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Die Studierendenproteste in Salzburg 2010 – eine Bestandsaufnahme

Die Studierendenproteste in Salzburg 2010 – eine Bestandsaufnahme

 

Kurz vor Weihnachten sicherten die protestierenden Studierenden dem Rektorat ein Ende der Hörsaalbesetzungen am Rudolfskai 42 in Salzburg zu. Für den erbrachten Vertrauensvorschuss erwarteten diese ein Erfüllen der Zusagen von Seiten des Rektorats.Mit diesem Schritt signalisierten die Studierenden eine neue Form des Protestes gefunden zu haben und entgingen somit einer möglichen polizeilichen Räumung, da eine Besetzung in den Weihnachtsferien mit hohen Kosten verbunden gewesen wäre.

Trotz der Stille im Uni-Gebäude wurden in den Arbeitsgruppen weiterhin Lösungsvorschläge zur Behebung der derzeitigen Missstände erarbeitet und dem Rektorat präsentiert. Die Presse AG sammelte und ordnete Berichte zu den Protesten in Österreich und Deutschland, welche sie im ersten Plenum im neuen Jahr vorstellte. Somit waren viele auf dem neuesten Informationsstand, die sich zuvor nicht aktiv am Protest beteiligt hatten. Zudem konnten einige Zusagen des Rektorats – vor allem die direkt den Standort Salzburg betreffenden – bestätigt werden.

Eine wichtige Forderung für eine weitere Organisation und Vernetzung der Studierenden lautete dahingehend, den ehemals besetzten Hörsaal 381 einmal wöchentlich diesen frei zur Verfügung zu stellen. Geplant sind abendliche Vorträge und Diskussionsrunden mit ExpertInnen zu Hochschulthemen, wobei dieser Ort als „Freiraum“ innerhalb der Universität zu sehen ist. Hinzu kommt eine eigene Arbeitsgruppe für längerfristige Forderungen, die gemeinsam mit dem Rektorat eingesetzt wurde. Ein weiteres Ergebnis zeichnet sich auch bei den zusätzlichen Budgetverteilungen für die einzelnen Universitäten ab: Salzburg erhält zwei Millionen Euro.

Gestern Abend widmete sich eine erste Diskussionsrunde dem Thema „Wir machens gern, und für fast nix“ – prekäre Anstellungsverhältnisse im Journalismus. Nach einer Einführung von Prof. Roman Hummel vom FB Kommunikationswissenschaft beteiligten sich an der anschließenden Diskussion Wolfgang Fürweger (Tageszeitung Österreich, Ressortleiter Sbg./T.) und weitere ExpertInnen.

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Foto: Simon Hofbauer, Hannes Roebke

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