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„Set Your Scene on Fire“ @ ((szene)) Wien

„Set Your Scene on Fire“ @ ((szene)) Wien

Mit Metalcore wollte die lokale Booking-Agentur Boo-Kings der ((szene)) ganz schön einheizen – ein nobles Ziel und hätte Line-Up-mäßig auch wunderbar funktioniert, wäre da nicht der Besuchermangel gewesen. Warum das Konzert für mich trotzdem kein Flop war gibt’s „after the jump“ …
CANNONBALL RIDE, ENEERA, THIS BLEEDING SOUL, MORTAL STRIKE und SEEK & DESTROY – das war das vollständige Line-Up, bestehend aus 80 % einheimischen Bands und einem Direktimport aus Deutschland (THIS BLEEDING SOUL).

Rund 120 Leute haben sich lobenswerter Weise entschlossen, ihren Samstagabend in der ((szene)) Wien zu verbringen – also etwas weniger als ein Fünftel des Fassungsvolumens. Diese ganze Erscheinung läuft wohl unter dem Motto „Der Prophet gilt nichts im eigenen Land“, denn dass alle anwesenden Bands astreinen Metal(core) vom Stapel lassen ist wohl kaum anfechtbar. Eine derartige Minimalst-Unterstützung der heimischen Szene lässt sich wohl auch zum Teil auch auf die Übersättigung des wiener Publikums zurückführen. Wie schon bei NATIONS AFIRE lässt sich das ganze wieder mal in der Kategorie „Pech gehabt, kann man nix machen!“ ablegen. Fritz von Boo-Kings meinte, dass die einzige Möglichkeit, die man noch gehabt hätte, eine stadtweite Plakatierungsaktion gewesen wäre – leider geht hier halt dann die Kosten-Nutzen-Rechnung so ganz und gar nicht auf.

Nichtsdestotrotz war es ein fantastisches Konzert und den Leuten, die dort waren, gefiel’s.

SEEK & DESTROY, die den Abend eröffneten legten gleich mit 120 % los und bestimmten schon mal den Fahrplan für die nächsten Stunden: Volle Kraft voraus und keine Rücksicht auf Verluste! Leicht irritierend ist der erste Anblick der drei „Bauernbuam aus’m Burgenland“ schon: Da steht/hüpft ein Bassist herum und shoutet ab und zu seine Parts in’s Mikrophon – soweit so gut. In der anderen Bühnenecke verrichtet ein Gitarrist sein Werk. Dann steht da noch ein Schlagzeug hinter den Nebelschwaden und der Drummer klopft die Felle weich, als gäbe es kein Morgen mehr – ebenfalls soweit so gut. ABER – wer zum Teufel singt da die ganze Zeit?? Kein Sänger weit und breit, Bassist und Gitarrist singen lediglich die Backing Vocals … kommt hier gar die Stimme vom Band?? Nein, zum Glück nicht. Bei genauerem Hinsehen erahnt man durch die Nebelschwaden auf der Bühne, dass Drummer Florian der Leadsänger der Band ist. Beeindruckende Leistung!

Next Up – Die ersten Lokalmatadore im Line-Up: originales wiener Blut in Form von MORTAL STRIKE. Mit kiloschweren Metal-Kutten, Tarnanstrich im Gesicht und einem der kreativsten Logos, die ich seit langem gesehen habe, polterte dieser Thrash Metal-Panzer über die ((szene))-Bühne. Der Titel ihrer Demo ist wahrlich nicht aus der Luft gegriffen: „Here Comes The Tank!“

Hier sei noch als kurze Anekdote eine Lebensweisheit für Konzertbesucher eingeworfen: „Don’t fuck with the ((szene))-Tontechniker!“. Auf die Frage von Sänger Matthias, ob es denn laut genug für die Fans sei, antwortete einer der MORTAL STRIKE-Anhänger vor der Bühne, dass es nie laut genug sein kann. Das veranlasste den Mann hinterm Mischpult zu einer energischen Zurechtweisung des Querulanten aus dem Publikum mit den Worten: „Wanns da ned passt, kannst des gern Du mochn!“.

Wie gesagt: „Don’t fuck with the ((szene))-Tontechniker!“ – auch wenn er sonst ein absolut korrekter und netter Typ ist.

Weiter gehts: THIS BLEEDING SOUL! Die Jungs aus Deutschland – Stuttgart um genau zu sein – verdienen ohne Zweifel ein Liveband-Qualitätssiegel der höchsten Klasse! Man merkt, dass ihr neuestes Album „Avalance“ – Review folgt – von Alex Dietz von HEAVEN SHALL BURN produziert wurde: Die Scheibe knallt in den Ohren, die Band knallt live in den Ohren und dem Magen – wie sich’s gehört.

Und natürlich ließen es sich CANNONBALL RIDE als Bandfreunde von THIS BLEEDING SOUL nicht nehmen, bei „Incarnation of One“ die Backing Vocals zu übernehmen/unterstützen.

TBS sind fertig und schon stehen die nächsten Lokalmatadore auf der Bühne: Ottakringer Metal vom Feinsten. Fette Shouts, brutaler Sound, brachiale Wirkung und Pus Gesang als akustischer Schlag in die Fresse – kann man so lassen!

So, Endspurt! CANNONBALL RIDE stehen in den Startlöchern; aufbauen, soundchecken, loslegen. Über die Live-Qualitäten der Burschen muss man kaum noch ein Wort verlieren. Die fantastische Mischung aus Metalcore und Rock ’n‘ Roll – betitelt Mosh & Roll – weiß zu begeistern. Wenn noch rund 20 Leute mehr vor der Bühne gestanden hätten, hätte sich auch noch ein Moshpit ausgezahlt … Beim nächsten Mal dann wieder!

via WET-photo

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Markus liefert als Teil der Wiener Fraktion von Subtext Konzertfotos aller möglichen Genres. Egal ob Hip Hop oder Black Metal - Hauptsache die Musik geht unter die Haut und drückt in den Ohren.

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