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Foto: Christoph Leeb

Only The Poets: UK Meets Linz

And I’d Do It Again – so der Titel des Albums von Only The Poets. Die aufstrebende Indie-Band aus Reading bewies am Donnerstag im Posthof, dass man sich so ein Konzert gerne noch ein zweites Mal anhören würde. Von einer Band, von der man sicher noch so Einiges hören wird, und die auch abseits der Bühne unterstützenswert ist.

Ja, es gibt sie noch, diese Konzerte in Linz, von denen man später mal sagen wird: Damals, weißt du noch, als wir sie in dem kleinen Rahmen gesehen haben? Einer dieser Momente war das Gastspiel von Only The Poets im Posthof am vergangenen Donnerstag. Nun, das Quartett aus Reading hat spätestens seit ihrem – offiziell als Debütalbum betitelten – aktuellen Werk And I’d Do It Again eine immer größere Fanbase. Nicht nur online, sondern auch live. Gut 400 davon durften am Donnerstag auch in Linz dabei sein, als Tommy Longhurst & Co. im mittleren Saal des Posthofs gastierten.

Nun, so ganz „das Debütalbum“ ist die Platte ja nicht. Denn seit 2017 gibt es Only The Poets bereits, die bespielten Clubs sind von Spelunken dann auch in Richtung Brixton Academy gewachsen. Vergessen sollte man an diesem Abend aber den Supportact jedenfalls nicht.

Alex Spencer

Der hieß nämlich Alex Spencer, ist grade mal 19 Jahre alt und stammt aus Manchester. Seit seiner frühen Adoleszenz schon erfahren im Busking, an diesem Abend im Duo auf der Bühne. Und überwältigt ob der Textsicherheit des Publikums, das dem Sänger förmlich an den Lippen gehangen ist. These Will Be The Days heißt die neueste EP, die er an diesem Abend im Posthof natürlich ebenfalls mit im Gepäck hatte. Stimmlich auf der Höhe, ehrliche Freude ob des Zuspruchs, begeisterte Fans in den ersten Reihen. Für jemanden, der Linz sicher bis vor Kurzem noch nicht auf seiner musikalischen Landkarte hatte, beileibe kein schlechter Einstieg. Gerne wieder!

Only The Poets

Nun, wie eingangs erwähnt sind Only The Poets keineswegs eine neue Band. Sondern eine Band, die das Attribut „langsam, stetig bis zum Durchbruch gewachsen“ mehr als nur verinnerlicht hat. Berits 2017 erschien mit Ceasefire auch die erste „eigentliche“ Single der Band. Eine Single, die an diesem Abend auch den Weg in die Setlist im Posthof gefunden hat. Was Only The Poets bieten? Eine eineinhalbstündige Darbietung einer Indie/Alternative-Band, die das Prädikat „scheiße, das ist eigentlich für diese Bühne schon viel zu groß“ written all over it hat. Das hat Attitüde, bereits beim Opener I Keep On Messing It Up, und zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Konzert. Emotionally Hungover gibts genauso zu hören wie das länger nachhallende Saké, Monumental oder You Hate That I’m In Love. Kurzum: alle erfolgreichsten Titel des Albums sind natürlich da. Dazu gibts auch One More Night und als krönenden Abschluss JUMP!. Der Name ist Programm, das Publikum motiviert, die Band ebenso.

Übrigens: auf die Fahnen geheftet haben sich Only The Poets auch die Message „Live Music Is Not A Luxury“. In Zeiten steigender Ticketpreise und künstlicher Verknappung ein sehr unterstützenswertes Unterfangen. So kosten etwa Tickets für die Deutschlandtermine grade mal 25 Euro und damit auch gleich um zwölf Euro weniger als etwa an diesem Donnerstag. Aber auch 37 Euro sind gut investiertes Geld für eine Band, die man ab sofort in die Heavy-Rotation-Playlist einschließt. Sofern man das noch nicht getan hat.

Foto: Finn Podobri, Christoph Leeb

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Passiv-Sport-Fan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.