mephistohpeles band linz
Foto: Christoph Leeb

Mephistofeles: Lauter Mittwoch im last

Schönes Konzert zur Wochenmitte: Die argentinische Stoner/Doom-Metal-Combo Mephistofeles beehrte einen der wohl unterschätztesten Konzerträume der Stadt Linz. Im last nahe der Grünen Mitte sorgten sie gemeinsam mit Abzug für ein Konzert, das man an einem Mittwoch gerne mitnimmt.

Zugegeben: Es ist schade, dass es uns nicht öfters ins last verschlägt. Das ist ein Event-Space im ehemaligen Schachermayer-Gebäude in der Linzer Lastenstraße. Im Besitz von Schachermayer ist das markante gelbe Gebäude immer noch geblieben, hat sich aber zu einem kulturellen Hotspot der Stahlstadt Linz entwickelt. Skate-Halle im Keller und Gaming-Areas inklusive. Und einen Konzertsaal in einer Größe, die Linz eigentlich fehlt – denn 350-400 Leute kann man in den sogenannten last:space sicher reinstopfen.

OK, so viele waren es dann nicht, die am letzten Mittwoch bei brütender Hitze ins last gepilgert waren. DIY stand da auf dem Programm, ein nicht unbekannter Linzer Veranstalter hatte sich mit Abzug aus Mephistofeles zwei Bands nach Linz eingeladen. Die sind zwar stilistisch unterschiedlich, haben aber dennoch Spaß gemacht. Aber der Reihe nach.

Von Kraut-Rock zu Stoner/Doom-Metal

Den Anfang durften nämlich die erstgenannten Abzug machen. Die stammen aus Unterfranken, genauer gesagt aus Aschaffenburg. Und das Trio hat sich dem Krautrock verschrieben – das hört man während des gut vierzigminütigen Sets dann auch. Trotz lädierter Nase wird hier durchgehalten. War alles andere als ein Kaltstart, um einen Pun zu bemühen. Neues Material ist auch am Entstehen – und bestens geeignet für den Konzertsaal des Vertrauens. Je ranziger der ist, desto besser würde dieser auch zu Abzug passen wohl.

Headliner des Abends: Mephistofeles. Geografisch dann doch etwas weiter angereist als aus Aschaffenburg – die aus Paraná in Argentinien angereiste Band befand sich natürlich auf aktueller Sommer-Europatour. Was auffällt: Eine durchaus treue Fangemeinde dürften sie auch in Europa haben. Autogrammwünsche für diversestes Merch werden da natürlich dann auch vor dem eigentlichen Gig erfüllt. Stilistisch schlagen sie auch in eine ganz andere Kerbe, als es der Opener tat – eine sehr eingängige Mischung aus Doom-, Metal- und Stoner-Einflüssen treibt das Trio an.

Der Abstand zwischen Stage und Publikum wird dann auch merklich kleiner, und die last-Sauna ist an diesem Mittwoch dann Treffpunkt für alle Untergrund-Freunde. Violent Theatre ist dann nicht nur der Name der aktuellsten Platte, sondern auch so etwas wie das Motto der Band, deren Albencover auch in die Kategorie „unverwechselbar“ fallen. Eine gute Stunde lang samt Zugaben liefern sie hier einen schweißtreibenden Sauna-Aufguss. Für Genre-Fans sind Mephistofeles immer einen Abstecher wert. Und allgemein gesagt: Für Musikfans darf das last gerne generell öfter seine Pforten öffnen!

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockey- und Fußballfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.