austrian madness over europe_röda
Foto: Patrick Stadler

Austrian Madness Over Europe – Throwback + Castiel

Im Röda standen die Zeichen auf Härtetest: THROWBACK und CASTIEL brachten eine ordentliche Ladung Hardcore und Deathcore auf die Bühne. Ein Konzertabend in Steyr, der für Freunde der härteren Musik nur wenige Wünsche offen gelassen hatte.

Wo andere Konzerte langsam Fahrt aufnehmen, ging es hier direkt in die Vollen. Schwere Riffs, tiefe Growls, donnernde Drums und Breakdowns mit Abrisspotenzial sorgten für einen Abend, der alles andere als leise über die Bühne ging.

Das Röda bot den passenden Rahmen für zwei Bands, die Härte nicht nur versprechen, sondern liefern. Throwback aus Korneuburg eröffneten den Abend mit aggressivem Hardcore und ordentlich Druck, bevor CASTIEL aus Klagenfurt das Tempo und vor allem das Gewicht noch einmal deutlich nach oben schraubten. Zwei Bands und jede Menge Dezibel – dieser Abend hatte definitiv keine Lust auf Zurückhaltung.

Throwback

Noch bevor CASTIEL später die ganz schweren Geschütze auffuhren, sorgten Throwback dafür, dass im Röda bereits ordentlich Bewegung in die Menge kam. Die 2017 in Korneuburg gegründete Hardcore-/Metal-Formation zeigte von Beginn an, dass ihr Sound weniger auf filigrane Spielereien als auf Energie, Druck und kompromisslose Direktheit ausgelegt ist.

Schwere Gitarrenriffs treffen auf wuchtige Drums, während die Breakdowns immer wieder für jene Momente sorgen, in denen der gesamte Raum förmlich unter Spannung steht. Throwback bewegen sich dabei gekonnt zwischen Hardcore-Aggression und metallischer Härte. Das Ergebnis ist ein Sound, der dreckig, düster ist.

Throwback liefern damit einen Auftritt, der weniger von großen Gesten als von konsequenter Härte lebt. Keine unnötigen Umwege, kein überflüssiger Ballast – stattdessen Hardcore, Metal und jede Menge Druck.

Castiel

Wer bei Deathcore an bloße Aneinanderreihungen von Breakdowns denkt, bekam schnell eine Lektion darin, wie brachial, düster und körperlich dieses Genre funktionieren kann. CASTIEL machen keine Gefangenen – ihr Sound walzt über das Publikum hinweg.

Seit 2014 steht die österreichische Formation für eine Mischung aus Deathcore, Downtempo und Slam. Live wird daraus allerdings noch einmal eine ganz andere Bestie. Tiefergestimmte Gitarren, wuchtige Drums und ein Gesang, der zwischen tiefstem Growl und aggressivem Ausbruch pendelt, sorgten im Röda von Beginn an für eine bedrückende, beinahe klaustrophobische Atmosphäre.

Vor allem die langsamen Passagen entfalten ihre Wirkung. Wo andere Bands ihre Breakdowns lediglich als kurze Effektmomente einsetzen, lassen CASTIEL die Schwere regelrecht stehen. Jeder Schlagzeugtreffer wirkt wie ein Hammerschlag, während die Gitarren eine Wand aus Sound errichten, gegen die kaum ein Durchkommen möglich ist. Der brachiale Mix aus Deathcore und Downtempo passt dabei hervorragend in die intime Atmosphäre des Röda.

Die Songs wirken auf der Bühne weniger wie sauber abgearbeitete Studiokompositionen, sondern wie rohe, unmittelbare Ausbrüche. Besonders die Kontraste zwischen hektischer Aggression und beinahe quälend langsamen Parts funktionieren hervorragend.

Fazit

Throwback haben das Röda ordentlich auf Betriebstemperatur gebracht. Aggressiv, schwer und mit genügend Hardcore-Attitüde. CASTIEL haben das Röda nicht einfach beschallt, sondern regelrecht plattgewalzt. Am Ende bleibt vor allem ein Eindruck hängen: Austrian madness over Europe war eine verdammt schwere Angelegenheit.

Foto: Patrick Stadler