ozymandias band stadtwerkstatt linz
Foto: Christoph Leeb

Ozymandias: laut wie eh und je

Ein musikalisch mehr als abwechslungsreicher Konzertabend: Ozymandias zelebrierten am Samstagabend ihr Herbst-Heimspiel in der Stadtwerkstatt Linz. Support kam von The Spill In Dreams und Sister Ray. Von Dream-Pop bis Doom-Grunge war für jeden was dabei.

Sollte es die Floskel „Heimspiel“ geben, dann war diese an diesem Samstagabend in der Linzer Stadtwerkstatt absolut zutreffend. Mit Sister Ray, The Spill In Dreams und Ozymandias hatten sich drei Bands die Bühne geteilt, die stilistisch allesamt in verschiedenste Kerben stoßen.

Begonnen hat der Abend unter dem Decknamen „Experimentiell“. Das Duo Andre und Samy Zogoly alias Sister Ray entführte eine Dreiviertelstunde lang in einen Mix aus Ambient, minimalistischen Elementen und Noise-Gitarren. Für einige der am Ende doch ca. 150 Anwesenden vielleicht nicht ganz zugänglich – Sister Ray sind eine Band, auf deren Klangteppiche man sich einlassen muss. Angesichts dessen, was die beiden anderen Acts auf die Bühne brachten, erfrischend anders.

Danach: The Spill In Dreams. Nun, wir hätten uns eigentlich auch niemals erwartet, auf einem Ozymandias-Konzert auf der gleichen Stage einen Dream-Pop/Folk-Act zu sehen. The Spill In Dreams tun aber genau das. Verträumt, reduziert, in den richtigen Momenten dann aber durchaus eingängig. Songs wie Ghost oder The Raven wissen zu gefallen. Das passt dann schon, und es wird auch klar, weshalb sie mit Ozymandias auf der Bühne stehen. „Man kennt sich in der Szene“, könnte man hier sagen – Neo-Bassist Mario von Ozymandias mastert etwa auch die Tracks von The Spill In Dreams. Eine Band, die es sich zu entdecken lohnt, und die auch noch einiges an Arbeit in Musikvideos steckt, wie man hier sehen kann. Bis bald!

Zum Ende hin wird’s dann mit Ozymandias aber gewohnt laut. Seit 2026 sind die Herren auf der Bühne zu viert unterwegs. Let’s Rot heißt die aktuelle Platte, die gemeinsam mit dem Erstling Cake! auf der Stadtwerkstatt-Bühne in die Gehörgänge der Anwesenden gehämmert wird. Schnell wird klar: Wo Ozymandias draufsteht, ist Ozymandias drinnen. Nicht mehr, nicht weniger. Frontmann immer noch „Rampensau“, Fangemeinde text- und merchsicher, 150 Leute im Saal, die danach happy und verschwitzt wieder rausgingen. Irgendwie merkt man aber schon, dass der Schritt zum Quartett der Band gut getan zu haben scheint. Bringt noch mehr Dynamik rein. Setlisttechnisch gibt’s auch nichts zu meckern, da war ein Gutteil der beiden Alben klarerweise dabei. Und haben wir da eventuell noch einen neuen Song gehört? Vielleicht ja ein Vorbote auf mehr Ozymandias-Doom-Grunde. Freuen würds uns!

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Passiv-Sport-Fan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.