Rock im Dorf 2026 – schönes Wiedersehen!
Nach einer kurzen Pause kehrte das Rock im Dorf vom 31. Juli bis 2. August 2026 endlich wieder auf das Reitsportgelände in Kirchdorf an der Krems zurück. Täglich strömten rund 2.500 begeisterte Besucher:innen auf das Areal, um das langersehnte Comeback des Kult-Festivals zu feiern.
Als man 2024 sturmerprobt und schlammgetränkt abgebrochen hat, kommt man nicht einfach nur zurück – man kommt besser zurück. Das Team vom Rock im Dorf Festival hat die unfreiwillige Pause genutzt, um das Festival in vielseitiger Hinsicht krisenfest zu machen. Das Ergebnis 2026 war spürbar: eine wetterfeste Containerhalle, ein starker Fokus auf Female Artists sowie ein sehr stark besetztes Line-up mit den Headlinern Bibiza und GReeeN.
Freitag
Der Auftakt am Freitag hätte nicht sommerlicher sein können: schon mittags lockte die Krems bei über 30 Grad die ersten Festivalgäste zum Badespaß, bevor mit dem ersten kühlen Bier auf das langersehnte Comeback angestoßen wurde. Beim Blick auf den Campingplatz zeigte sich ein klares Bild: Statt klassischer Zelte sieht man diesmal vor allem Wohnmobile und Caravans. Vermutlich noch hinterlassene Spuren der Unwetter 2024.
Leeta
In regelmäßigen Abständen auf ein Leeta-Konzert zu gehen, hat eigentlich nur Vorteile. Man genießt unglaublich gute Musik. Mit der Zeit wird man immer textsicherer und es schummeln sich viele gute Songs mit in die alltäglichen Playlisten. Vielleicht verliebt man sich auch immer mehr in den wundervollen Sound und die perfekt aufeinander abgestimmten Outfits. Dass sie Festivaltage eröffnen können, haben sie uns schon beim Acoustic Lakeside bewiesen. Und wie süß war einfach die Geschichte, die sie uns während ihres (zu) kurzen Sets erzählten. Beim letzten Rock im Dorf war die Band als Gast auf dem Festival und hat sich mittels „Pinky-Promiss“ geschworen, beim nächsten Mal selbst auf der Bühne zu stehen. Und vielleicht führen die vielen Songreleases zu einer baldigen Releasshow – wer nicht darauf warten will, der kann am 18.09. im Schlachthof Wels vorbeischauen.
Luisa Schweig
Apropos „regelmäßige Gäste auf Festivals“. Luisa Schweig ist wohl eine der meistgefeierten jungen Artists in Österreich. Mit ihren 17 Jahren bringt sie eine unglaubliche Energie auf die Bühne, wo sie uns am Lakeside schon komplett überrumpelt hat damit. Prinzipiell geht die junge Musikerin noch in die Schule und nutzt die Ferien aktuell zum ausgelassenen Musikmachen und für Liveauftritte. Nach dem letzten Schuljahr möchte sie sich komplett der Musik widmen – und da sie schon mal in einem rasanten Tempo die FM4-Charts gestürmt hat, würden wir behaupten, dass sie bereits einen erfolgreichen Karrierestart hinter sich hat. Unser aktuelles Lieblingslied Wiener Tauben, welcher gemeinsam mit Gast Churro64 performt wurde, zeigte nochmals, welches Potenzial hier vorhanden ist.
Magdalena Wawra
Auch Magdalena Wawra ist für uns keine Unbekannte mehr und wir durften ihren deutschsprachigen Indie-Pop-Lauten schon das eine oder andere Mal lauschen. Ihre verspielten, aber doch klaren Texte mit dem eingängigen Sound begleiten uns aktuell durch den Sommer hindurch, vor allem der Song wie man tanzt. Mit dem ersten Album Ich bin viele hat sie uns mit ihren authentischen Geschichten komplett abgeholt. Live sprang der Funke bei uns am Rock im Dorf jedoch nicht wirklich über. Irgendwie war hier vielleicht das falsche Setting für diese Art von Musik.
OK.DANKE.TSCHÜSS
Das Timing hätte nicht besser sein können: Genau zum Sonnenuntergang lieferte die Band bei traumhaftem Sommerwetter eine mitreißende Show ab. Die Stimmung in der Menge war grandios – überall feierte das Publikum neben der untergehenden Abendsonne. Als erste große Band des Abends sorgten sie für den perfekten Auftakt und gaben einen mitreißenden Vorgeschmack auf die Indie-Acts, die später noch folgten.
