Eyes Wide Open – Vienna Shorts 2026
Wien bekommt Ende Mai seine Dosis Gegenprogramm zum Brain Rot der digitalen Reizüberflutung. Vom 26. bis 31. Mai zeigt das internationale Kurzfilmfestival Vienna Shorts 352 Filme aus 66 Ländern – erstmals unter neuer künstlerischer Leitung.
Das Festival startet heuer mit einem klaren Thema: Aufmerksamkeit. Unter dem Motto „Eyes Wide Open“ fragt die 23. Ausgabe, wie unsere Wahrnehmung geformt und gelenkt wird. Und wie sie im Zeitalter von KI-Content und Brain Rot systematisch ausgebeutet wird. Max Bergmann übernimmt die künstlerische Leitung neu. Sein Festivalmotto geht über Filmästhetik hinaus – es ist auch eine politische Haltung. Neun Programme nähern sich dem Thema von verschiedenen Seiten. Sie reichen von digitalem Informationsüberfluss über filmische Strategien bis zur Frage, wie wir füreinander aufmerksam bleiben können. Den Trailer gestaltete die spanische Filmemacherin Gala Hernández López. Sie setzte dafür erstmals eine Spezialkamera der Harvard University künstlerisch ein. Das Gerät erfasst Lichtpolarisation – das Ergebnis ist ein Bild, das sich nicht sofort erschließt.
352 Filme, zwei Porträts und ein Kino auf Rädern
Die diesjährigen Porträts widmen sich zwei sehr unterschiedlichen Positionen. Viktoria Schmid arbeitet mit historischen Farbfilmverfahren und lotet die Grenzen des Sichtbaren aus. Onyeka Igwe hingegen verhandelt in rhythmisch präzisen Montagen koloniale Geschichte, Diaspora und kollektives Gedächtnis. Igwe zeigt im Juni eine Einzelausstellung in der Wiener Secession. Eine Kooperation, die Vienna Shorts heuer erstmals eingeht. Neben den Porträts gibt es Gastprogramme von Queer Cinema Austria, dem Porn Film Festival Vienna und Gewächshaus. Ein eigenes Kinderprogramm entsteht in Kooperation mit dem ZOOM Kindermuseum. Festivalzentrum ist erneut das MuseumsQuartier – mit Open-Air-Leinwand und dem Milieukino, einem zum Kinosaal umgebauten Truck.
Wer beim Ticketkauf zögert: Das Pay-what-you-can-Modell bleibt. Einzeltickets starten bei 4 Euro, Festivalpässe ab 20 Euro. Für unter 19-Jährige, nonstop-Kinoabonnent:innen und Kulturpass-Inhaber:innen ist der Eintritt gratis. In vier Wettbewerben konkurrieren 84 Filme aus 33 Ländern. Sie kämpfen um über 30.000 Euro Preisgeld. Auf dem Spiel stehen außerdem Qualifikationen für Oscars, den Europäischen Filmpreis und den Österreichischen Filmpreis. Neu ist ein ORF-Publikumspreis für den besten österreichischen Dokumentarfilm – dotiert mit 2.500 Euro.

Vienna Shorts
23. Internationales Kurzfilmfestival Wien
26.–31. Mai 2026
Gartenbaukino, Stadtkino im Künstlerhaus, METRO Kinokulturhaus, Österreichisches Filmmuseum, mumok kino, MuseumsQuartier (Open Air + Milieukino)
Tickets ab 4 €, Festivalpässe ab 20 € → viennashorts.com/tickets
Programm → viennashorts.com
