Mehr als nur „Little Talks“ – Of Monsters and Men in Wien
Vergangenen Samstag machte Of Monsters and Men im Rahmen ihrer The Mouse Parade Tour im Gasometer in Wien halt. Mit einer Mischung aus ruhigen und peppigen Songs kam das Publikum voll auf seine Kosten. Auch Support Rakel hatte die Zuschauer schnell für sich begeistert.
Auch wenn man die glühende Hitze, die am 20. Juni in Wien herrschte, im Hinterkopf behält, waren die Schlangen an den Eingängen des Gasometers doch überraschend kurz. Trotzdem wurde der Saal im Laufe des Abends immer voller, bis er zum Beginn des Sets von Of Monsters and Men tatsächlich gut gefüllt war. Das Publikum trotzte tapfer der Hitze im Saal und ließ diese die Stimmung nicht zunichte machen. Und auch Of Monsters and Men lieferten einen Konzertabend, den man so schnell nicht wieder vergessen wird.
Leise Töne, große Wirkung
Den Anfang des Abends machte die ebenfalls aus Island stammende Künstlerin RAKEL. In ihrem Set fanden sich vor allem einige neue Songs wieder, die zu Spielen ihr besonders viel Freude bereiteten. Allen voran die Songs ihres aktuellen Albums a place to be, das vergangenen Oktober erschienen ist. Es entstand überall verteilt, auf Farmen, in Schlafzimmern oder auch in Studios von Freunden, wie sie auf der Bühne erzählte. Dabei ließ sie auch kleine Alltagsgeräusche wie beispielsweise das Knarzen von Bodendielen in ihre Musik einfließen.
Gemeinsam mit Sara Flindt, mit der RAKEL schon länger zusammenarbeitet, sorgte sie auch im Gasometer für ganz besondere Töne, die unter die Haut gingen. Vor allem, wenn die beiden beeindruckende und wunderschöne Harmonien mit ihren Stimmen schufen, wurde das Publikum ganz ruhig und lauschte gespannt der Musik. Wer also gleich am Anfang des Konzerts da war, wurde definitiv belohnt.
Die Magie von Of Monsters and MEn
In der Pause zwischen Support- und Hauptact war es schon merklich wärmer und stickiger im Saal geworden. Doch mit dem von der Security ausgeteilten Wasser hielt das Publikum tapfer durch, bis endlich Of Monsters and Men die Bühne betraten. In ihrem Set fand sich viel Musik von ihrem neuesten Album All is Love and Pain in the Mouse Parade. Doch natürlich durften auch Klassiker wie Little Talks oder King and Lionheart nicht fehlen.
Mit ihrer humorvollen und fröhlichen Bühnenpräsenz hatten sie das Publikum schnell von sich überzeugt und wurden im Laufe des Abends immer sympathischer. Auch mit einigen Fan-Interaktionen lockerten sie die Stimmung ein wenig auf. Einer der Zuschauer hielt beispielsweise das ganze Konzert über eine Island-Flagge in die Luft. Daraufhin fragte ihn der Sänger Ragnar Þórhallsson, ob er denn vor kurzem in Island gewesen war, und ob er ohne Geld zurückgekommen ist, weil dort alles so teuer ist.
Doch auch in die Songs wurde das Publikum mit eingebunden, als die Band darum bat, beim nächsten Song mitzusingen. „Es sind auch nur 15 Wörter“ meinten sie, war für einige Lacher sorgte. Außerdem baten sie darum, „wirklich traurig“ zu singen. Gleich darauf beschlossen sie jedoch, dass einfach jeder sein sollte, wie er gerade ist.
Mit dem Song Love Love Love als Zugabe holte Of Monsters and Men das Publikum vollends ab und sorgte für einen perfekten Abschluss. Am Ende bedankten sie sich noch dafür, dass die Fans gemeinsam mit ihnen geschwitzt hatten, und verabschiedeten sich unter tosendem Applaus. Die Band sorgte an diesem Abend für eine Wohlfühlatmosphäre, in der gelacht, geweint und andächtig gelauscht wurde. Ein Konzert, das den Fans noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.
Fotos: Sara Podobri