Adam Angst
Wer sich nach diesen sanften Indie-Sounds richtig die Seele aus dem Leib schreien wollte, war bei Adam Angst auf der Container Stage genau richtig. Mit einem Mix aus Punk-Rock und Post-Punk eroberten sie die wilden Herzen der Besucher:innen. Gitarren-Riffs, laute Solos und eine auffallende Performance waren nicht zu übersehen. Mit ihren Texten nahmen sie wie immer kein Blatt vor den Mund.
Paula Carolina
Und um gleich weiterzutanzen, wieder ab auf die Hauptbühne. Hier spielte um 22:00 das Indie-Highlight Paula Carolina. Wärs ok? Wenn wir … schreien!? Das Publikum war nun offiziell glücklich. Der Abend erreichte fast seinen ersten Höhepunkt.
Heckspoiler
Man nehme ein Schlagzeug, einen Bass, Mundart-Gesang und zwei Musiker, die genau wissen, wie man ein Publikum mitreißt – fertig ist ein Heckspoiler-Konzert. Auch beim heurigen Rock im Dorf hat das oberösterreichische Duo einmal mehr gezeigt, dass es für einen ordentlichen Abriss keine fünfköpfige Band braucht. Wer Thomas Hutterer und Andreas Zelko schon einmal live erlebt hat, etwa bei ihrem mittlerweile fast schon legendären Bootskonzert auf dem Stausee, wusste ziemlich genau, was ihn erwartet. Und trotzdem schaffen es die beiden jedes Mal aufs Neue, noch eine Schippe draufzulegen. Vom ersten Song an wurde Vollgas gegeben.
Greeen
Nostalgie und Beats. Reggae und Hip-Hop. Der deutsche Rapper Pasquale Valentin Denefleh spricht die jungen Herzen an. Für viele Festivalgäste war die Show eine emotionale Zeitreise: Seine Songs weckten Erinnerungen an vergangene Sommertage und die eigene Jugend, sodass man überall im Publikum verträumte Gesichter und mitsingende Fans sah. Die Freude, ihn nach langer Zeit wieder live zu hören, war spürbar – GReeeN bewies eindrucksvoll, wie mühelos er sowohl alte Erinnerungen weckt als auch die Herzen der jüngeren Generation erreicht.
Vicky
Ein absolutes visuelles und musikalisches Highlight setzte die Rapperin Vicky. Als starker Female Artist brachte sie eine mitreißende Dynamik auf die Containerstage. Für die wohl spektakulärste Performance des Abends sorgten ihre talentierten Tänzerinnen. Mit ihrer Tanzshow machten sie den Auftritt zu einem echten Hingucker. Man musste sich stets entscheiden, wo man hinschauen sollte: Es war grandios zu sehen, wie viel Female Power hier auf der Bühne zu sehen war – das Publikum feierte die kontroversen Texte lautstark.
Fazit
Wen das Rock im Dorf mit seinem Line-up am ersten Tag immer noch nicht überzeugen konnte, wird es sich spätestens am Samstag noch einmal anders überlegen. Generell fällt auf, dass die Crew auf dem Gelände so bemüht und engagiert ist, wie man es nur selten sieht. Genau diese familiäre Mentalität macht das Festival zu etwas ganz Besonderem. Auch die Lage mitten in den Bergen ist absolut perfekt, und der überschaubare Rahmen sorgt dafür, dass man nie in der Masse untergeht. Wer eine einmalige Atmosphäre abseits des kommerziellen Festival-Trubels sucht, ist hier genau richtig.
Samstag
Samstag, zweiter Festivaltag. Heiß draußen. Sehr heiß. Umso besser, dass man am Rock im Dorf-Festival nicht weit zur nächsten Badeabkühlung hatte. Wahlweise konnte man auch betreut daten oder sich am Pub-Quiz versuchen, ehe am späteren Nachmittag die Konzerte wieder „klassisches“ Festivalfeeling versprachen. Auch der Wettergott hatte ein Einsehen, die Gewitter zogen vorbei und nur ein paar einzelne Regentröpfchen verirrten sich abends aufs Festivalgelände.
AF90
Den musikalischen Auftakt durften alte Bekannte machen. AF90 kennt man im Kremstal. Früher als Drummer einer durchaus erfolgreichen Band, heute als Frontmann von AF90. Die Initialen AF stehen halt für Andreas Födinger, einen waschechten Local. Stilistisch? Rockig, ein bisschen Indie, gepaart mit bekannten Gesichtern in der Band. Dass die alle ihre Instrumente beherrschen – geschenkt. Ein schöner Auftakt vor einer für die frühe Uhrzeit dann doch schon annehmbare Crowd.
