JVB in Wien: Dance, Sweat, Make a Friend
Bei Konzerten des amerikanischen Hip-Hop-Duos JVB, bestehend aus Joey Valence & Brae, gelten genau diese drei Regeln. Am Samstag, 30. Mai 2026, waren sie erstmals in Österreich und stellten das Publikum bei der ausverkauften Flex-Show auf die Probe.
Mit ihrem Mix aus Oldschool-Hip-Hop, Punk-Einflüssen und jeder Menge Internet-Humor haben sich JVB in den vergangenen Jahren eine immer größere Fangemeinde aufgebaut. Das Duo, bestehend aus Joey Valence und Brae, kombiniert dabei nostalgische Sounds mit modernen Einflüssen und ist vor allem für seine energiegeladenen Liveshows bekannt.
Zum ersten Mal bin ich JVB eher zufällig beim Sziget im vergangenen Sommer begegnet. Als vorletzter Act des gesamten Festivals schafften sie es innerhalb kürzester Zeit, die Crowd komplett zum Ausrasten zu bringen. Moshpits, Crowdsurfer und eine Energie, die auch nach mehreren Festivaltagen noch ansteckend wirkte, machten ihren Auftritt für mich zu einem der Highlights. Umso klarer war deshalb, dass ich ihre erste Österreich-Show am 30. Mai 2026 nicht verpassen konnte. Im restlos ausverkauften Flex zeigte sich schließlich schnell, dass die beiden auch abseits großer Festivalbühnen genau wissen, wie man ein Publikum in Bewegung bringt.
Warm-Up-Rave
Dass die Show restlos ausverkauft war, zeigte sich bereits vor Konzertbeginn. Das Flex war von Anfang an randvoll gefüllt und selbst die letzten freien Plätze verschwanden schnell. Auf einen klassischen Support-Act verzichteten JVB, stattdessen übernahm ihr DJ das Warm-up und verwandelte den Club schon vor dem eigentlichen Konzert in eine kleine Rave-Party. Nach einigen eigenen Tracks folgte ein Party-Hit nach dem anderen, darunter auch „I Love It“ von Charli XCX. Besonders bei der auffallend jungen, gleichzeitig aber sehr gemischten Crowd traf die Songauswahl genau ins Schwarze. Schon lange bevor Joey Valence und Brae die Bühne betraten, wurde getanzt, mitgesungen und gesprungen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Flex bereits in eine Sauna verwandelt.
JVB
Nachdem ihr DJ die beiden angekündigt hatte, dauerte es nicht lange, bis die ersten lauten „JVB“-Rufe durch das Flex hallten. Unter Jubel stürmten Joey Valence und Brae schließlich auf die Bühne und legten von der ersten Sekunde an ein Tempo vor, das sie bis zum Ende des Konzerts beibehielten. Auch im Publikum gab es praktisch keine Verschnaufpause. Zwischen einem Hit nach dem anderen blieb kaum Zeit zum Durchatmen, stattdessen wurde durchgehend getanzt, gesprungen und gefeiert.
Zwischendurch richteten sich die beiden immer wieder direkt an die Crowd und erinnerten an die Regeln des Abends. Mal wurde zu einem neuen Moshpit aufgerufen, mal sollten die Besucher:innen mit den Menschen um sie herum ins Gespräch kommen. Beides funktionierte problemlos. Über den gesamten Abend verteilt öffneten sich immer wieder neue Kreise im Publikum, während die Stimmung gleichzeitig gemeinschaftlich blieb. Umso schneller war die Show schließlich auch schon wieder vorbei. Bei den Temperaturen im Club und der konstanten Bewegung war das vermutlich für alle Beteiligten gar nicht so schlecht. Heiß, verschwitzt und chaotisch war der Abend definitiv, die drei Regeln von JVB wurden dafür aber mit Bravour erfüllt.
