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Moshen für den guten Zweck

Moshen für den guten Zweck

Metalfans gelten ohnehin schon als die freundlichsten und hilfsbereitesten Menschen der Welt. Das stellten die Oberösterreicher Before Us All, Mosfet und Seven Inches of Pain am Samstag in der Zuckerfabrik Enns unter Beweis. Feinster Metal für den guten Zweck, denn die Reinerlöse gingen an die Volkshilfe OÖ.

Den Anfang machten die Jungs von Seven Inches of Pain, welche ihr erstes Konzert überhaupt absolvierten. Insgesamt solide, druckvoll und gesanglich stets auf der Höhe. Death Metal bringt die Band laut eigener Definition auf die Bühne. Von dem war an diesem Abend eher weniger zu spüren, das Gezeigte ging mit den unzähligen Soft Vocals doch mehr in die Richtung Metal/Hardcore. Das war jedoch alles andere als negativ. Gekonnt verstanden es die Jungs, ihre Musik vorzutragen. Einzig und allein am Schlagzeug besteht noch großes Potenzial nach oben; das ging eigentlich genreuntypisch etwas unter an diesem Abend. 

Weiter gings mit Before Us All, ganz klar das Highlight dieses Konzertabends. Zwar bereits 2010 in Enns gegründet, dauerte es aufgrund verschiedener Probleme drei Jahre, bis das erste Album das Licht der Welt erblickte. „Revelations“ heißt das gute Stück und ordnet sich musikalisch irgendwo zwischen Thrash Metal und Hardcore ein. Und was für einen Hardcore die Jungs hier von sich gaben. Extrem energiegeladen, ton- und taktsicher und mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen verzauberten sie das anwesende Publikum, welches auf durchaus stattliche 80 bis 100 Leute angewachsen war. Und genau diese Meute dankte es der Band mit Headbanging in der ersten Reihe und unzähligen Circle- und Moshpits dahinter. Selbst Bassist Thomas Roithmayr konnte der Versuchung nicht widerstehen und ging mitsamt seinem Instrument auf direkte Tuchfühlung mit den Fans. Man merkte einfach in jeder Sekunde, dass sich die Jungs sehr wohl in der Zuckerfabrik fühlten. Alles in allem ein fast perfekter Gig, an dem es nichts auszusetzen gab. Gerne mehr davon und nach Seven Inches of Pain wieder ein Freudenfest für Schlagzeugenthusiasten! Von den Jungs darf man in der Zukunft noch Großes erwarten!

Als Headliner und Finisher fand sich dann noch Mosfet auf der Bühne ein. Musikalisch solide, jedoch klar hinter Before Us All zurückgeblieben, konnte die Band einfach nicht zünden. Was wohl nicht nur am traumhaft schönen Wetter lag, sondern auch an der zweifelhaften Bühnenperformance von Sänger Philip Essl, welcher bereits oben ohne die Bühne betrat und anscheinend eine innige Beziehung zu seiner Gürtelschnalle pflegt. Insgesamt ein schwacher Gig, welcher wohl nicht lange im Gedächtnis bleiben wird und auch keine große Lust auf eine Wiederholung macht. Das Publikum sah es ähnlich und hielt sich während des Konzertes zum Großteil im Freien vor der Zuckerfabrik auf.

Zusammenfassend trotzdem ein sehr gelungener Konzertabend und dass noch dazu für den guten Zweck.

Daumen hoch!

 

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Musikliebhaber, Festivalreisender, Konzertsüchtig, Vinylnerd, Photograph, Konzertveranstalter, Linz-Liebhaber

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