Magda
„Wir sind Magda-Ultras“ – das waren die Worte auf die Frage, ob wir uns nun Magda anschauen gehen. Vielleicht ein bisschen übertrieben, aber als textsicher würden wir uns alle mal beschreiben. Zwischen den anderen eingeschworenen Fans fühlten wir uns sehr wohl. Magda zählt für uns zu jenen Musiker*innen der neuen Generation, jenen, denen es ein Anliegen ist, neben ihrer Musik auch einen Safe Space für die Zuhörer*innen zu schaffen und das Konzert als etwas Wundervolles für die Seele zu zelebrieren.
Somit haben wir uns in all den sich umarmenden Menschen richtig aufgehoben gefühlt. Aber nun zur Musik. Die junge Linzerin ist gefühlt über nacht in unsere Playlists geruscht und seit Monaten nicht mehr wegzudenken. Songs wie 2 Versager oder Brich mich fangen einen auf uns sind für uns da. Diese Präsenz zeigt Magda auch auf der Bühne gemeinsam mit den Begleitmusiker*innen Esther und Ferdi. Dass diese Art von Musikmachen auch über die Staatsgrenzen schwappt, war nur eine Frage der Zeit. Vor allem, wenn man wie Magda mit Bands wie Provinz und Berq auf Tour geht. Auf jeden Fall warten wir schon voller Spannung auf das Debütalbum.
Julia Effekt
Danach: Post-Punk mit einer der wohl derzeit spannendsten Wiener Bands. Julia Effekt liefern ein kurzes, aber deswegen nicht minder knackiges Set ab. NACHTPARKETT heißt das im letzten Jahr erschienene Album. Ein Album, das nicht nur für Post-Punk-Fans interessant ist, und Tracks wie ALLEIN oder KAUF MIR ROSEN gehören schon fast in jede Standardplaylist. Deutschsprachig obendrein, braucht sich vor Vorbildern keinesfalls verstecken. Ebenso wie die Bühnenpräsenz es nicht muss. Macht an einem Festivalnachmittag verdammt viel Spaß, in einem verschwitzten Club aber wohl das berühmte „Eitzerl“ mehr.
Laurenz Nikolaus
Es gibt Künstler*innen, die man immer wieder gerne live sieht – und Laurenz Nikolaus gehört definitiv dazu. Nachdem wir ihn innerhalb eines Jahres bereits zum vierten Mal auf der Bühne erlebt haben, könnte man meinen, man wüsste mittlerweile genau, was einen erwartet. Tatsächlich ist aber genau das Gegenteil der Fall: Jeder Auftritt fühlt sich ein Stück größer, selbstverständlicher und stimmiger an.
Der österreichische Musiker, der mit seiner Mischung aus Indie-Pop, Singer-Songwriter-Einflüssen und ehrlichen, deutschsprachigen Texten immer mehr Menschen erreicht, hat beim Rock im Dorf eindrucksvoll gezeigt, wie sehr er sich in den vergangenen Monaten entwickelt hat. Bereits bei unserem ersten Konzertbesuch hat er uns abgeholt – dieses Mal war die Energie aber noch einmal eine ganz andere.
Vom ersten Song an war das Publikum voll dabei. Spätestens als sich vor der Bühne eine riesige Schunkelwelle bildete und wirklich fast alle mitsangen, wurde klar, wie sehr seine Songs mittlerweile verbinden. Dabei wirkt auf der Bühne nichts aufgesetzt. Laurenz Nikolaus strahlt eine sympathische Lockerheit aus, die perfekt zu seiner Musik passt. Es ist beeindruckend zu sehen, welche Entwicklung er innerhalb so kurzer Zeit hingelegt hat. Wenn er diesen Weg weitergeht, dürfte man ihn in den nächsten Jahren wohl noch auf einigen deutlich größeren Festivalbühnen erleben.
Nenda
Sie ist nicht nur Musikerin aus den Tiroler Alpen, sondern auch als Schauspielerin bekannt. 2026 gewann die Musikerin den FM4 Amadeus Award und hat mit ihren selbstproduzierten Videos schon den einen oder anderen Preis abgestaubt. Das Debütalbum KRRA veröffentlicht die mittlerweile in London lebende Künstlerin im Herbst 2025. Einigen ist der Song mixed Feelings sicher ein Begriff. Begeistert hat uns vor allem die unglaubliche Bühnenpräsenz von Nenda, ihre ehrlichen Emotionen und ihre humorvolle Art, welche vor allem beim Song Mountain Goat klar zu erkennen war.
