan

Geist der Vergangenheit

In einem Wohnmobil zu leben und nicht zu wissen, was der nächste Tag bringt, hebt Esters Stimmung und erinnert sie an die Vergangenheit. Sie schafft den Spagat zwischen dem Muttersein und dem Freigeist, der sie ist – aber wie lange, bleibt offen. Auf dem Weg begegnen sie Zuza (Juliana Olhová), mit der sie sich schnell verstehen. Mit ihrer offenen Art kommt sie sehr gut bei den beiden an, die sich genau nach dieser Spontanität sehnen. Zuza beschließt, sich ihnen anzuschließen, und so reist das Trio durch die italienische Sommeridylle. David versteht sich prächtig mit Zuza, wodurch auch die Mutter mehr Zeit für sich hat.

Der dunkle Schleier lichtet sich jedoch nur für kurze Zeit, denn Essen und Geld werden knapp. Man merkt, wie die Anspannung bei der Mutter steigt. Mit der neu gewonnenen Zeit beginnt sie, nach Arbeit zu suchen. In der von Landwirtschaft geprägten Region springt sie von Job zu Job. Sie genießt die Ablenkung und Abwechslung, auch wenn sie weiß, dass es vermutlich nichts Dauerhaftes sein wird. Ihr Kind wird immer an erster Stelle stehen.

Permanent

Auch wenn sich ringsum viel verändert und man viel Neues erlebt, ändern sich gewisse Dinge nur langsam oder gar nicht – die guten wie die weniger guten. Die Liebe einer Mutter ebenso wie eine Krankheit, die als dauerhafte Belastung wirken kann.

Fazit

David überzeugt bei seinem Filmdebüt mit einer facettenreichen Darstellung, ganz ohne ein Wort zu sprechen. Besonders eindrucksvoll ist die schwere, aber zugleich unfassbar mitreißende Beziehung zwischen ihm und seiner Mutter.


Karavan / Caravan

Regie: Zuzana Kirchnerová

102 Minuten, Tschechien / Slowakei / Italien, OmeU
Mit Aňa Geislerová, David Vodstrcil, Juliana Brutovska Ol’hová


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