Container Of Fools: Schwitzen im Ann and Pat
You Need To Bleed – das neue Album von einer mehr als entdeckenswerten Band aus Linz: Container of Fools. Vergangenen Freitag wurde das Werk in der Sauna im Ann and Pat präsentiert.
Freitagabend, Ann and Pat. Bummvoller Konzertsaal, begeistertes Publikum. So könnte man das Album-Releasekonzert von Container of Fools in einem Satz zusammenfassen. Gut 100 Leute waren das dann nämlich sicher, die die Getränkevorräte des Jugendzentrums plünderten und die Veröffentlichung des Albums zelebrierten. Aber viele waren auch aufgrund des Supports gekommen.
Splitroot: Opener in der Homebase
Der hieß Splitroot und hatte im Ann and Pat im wahrsten Sinne des Wortes ein Heimspiel. Kein Wunder, sind sie doch Stammgäste in den Gewölben des Linzer Jugendzentrums. Einen Bandnamenwechsel von Akrasia zu Splitroot – Copyright sei Dank – haben sie in ihrer jungen Historie ebenso schon hinter sich. Stilistisch? Rock. In überraschend vielen Facetten, wie wir meinen. Alternative Rock als „Prädikat“, verspielt, auf der Bühne nicht nur im Outfit abwechselnd. Balladen können sie auch. Eng wurde es in den ersten Reihen vor der Stage im Ann and Pat ebenso. Angesichts der jungen Bandgeschichte bemerkenswert – man darf gespannt sein, was da noch kommt!
Container of Fools: Garage Rock der in den Ohren pfeift
Mühen haben Container Of Fools danach auf jeden Fall keine gescheut. Zumindest haben wir im Ann and Pat bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen Frontdrop gesehen gehabt. Fast zu professionell für die kleine Stage, könnte man meinen. Im Laufe des Sets wird aber immer deutlicher, dass das Quartett nicht ganz zu Unrecht stolz auf die neue Platte ist. Ein Jahr lang haben sie daran gearbeitet, wie sie das motivierte Publikum wissen lassen. Stilistisch dann doch etwas anders als der Opener Splitroot haben Container Of Fools ein klares Faible für Garage-Elemente in ihrem Alternative Rock. Das fetzt dann schon, muss man sagen – That’s Not Fair, Paycheck, What’s Your Name und Co. sind Songs, bei denen der Gehörgang dann auch am nächsten Tag noch halbwegs angenehm pfeift. Zur Set-Mitte verzeiht man da auch eine Unwritten-Einlage. You Need To Bleed ist aber nicht der Erstling der Band – und das merkt man auch. Hier ist eine gewisse Routine neben dem Spaß auf der Bühne nicht zu übersehen und zu überhören. Das Publikum im Circle Pit (vorne!) oder aufmerksam zuhörend (hinten!) hatte seine Freude – und auch kein Problem mit der zu späteren Stunde schon höher liegenden Temperatur der Hopfenblütengetränke. Ein mehr als würdiges Releasekonzert in immer noch einem der schönsten Linzer Underground-Konzertsäle. Ein Saal, der unserer Meinung nach gerne noch öfter Schauplatz für Sauna-Gigs sein dürfte!