Uche Yara
Wer Uche Yara schon einmal live erlebt hat, weiß, dass ihre Konzerte weit mehr sind als ein gewöhnlicher Festivalauftritt. Auch am Rock im Dorf bewies die junge Musikerin einmal mehr, warum sie derzeit zu den spannendsten Newcomerinnen des Landes zählt. Zwischen roher Energie, gefühlvollen Momenten und einer Stimme, die mühelos zwischen Zerbrechlichkeit und voller Kraft wechselt, zog sie das Publikum vom ersten Ton an in ihren Bann. Die aus Freistadt stammende Musikerin mit Pop-BORG-Wurzeln ist und bleibt eine Queen, wenn es um Bühnenpräsenz und musikalisches Talent geht. Auch nach mehreren Konzertbesuchen können wir kaum genug bekommen. Sie, ihre Gitarre und ein Laptop reichen, um ein Publikum von Grund auf zu begeistern.
Spilif
Danach: Gastspiel aus dem Westen. Aus Tirol, genauer gesagt. Bettina Filips alias Spilif. Nicht erst seit ihrem Gastspiel in der bummvollen Stadtwerkstatt in Linz ist sie uns ein Begriff. Dort präsentierte sie ihre zweite Platte Elouise, die sie natürlich auch dieses Mal mit im Gepäck hat. Singles wie etwa Ozeanblau gehen angenehm ins Ohr, und Spilif ist eine der Protagonistinnen, die Sprechgesang in der Musik mehr und mehr salonfähig machen. Duett mit Labelchef Jo Stöckholzer natürlich inklusive. Ehrliche Freude beim Liveperformen sieht man der Künstlerin ebenfalls an. Sicher auch für größere Bühnen geeignet.
Die Sterne
Pünktlich zum Hauptabendprogramm gab es danach noch einen Generationenwechsel. Die Sterne standen auf der Bühne. Nun, über diese Band wurde wohl schon alles geschrieben, was geschrieben werden sollte. Frank Spilker hält das Projekt neben seiner Buchautorentätigkeit auch 2026 noch am musikalischen Leben. Die Sterne waren und sind Wegbereiter für einen ganzen Haufen jüngerer Bands – umso schöner, dass sie selber auch noch Platz im doch durchaus jungen Rock im Dorf Line-up gefunden haben. Spätestens dann, wenn zum Abschluss des einstündigen Sets Was hat dich bloß so ruiniert? durch die PA tönt, dann kennt man die Band wieder. Und weiß, warum man Frank Spilker und seine Texte lieben gelernt hat.
Donna Savage
Mit den Worten „wieder einmal einem Mann den Platz im Line-up geklaut“ betritt die Wienerin die Bühne – und macht von der ersten Sekunde an klar, dass sie gekommen ist, um Raum einzunehmen. Mit einer gewaltigen Portion Selbstbewusstsein pfeift die Rapperin auf Rollenklischees und Schubladendenken und zieht konsequent ihr eigenes Ding durch.
Verorten lässt sich ihr Stil dabei nur schwer. Sie selbst beschreibt ihn als Auf-die-Fresse-Rap – und genau das trifft es ziemlich gut. Ihre Texte sind direkt, ehrlich und alles andere als belanglos, dabei aber definitiv nicht jugendfrei.
Zuletzt durften wir sie bereits beim Wurst-vom-Hund-Ball erleben, wo sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Auch beim Rock im Dorf zeigt sie wieder, was sie ausmacht: Sie schnappt sich den Space, lässt patriarchale Strukturen links liegen und fährt mit ihrem eigenen Programm einfach beinhart darüber. Und ja – genau das macht verdammt viel Spaß.
Bibiza
Headliner des Abends: Bibiza. Und Headliner darf man hier durchaus wörtlich nehmen. Österreichs wohl nächster Rockstar Bibiza weiß nämlich, wie man eine anständige Show zelebriert. Mit dem Album Rocknrollst★r, das passenderweise genau am Wochenende des Rock im Dorf-Festivals das Licht der Musikwelt offiziell erblickte, erfindet sich der Wiener Artist neu. Wo Wiener Schickeria erste Schritte in Richtung Pop machte, macht Rocknrollst★r Franz Bibiza zu eben diesem. Mitsinghymnen wie Schnapsidee und Oden etwa an die Akademie der bildenden Künste begeistern auch am Rock im Dorf. Ein Narcotic-Cover gibts auch, Wiener Schmäh dazu inklusive. Kann sich auch nicht jeder Artist leisten.
