I hate myself because im Chelsea Wien
I hate myself because, Laundromat Chicks und Gush Valley. Wer am 5.6.2026 nicht im Wiener Chelsea war, hat etwas verpasst. Ein perfekter Sommerabend am Gürtel mit drei großartigen Acts, die man unbedingt am Schirm behalten sollte.
Eigentlich stand Regen am Programm. Doch davon keine Spur. Ein perfekter Tag für ein Konzert am Gürtel. Der große Gastgarten des Chelsea lächelt einladend. KAPUM Agency hat sich hier lineuptechnisch was echt Tolles überlegt. Extra aus Polen eingeflogen: I hate myself because. Als Support dann noch dazu die Wiener Bands Gush Valley und Laundromat Chicks.
Gush Valley
Den Abend eröffnete das Wiener Electronic/Punk-Duo Gush Valley. Gush Valley, das sind Tristan Fleischhacker (Sythi/Vocals) und Myron Olev (Drums). Die beiden sind schon zum zweiten Mal als Support für „I hate myself because“ am Start. Dunkle Synthesizer-Klänge und treibende Drums hallen durch das Chelsea. Eingängige Vocals untermalen das Ganze. Gush Valley macht Musik, zu der man sich einfach bewegen muss. Leider ist der Dancefloor anfangs noch etwas leer: Im Gastgarten ist es gemütlich und die Tschick in der Sonne muss genossen werden. Ein fataler Fehler meiner Meinung nach. Die, die da sind, feiern es dafür umso mehr. Vor allem in der ersten Reihe wird ekstatisch getanzt. Mit nur ca. 25 Minuten war das Set leider viel zu kurz. Gush Valley ist aber hoffentlich bald mal wieder wo live zu sehen. Außerdem arbeiten sie gerade an Aufnahmen. Das heißt: Bald muss man Gush Valley nicht nur mehr als Ohrwurm zu Hause genießen.
Laundromat Chicks
Gestartet als Soloprojekt von Tobias Hammelmüller sind die Laundromat Chicks mittlerweile eine ganze Band mit bekannten Gesichtern der Wiener Szene: Lena Pöttinger am Bass und Resi Strohmer an der Gitarre von Topsy Turvy sowie Salamirecorder Felix Schnabl an den Drums.
Ihr Sound ist groovy, melancholisch und dabei immer tanzbar – irgendwo zwischen den frühen 80ern, Indie-Rock und verträumter Roadmovie-Romantik. Die Songs entfalten live eine Leichtigkeit, die das Publikum sofort mitnimmt. Schade nur, dass auch ihr Set viel zu kurz war – man hätte den Laundromat Chicks problemlos noch deutlich länger zuhören und mittanzen können.
I hate myself because
Die Vorfreude ist groß. Alle freuen sich auf Maksym Semeniuk, besser bekannt als „I hate myself because“ Seit 2020 veröffentlicht der Ukrainer Grunge-Punk-Musik. Tracks wie „Feel Bad“ oder „Fck Me“ haben mittlerweile Streams im mehrstelligen Millionenbereich.
Der Saal ist mit genau der perfekten Anzahl an Menschen gefüllt: gut voll, aber mit genug Platz, um ordentlich zu tanzen. Zuerst betritt die Band die Bühne – Maciej Izdebski und Drummer Filip Luczak, stilecht im „I Love Vienna“-T-Shirt. Dann tosender Applaus und lautes Gekreische, als Maksym die Bühne betritt. Seine nonchalant-lässige Art zieht einen sofort in den Bann. Die kurzen, aber kraftvollen Songs treffen direkt ins Herz. Ein Hit folgt auf den nächsten, und keine einzige Minute der Show wird langweilig. Seine Texte sind emotional. Das Publikum ist textsicher, aber die eine oder andere, die etwas genauer auf die Texte hört, fragt sich zwischendurch schon: „Is he ok tho?“
Nach ca. einer Stunde auf der Bühne dürfen die „I Hate Myself Because“-Leute kurz durchschnaufen. Marco K. beeindruckt mit einem – na ja – besonderen Trompetensolo. Danach gibt es noch einige Zugaben. Das Publikum in totaler Extase. Insgesamt ein Konzert, das von der ersten bis zur letzten Minute mitreißt und zeigt, warum I Hate Myself Because mittlerweile weit mehr als nur ein Geheimtipp ist.
Fazit
Was für ein Abend! Drei wahnsinnig tolle Acts. Wer am 5.6. nicht im Chelsea war, hat eindeutig etwas verpasst. Alle drei Acts unbedingt am Schirm behalten!