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Puppetz: „Wir sind halt nicht Katy Perry“

Puppetz: „Wir sind halt nicht Katy Perry“

Auch abseits von Österreich gibt es engagierte Musiker und aufstrebende Bands. Eine davon ist die slowenische Formation „Puppetz“, die langsam Fuß zu fassen beginnt. subtext.at hat Leadsänger Bojan Pahlina zum Interview über Video-Auszeichnungen, die schweren Anfänge und das Problem mit der Publicity gebeten.

subtext.at: Was ist die erste Frage, die du gerne hinter dich bringen möchtest?

Bojan: Naja, bevor wir ein Interview beginnen, würde ich dich erst mal fragen, was du zu trinken möchtest? Zwei Cola und zwei Gin Tonic, bitte.

subtext.at: Wie würdest du „Puppetz“ dem durchschnittlichen österreichischen Musikhörer erklären?

Bojan: Wir sind anders, uns sind Genres egal, wir spielen einfach, was uns gefällt und machen die Musik, die wir auch selber gerne hören. Vielleicht magst du das dann ja auch.

subtext.at: Ihr habt auch schon einige Gigs hier in Österreich gespielt – gab es dabei Sprachprobleme, wenn man bedenkt, dass ihr nicht auf Englisch singt?

Bojan: Wir haben schon oft in Österreich gespielt, immer mit einem wahnsinnig guten Feedback. Man fragt uns auch oft, doch bitte auf Englisch zu singen. Die Pläne dazu gibt es ja. Unsere Songs sind aber in unserer Muttersprache Slowenisch geschrieben, und klingen so wie sie sind wahrscheinlich am Besten. Andererseits kriegen wir auch viele Komplimente von ausländischen Fans, die die Musik toll finden, obwohl sie die Lyrics nicht verstehen.

subtext.at: Euer Video zum Song „Generacija Y“ wurde mit dem Award für das beste Video 2011 in Slowenien ausgezeichnet. Wie einfach ist es für euch, das auf professioneller Basis zu betreiben? Wie kann man auch das dazu notwendige Geld auftreiben?

Bojan: Dieses Video war in der Tat etwas Spezielles für uns, und auch für die slowenischen Filmschaffer. Wir tun uns zwar leicht, großartige Ideen zu finden, wie unser nächstes Video aussehen soll, das ganze dann aber auch zu realisieren ist ein anderes Kapitel – Geld spielt natürlich immer eine Rolle. Wir glauben aber, dass alles, was man braucht, eine gute Idee ist und wenn sie die Musik auf eine richtige Art und Weise darstellt, wird’s auch ein Erfolg.

subtext.at: Die meisten Bands starten ja in kleinen Clubs. Was ist der erste Gedanke, der dir einfällt, wenn du an euer allererstes Konzert zurückdenkst?

Bojan: Disaster (lacht). Wir haben natürlich trotzdem alles gegeben.

subtext.at: Also euer erstes Konzert auch als euer beschissenstes bislang?

Bojan: Schwer zu sagen, da gibt’s zu viele (lacht). Natürlich gibt’s auch bei uns Konzerte, wo man irgendwo am Land vor drei oder vier Besoffenen spielt. Natürlich nicht toll. Mittlerweile läufts aber besser, und wir haben bei fast jedem Spaß. Aber aller Anfang war bekanntlich schwer.

subtext.at: Auf Facebook kann ich folgendes lesen: „Die erste Single des kommenden Albums – Dance, Dance – wird bereits quer durch die Radiostationen des Landes gespielt und öffnet ein neues Kapitel in der musikalischen Reise von Puppetz, und zeigt dabei ein reiferes Gesicht der Band.“ Wie „reif“ seid ihr gerade? Ist „Reife“ etwas Erstrebenswertes als Musiker?

Bojan: Ich glaube das „Reife“ an uns ist unser Zugang zum Musikmachen. Wir hatten immer schon die Leidenschaft dazu, aber jetzt kommt natürlich auch das Wissen dazu, unsere Potenziale und Ziele zu erkennen. Beim ersten Album „Forte ablade“ haben wir so viele Erfahrungen gewonnen, dass es leichter wird, neue Musik zu machen. Wir sind also selbstsicherer geworden – und glauben auch, dass unsere Musik das zeigt.

subtext.at: Hier in Österreich fällt mir neben FM4 wenig ein, wo alternative Musik gespielt wird. Ist das in Slowenien auch so? Wie schwer ist es für euch, Publicity zu bekommen?

Bojan: Das ist ähnlich. Es gibt ein paar Radios, wie Val 202, was gute slowenische Musik und auch ein paar alternative Versionen spielt, und wir sind natürlich froh darüber. Aber die Mehrheit ignoriert das Genre natürlich – wir sind halt nicht Katy Perry.

subtext.at: Gibt es auch Pläne, aus Slowenien rauszugehen? Wenn ja, gibt es konkretere Pläne, Songs auf Englisch zu schreiben?

Bojan: Ja, es gibt den Wunsch, rauszugehen, und unsere Musik auch anderen Leuten zu präsentieren. Wenn wir das tun, wird es natürlich auch Songs auf Englisch geben. Weil Texte aber wichtig sind, sind wir noch nicht so stark dahinter, sondern probieren, wirklich einen gefestigten Stand in der Heimat zu erreichen, bevor es weitergeht. Eins nach dem anderen.

subtext.at: Nenne mir bitte ein Album, das du nicht mehr hören kannst.

Bojan: Korn – Life is peachy. Tolles Album, aber wir habens einfach zu oft gespielt.

subtext.at: Deine letzten Worte?

Bojan: Danke fürs Interview, es hat mich wieder auf die Anfänge zurück gebracht. Das ist vielleicht auch ein Lebensmotto – „Erinnere dich an die Anfänge, realisiere die Gegenwart, und denk immer auch an die Zukunft.

Links und Webtipps:

Fotos: Puppetz

/em/a

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eishockeyfan. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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