Ausflug ins Publikum kann Bibiza gegen Konzertende ebenso wie Rockstar- und Frontmannqualitäten. Die hatte er zwar schon vorher, hat sie aber 2026 ins Hier und Jetzt perfektioniert. Hui, das ist ein Artist, der demnächst so richtig steil gehen könnte und dem Festivalbühnen wie das Rock im Dorf schnell viel zu klein werden könnten. Wir sind gespannt und freuen uns auf Franz‘ kommende Schnapsideen.
Kochkraft durch KMA
Würdiger Abschluss: Kochkraft durch KMA. Auf den zweiten Drücker standen die Duisburger Wave-Punks auf der Rock im Dorf-Bühne. Da war ja so ein „klitzekleines“ Unwetter beim letzten Gig, das just deren Slot weggeschwemmt hatte. Nun durften sie am Rock im Dorf-Festival den Rausschmeißer spielen, und taten dies mit einer Wucht, die man von ihren Konzerten kennt. Blatt nehmen sie sich sowieso keines vor den Mund, und die letzten Energien der Festivalbesucher wurden hier auf der Containerstage gelassen. Bitte bald wieder in Österreich, gell!
Fazit
Etwas unscheinbar in Kirchdorf beheimatet, ist das Rock im Dorf für mich seit vielen Jahren ein ganz besonderer Fixpunkt im Sommer. Es bietet jedes Jahr aufs Neue die wunderbare Gelegenheit, in meine alte Heimat zurückzukehren, bekannte Gesichter zu treffen und großartigen heimischen Acts zu lauschen. Was dieses Festival für mich so besonders macht, ist vor allem die unglaubliche Herzlichkeit, die einem an jeder Ecke begegnet. Dazu kommen ein über Jahre hinweg außergewöhnlich gut kuratiertes Booking und ein liebevoll gestaltetes Festivalgelände, bei dem man merkt, wie viel Herzblut hier drinsteckt. Besonders schön war heuer auch zu sehen, wie vielen jungen Frauen und FLINTA–Künstler*innen eine Bühne gegeben wurde.
Lisa Leeb
Gerade in einer Musiklandschaft, in der Line-ups noch immer oft sehr männlich geprägt sind, ist es großartig zu erleben, wenn Festivals bewusst neue Perspektiven sichtbar machen und diese Vielfalt nicht nur ankündigen, sondern tatsächlich auf die Bühne bringen. Seit mittlerweile über 15 Jahren ist das Rock im Dorf ein fixer Bestandteil meiner Sommerplanung – und hat mich in all dieser Zeit noch kein einziges Mal enttäuscht. Danke für all die schönen Momente, die Musik und dieses Gefühl, immer wieder ein Stück nach Hause zu kommen. Danke, Rock im Dorf.
Elisa Landerl
Wen das Rock im Dorf mit seinem Line-Up am ersten Tag immer noch nicht überzeugen konnte, wird es sich spätestens am Samstag noch einmal anders überlegen. Generell fällt auf, dass die Crew auf dem Gelände so bemüht und engagiert ist, wie man es nur selten sieht. Genau diese familiäre Mentalität macht das Festival zu etwas ganz Besonderem. Auch die Lage mitten in den Bergen ist absolut perfekt, und der überschaubare Rahmen sorgt dafür, dass man nie in der Masse untergeht. Wer eine einmalige Atmosphäre abseits des kommerziellen Festival-Trubels sucht, ist hier genau richtig.
Christoph Leeb
Heutzutage noch Festivals als nicht kommerzieller Veranstalter durchzuführen, braucht mehr als nur Herzblut. Es braucht Commitment, einen starken Hang zu Kulturarbeit. Und nicht zuletzt ein großes Team an Leuten, um so ein Event auch vernünftig durchzuführen. Genau das findet man am Rock im Dorf: einerseits Professionaliät, anderseits Sinn fürs Detail. Gepaart mit ausgewählt gutem Booking ein Garant für einen schönen Festivalsommer. Wär schön, wenn sich das Festival weiterhin etabliert, und vielleicht mal an einer Location verweilen darf!
Text und Fotos: Elisa Landerl, Christoph Leeb & Lisa Leeb
