Electric Love 2026: Superstars und 99 Luftballons
Was haben ein Ex-NBA-Star, drei schwedische Ikonen und 180.000 Feierwütige gemeinsam? Sie alle verwandelten vom 9. bis 11. Juli den Salzburgring in einen Schmelztiegel elektronischer Musik, spektakulärer Shows und ganz viel Liebe.
Salzburg und die Musik – das ist eine jahrhundertealte Liebesgeschichte, geprägt von den Festspielen, Sound of Music und dem Erbe Mozarts. Dass diese Stadt auch im 21. Jahrhundert ein Magnet für internationale Megastars bleibt, ist daher nur die logische Konsequenz dieser stolzen Tradition. Dafür sorgt seit einigen Jahren das Electric Love Festival am Salzburgring. Auch 2026 wurde an Salzburgs Musikgeschichte wieder weitergeschrieben. In der Hauptrolle das wohl bekannteste DJ-Trio der Welt: die Swedish House Mafia. Als die drei Schweden vergangenen Herbst angekündigt wurden, war klar, dass diese Festival-Ausgabe alle Rekorde brechen wird. Ihr Auftritt war nicht nur der größte Booking-Coup seit David Guetta (2013), sondern machte das Wochenende zum unumstritten spektakulärsten Kapitel, das das Electric Love bisher erlebt hat.
MILLIONEN MENSCHEN FEIERN SHOW
Der ausverkaufte erste Festivaltag war dementsprechend stark vom Auftritt der Dreien geprägt, schließlich fieberten die meisten genau diesem DJ-Set entgegen. Doch es gab noch einen Grund, weshalb die Mainstage an diesem Abend zeitweise wegen Überfüllung geschlossen werden musste: die Opening Ceremony. Mittlerweile DAS Aushängeschild des Festivals. So erreichte die Aufzeichnung davon auf YouTube letztes Jahr über 10 Millionen Klicks. Ein medialer Multiplikator, der um die Welt ging. So ist es nicht verwunderlich, dass dieses Jahr besonders viele unterschiedliche Flaggen zu sehen waren.
Ein Paar aus Kanada erzählte uns, dass Sie durch das Video auf das Festival aufmerksam wurden. Als dann die Swedish House Mafia angekündigt wurde, war für sie klar, wo der Sommerurlaub dieses Jahr hingehen wird. Und die Erwartungen an die Eröffnungszeremonie konnten auch dieses Jahr wieder vollends erfüllt werden. Spätestens als sich die Menschen zu einer EDM-Version von „99 Luftballons“ in den Armen lagen, war klar: Auch die spektakuläre und emotionale Show des Vorjahres konnte noch übertroffen werden. Da schaute man gern darüber hinweg, dass hier und da ein paar Effekte zu spät gezündet wurden.
Beachclub-Vibes und Shaq O’Neal
Der Freitag startete für viele Besucher mit dem Superstar der Latino-House-Szene: Hugel. Der Franzose legte dabei auf einer eigenen 360°-Stage inmitten der Crowd auf. Man konnte dabei fast vergessen, am Salzburgring und nicht auf Ibiza in einem Beachclub zu sein. Und obwohl der lässige Sound eher ungewöhnlich langsam für die Mainstage war, funktionierte das Konzept. Die Idylle beendeten dann Acts wie Neelix und Armin van Buuren, welche den Ring in einen Hexenkessel verwandelten. Nachdem die Mainstage geschlossen wurde, strömten die Massen zu einem US-Promi, den man vor einigen Jahren noch auf dem Basketballfeld antraf: Shaquille O’Neal aka „DJ Diesel“. Mit seinem, für europäische Ohren sehr harten Dubstep und Trap, beschallte er den Club Circus. Ganz so energetisch wie die US-Crowds wirkte die Menge hier in Salzburg allerdings nicht. Mag aber auch an der fortgeschrittenen Uhrzeit gelegen haben.
Heiße Temperaturen und heiße Beats
Mit strahlendem Sonnenschein begann dann der heißeste und auch letzte Tag des Festivalwochenendes. Wie an den Tagen zuvor gab es ein ausgewähltes Set im 360°-Grad-Setting, und diesmal brachte der Künstler sogar seine eigene Stage mit. Bunt, der sympathische deutsche Exportschlager, verursachte auf seiner rotierenden Bühne wahre Extase unter den Fans, die sich in Moshpits austobten. Spätestens als er seine Mutter auf die Bühne holte, wurde das Set sehr emotional. In Verbindung mit der Abendstimmung hatte das Ganze fast schon etwas Therapeutisch-Spirituelles. Nach dem wirklich grandiosen Set von Bunt dämpfte dann Paul Kalbrenner mit einem eher mittelmäßigen Auftritt die Stimmung etwas. Diese war aber spätestens bei KSHMR und Dimitri Vegas wieder am Höhepunkt.
NACH DEM ELF IST VOR DEM ELF
Love Resonates. Das ist der Slogan des ELF, wie das Festival liebevoll genannt wird. Und diese Liebe spürte man auch 2026. Der Veranstalter hat im Vorhinein von einer „neuen Dimension“ gesprochen, die dieses Jahr u. a. durch das Booking der SHM erreicht werden würde. Doch auch abseits des Line-ups hatte man wirklich das Gefühl, dass sich das Festival weiterentwickelt hat. Neue innovative PA-Systeme, erweiterte Food-Bereiche und Essenslieferung zum Campingplatz sind nur einige der vielen Neuerungen. Man kann also gespannt sein, welche Pläne das Festival für nächstes Jahr hat. Für jene, die sich jetzt schon wieder nach diesem Mikrokosmos am Salzburgring sehnen, gibt es jedenfalls gute Neuigkeiten: Das Datum für 2027 steht und der Vorverkauf mit einem Limited Loyalty Code hat auch schon begonnen. Informationen und Updates gibt es dazu unter electriclove.at.
Foto: Lukas Embacher