Salò Posthof Linz 2026
Foto: Christoph Leeb

Salò: Hardcore mit Herz und Haltung

Hardcore – so der Titel des dritten Albums von Salò, mit welchem er am Donnerstagabend im Posthof Linz gastierte. Wie so oft bewahrheitete sich hier: Das ist wohl einer der besten Live-Acts Österreichs, der seine Fangemeinde stetig vergrößert.

20. Mai, letztes Indoor-Posthofkonzert: Wiens Indie-Aushängeschild Salò hatte sich angesagt. Gut 500 Fans sind der Einladung dann an diesem schönen Maiabend auch gefolgt, um die Präsentation seines dritten Albums Hardcore zu zelebrieren.

Support gab es natürlich ebenfalls. In diesem Fall stammte dieser aus Düsseldorf und hört auf den Namen Silk. Riot-Girl-Attitüde trifft auf Punk, politische Message inklusive. Salò scheint es ein Anliegen zu sein, dass FLINTA* und andere oft marginalisierte Gruppen auf der Stage eine Bühne bekommen. Zumindest wenn man sich die Support-Acts ansieht. Das immer zahlreicher werdende Publikum nahm den Auftritt von Silk wohlwollend zur Kenntnis, erste zaghafte Moshpit-Versuche inklusive. Kann man schon mal machen, und zumindest einige Fans dürften sie in Linz dazugewonnen haben.

Salò: Catchy wie eh und je

Nun, was soll man zu Salò sagen, was noch nicht gesagt worden ist. Stetig steigende Zuschauerzahlen (von 50 beim ersten Gig bis zu 500 am Donnerstag) zeugen von anhaltendem Wachstum. Live ist das Quartett samt in Linz durchaus bekanntem Gitarristen unbestritten ein Brett. Die Mischung aus Punk, Pop-Elementen mit politischen Inhalten und Electro-Anleihen ist eine, die geneigte Zuhörer schnell in den Bann ziehen kann. Egal ob Liebe, Rotten.com oder Ich streichle Tauben, Salò fühlt sich in der Stahlstadt Linz wohl. Auch Männergefühle haben ihren Platz im Salò’schen Set, außer dann, wenn ein Safe-Space-Moshpit gestartet wird. Unverbesserliche Testosteronbomben werden dann auch konsequent outgecalled, wenn sie ihren Arsch nicht mal für einen Song aus dem Weg räumen wollen. Können wir als Message nur unterstützen.

Ansonsten präsentiert sich das Publikum motiviert, bereits angesprochene Circles werden mit Fortdauer des Sets immer konsequenter, und spätestens wenn Appolonia bei der Zugabe wieder an der Kasse sitzt, ist die Meute zufrieden. Eins sei am Rande noch erwähnt: Mit 25 Euro fiel dieses Konzert anno 2026 ja fast schon in die Kategorie „preiswert“ und ist jeden Cent wert gewesen!

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockey- und Fußballfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.