Wer ist wieder da? Nina Nina Nina!
Es gibt Konzerte, die schaut man sich an. Und es gibt Konzerte, in denen man einfach mitgerissen wird – so wie am Freitag auf der Donaulände Linz, wo Nina Chuba zum zweiten Mal vor Linzer Publikum stand. Zwischen Flechtfrisuren, Sommerhitze und Gänsehautmomenten hat sie zwei Stunden lang alles gegeben.
Schon vor Einlass war klar, wer heute hier ist. Überall Flechtfrisuren, Perlen im Haar, genau der Look, für den Nina selbst bekannt ist. Hinter der Bühne die Donau, davor ein Publikum quer durch alle Generationen, von kleinen Kids bis zu Vätern, die brav mitgekommen sind. Die Luft stand noch von der Tageshitze, dann verschwand langsam die Sonne hinter der Bühne.
Dani Lia
Bevor Nina die Bühne übernommen hat, hat Dani Lia die Menge warmgespielt. Die gebürtige Niederösterreicherin, mittlerweile in Berlin zuhause, bringt live genau diese Mischung mit. Berliner Vibe trifft auf österreichischen Charme, ungefiltert und ganz nah am Publikum. Beim Spielen ihrer aktuellen EP „baby T“ warf sie sogar ein Baby-T-Shirt in die Menge – ein kleiner, unverstellter Moment, der genau zu ihrer Art passt.
Wer macht Träume wahr? NINA NINA NINA
Sie hat sich mit NINA selbst das perfekte Intro-Lied geschrieben, und genau so ist sie auch reingekommen. In einem Outfit, das Mode auf den Punkt bringt: Jung, gewagt, ausgefallen, bis ins letzte Haaraccessoire durchdacht. Ab der ersten Sekunde war klar: Hier wird nichts abgespult, hier wird gelebt. Nina Chuba ist keine Minute stillgestanden, hat ihre Tänzerinnen und ihre Band immer wieder ins Rampenlicht geschoben. Mehrmals musste sie mitten im Song gegen ein Lachen ankämpfen, den Faden verlieren, neu ansetzen. Genau diese kleinen, unperfekten Momente waren es, die den ganzen Abend so unvergesslich gemacht haben.
Ich hab Hunger, also nehm ich mir alles vom Buffet
Bei „Mangos mit Chili“ und „Wildberry Lillet“ nahm die Stimmung dann richtig Fahrt auf. Wildberry Lillet hat sie fast ruhig angesetzt, bevor sie mittendrin selbst kurz schmunzeln musste. Man hat gemerkt, dass sie diesen Song schon gefühlt tausendmal gespielt hat, und trotzdem hat sich das für niemanden nach Pflichtprogramm angefühlt.
Ich stolpere durch die große weite Welt, ich bin so Unsicher
Mitten in dieser ganzen Energie gab es aber auch den einen Moment, in dem plötzlich alles ruhig wurde: „Unsicher“. Der einzige Song des Abends, den sie ganz ohne Choreo gesungen hat. Und auch der einzige, bei dem tausende Menschen für ein paar Minuten ganz bei sich selbst waren. Der Beweis, dass hinter der ganzen Farbe und Choreo auch echt was Tiefes steckt.
Auch bei „3 Uhr Nachts“ erzählte sie kurz, worum es ihr eigentlich geht. Freundschaften, die sich in den Zwanzigern langsam auseinanderleben. Dieses leise Gefühl, in dem sich an diesem Abend mit Sicherheit nicht nur eine Person wiedergefunden hat.
Rage Girl, Rage Girl, komm mir nicht dumm
Linz hat an diesem Abend bewiesen, dass auch ein kleineres Publikum richtig Stimmung machen kann. Bei „Rage Girl“ war das besonders zu spüren. Der pure Main-Character-Moment, eine Choreo, die einfach saß. So viel Power auf der Bühne, dass man gar nicht anders konnte, als mitzugehen. „Fucked Up“ wurde dann von allen Seiten des Publikums mitgesungen – ein richtiger Sommerhit, der genau zu diesem Abend gepasst hat.
Bei „Ich hass dich“ in der Zugabe dachte man fast schon, der Abend läuft langsam aus. Aber genau da hat Nina nochmal alle motiviert, und plötzlich wurde noch einmal richtig laut mitgesungen.
So lange her, es ist so lange
Der eigentliche Höhepunkt kam ganz am Ende. Bei „So lange her“ hörte Nina irgendwann auf zu singen und ließ einfach das Publikum übernehmen. Gleichzeitig gingen überall Handytaschenlampen hoch, und aus der Donaulände wurde für ein paar Minuten ein Lichtermeer. Ein Bild, das so schnell keiner vergisst, der dabei war.
Fazit
Zwei Stunden lang hat Nina Chuba bewiesen, warum ihre Songs für Jung und Alt funktionieren. Tiefgründig genug für stille Momente wie „Unsicher“, leicht und fun genug für Hits wie „Wildberry Lillet“. Doch zwischen Girlpower-Choreos und ehrlichen Ansagen zu Freundschaft und Selbstzweifel hat sie ihr Publikum keine Sekunde losgelassen. Und wer an diesem Abend an der Donaulände stand, hat sich mit ziemlicher Sicherheit mindestens einmal gefragt, wie es wohl wäre, selbst eine von Ninas Background-Tänzerinnen zu sein.