Conan Gray in Wien: An Bord der Wishbone-Tour
Am 1. Juni 2026 machte der US-Sänger Conan Gray mit seiner aktuellen Tour Halt in Österreich. Zwischen kreativen Outfits und starken Emotionen zeigte sich in der Wiener Stadthalle schnell, warum Wishbone für viele Fans weit mehr als nur ein Album ist.
Mit Songs wie „Heather“, „Maniac“ oder „People Watching“ hat sich Conan Gray in den vergangenen Jahren zu einer der prägendsten Stimmen des modernen Pop entwickelt. Seine Musik bewegt sich dabei irgendwo zwischen Herzschmerz, Nostalgie und dem Chaos des Erwachsenwerdens und trifft damit vor allem bei jungen Menschen einen Nerv. Gerade diese Ehrlichkeit und Nahbarkeit haben ihm eine besonders treue Fangemeinde eingebracht, die mittlerweile ganze Arenen füllt.
Mit „Wishbone“ veröffentlichte Conan Gray 2025 sein bislang persönlichstes Album. Die neue visuelle Ästhetik rund um Matrosen, das Meer und die fiktive Wishbone-Welt zieht sich dabei konsequent durch das gesamte Projekt und findet auch auf der dazugehörigen World Tour ihren Platz. Nachdem ich Conan bereits im Sommer beim Superbloom Festival erleben durfte und damals schon von seiner Bühnenpräsenz beeindruckt war, waren die Erwartungen an seine erste Arena-Tour entsprechend hoch. Am 1. Juni 2026 machte er erneut in Österreich Halt und brachte seine spektakuläre Show in die Wiener Stadthalle.
Wishbone wird Realität
Schon lange vor Konzertbeginn herrschte in der Wiener Stadthalle beste Stimmung. Eine perfekt abgestimmte Pre-Show-Playlist und sogar ein Quiz rund um Conan Gray verkürzten die Wartezeit, bis schließlich bei Olivia Rodrigos „bad idea right?“ alle wussten, dass der große Moment kurz bevorstand. Passend zur Zeile „I know I should stop“ ging das Licht aus und der Jubel der Fans füllte sofort die gesamte Halle. Kurz darauf fuhr Conan auf einem Fahrrad auf die Bühne und warf eine Postkarte in einen passend mit „Wien“ beschrifteten Briefkasten. Damit war der Ton für den restlichen Abend gesetzt. Die gesamte Produktion wirkte unglaublich durchdacht und zog die Ästhetik von Wishbone konsequent durch. Ob bei Performances auf einem Bett oder während des sehr gut gewählten Surprise Songs „Overdrive“ an einem Lagerfeuer, jede Szene wirkte wie ein eigenes kleines Kapitel innerhalb der Show.
Generell war der Abend stark auf die Fans ausgerichtet. Die Bühne in Form eines Wishbones und Conans Barricade Walk sorgten dafür, dass möglichst viele Besucher:innen ihm nahe kommen konnten. Zusätzlich zum klassischen Akustik-Slot durften ausgewählte Fans sogar gemeinsam mit ihm einen Wishbone zerbrechen und anschließend zwischen zwei Songs wählen. Auch die Setlist fand eine gelungene Balance zwischen älteren Veröffentlichungen und dem aktuellen Album, wobei besonders „Vodka Cranberry“ und „Caramel“ für Begeisterung sorgten. Passend dazu zeigte sich auch im Publikum, wie sehr die Wishbone-Ära angekommen ist. Selten habe ich bei einem Konzert eine so klare Ästhetik und gleichzeitig so viel Liebe zum Detail bei den Outfits gesehen. Am Ende bestätigt sich damit vor allem eines: Conan Gray ist einfach ein herausragender Performer. Die Musik, die Inszenierung und seine natürliche Art ergeben gemeinsam ein Gesamtpaket, das diesen Abend so besonders gemacht hat.