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„Wir übersiedeln!“ – die Grazer HörsaalbesetzerInnen ziehen über Weihnachten um

„Wir übersiedeln!“ – die Grazer HörsaalbesetzerInnen ziehen über Weihnachten um

 

Die Protestierenden in Graz gehen auf neuen Kurs in neuen Räumen. Gemeinsam mit dem Rektorat wurde eine Einigung erzielt.Offensichtlich überrascht vom studentischen Durchhaltevermögen machte Rektor Gutschelhofer am Donnerstag, dem 17. 12. 2009, den BesetzerInnen der Vorklinik ein Angebot, das sie letztendlich nicht ablehnen konnten.

Weihnachtsferien für die Besetzung, aber nicht für den Protest
Nach acht Wochen Besetzung, die drei Hörsäle und das Foyer der so genannten Vorklinik umfasst, ziehen die Studierenden über die Weihnachtsfeiertage in ein leer stehendes Gebäude. Dieser 150m² große Freiraum wird den Arbeitsgruppen auch nach den Ferien zur Verfügung stehen – auf unbestimmte Zeit, denn die Uni hat das alte Laborgebäude eigentlich schon der Abrissbirne geschenkt. Nach dem besinnlichen Fest geht es ab siebten Jänner für die BesetzerInnen wieder zurück zur Vorklinik – ein Hörsaal und das Foyer bleiben befreit. Die Anmietung der Kinohörsäle, mit der die Uni auf die Besetzung reagierte und die sie als Ersatzräumlichkeiten bereitstellte, wird allerdings nicht mehr notwendig sein.

Die Zusicherungen des Rektorats
Der Deal umfasst nicht nur den kurzweiligen Auszug aus der Vorklinik, sondern außerdem Zugeständnisse, die sich bereits in Verhandlungsgesprächen zwischen Rektorat und Studierenden der letzten Wochen abgezeichnet hatten: Neben einer 1,5 Millionen Euro schweren Finanzspritze für besonders belastete Studienrichtungen werden schnellstmöglich notwendige Professuren eingerichtet. Die Protestierenden sollen dabei Mitspracherecht erhalten. Besserer Zugang zu Literatur mittels Erwerb neuer Datenbanklizenzen sowie eine Aufstockung der Fachbibliotheken sind zugesichert, weiters wurde versprochen, keine Zugangsbeschränkungen zu den Masterstudien bis 2012 einzurichten.

Gedenksaal für Widerstandskämpfer Willi Gaisch
Der ehemals besetzte Hörsaal A (06.01) wird auf Anraten der Studierenden in den „Willi Gaisch– Saal“ umbenannt. Der letzte öffentliche Auftritt des kürzlich verstorbene Widerstandskämpfers gegen das NS-Regime fand im Zuge des kulturellen Rahmenprogramms der BefreierInnen in diesem Hörsaal der Vorklinik statt.

Ende der Besetzung ist kein Ende der Proteste
In den nächsten zwei Wochen wird die Arbeit der Protestierenden – denn getan ist sie noch lange nicht – in der Schubertstrasse 6 fort geführt, zwischen Universität und ÖH. Wenngleich die Kooperation mit dem Rektorat gesichert scheint, bleibt ein großes Fragezeichen in Bezug auf die Bundespolitik. Solange man hier keine Einigungen erzielt, werden die Aktionen der Protestierenden weitergehen.

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